VfB-Talent Wahid Faghir: abgespeckt und fit für Teilzeit-Jobs

Fußball  Am letzten Tag der Wechselperiode nach Stuttgart gekommen, in Gladbach erstmals als Einwechselspieler in der Bundesliga dabei: Was der 18-jährige Wahid Faghir mitbringt und woran er noch feilen muss.

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Wahid Faghir ist dänischer U21-Nationalspieler. Der VfB Stuttgart hat ihn im Sommer für vier bis fünf Millionen Euro Ablöse geholt. Foto: imago images/RHR-Foto

Das "Dänen-Juwel" ("Bild") des VfB Stuttgart funkelt noch nicht. Aber immerhin, es war mal im Rampenlicht der Bundesliga zu sehen. Wahid Faghir hat am Samstagabend beim 1:1 in Mönchengladbach seine ersten Minuten in der deutschen Fußball-Eliteliga absolviert. In der 74. Minute wurde der 18-jährige Stürmer für Omar Marmoush eingewechselt.

Nach seinem Profidebüt für den VfB im Testspiel am 7. Oktober gegen den SV Sandhausen war es nun die Premiere in einem Stuttgarter Pflichtspiel. Eine gefährliche Szene im Gladbacher Strafraum hatte der dänische U21-Nationalspieler nicht.

Wahid Faghir hat den VfB ordentlich Geld gekostet, als er im vergangenen Spätsommer, am letzten Tag der Transferphase, von Velje BK geholt wurde. Es waren zwischen vier und fünf Millionen Euro.

Der Wechselkurs stimmte bisher nicht

Aber das Verhältnis von Euro zu Kilo stimmte eine Zeit lang nicht, darauf wies Trainer Pellegrino Matarazzo vor dem Spiel in Mönchengladbach ziemlich uncharmant hin, als er Wahid Faghir für dessen jüngste Entwicklung lobte. "Er ist auf einem sehr guten Weg. Er hat schon ein paar Kilo abgenommen und wirkt ganz anders im Training. Er ist natürlich noch nicht soweit, dass er jetzt mal 90 Minuten spielen kann." 20 waren es am Samstagabend inklusive der Nachspielzeit. Sehr viel mehr Minuten sollen hinzu kommen, schließlich hat Faghir beim VfB einen Vertrag bis Ende Juni 2026 bekommen.

Klartext des Trainers: Es mangelte bisher an Fitness

Trainer Matarazzo hat sich über den 18-jährigen Dänen schon sehr lobend geäußert. "Er hat vor dem Tor einen richtigen Wumms, ist zudem kopfballstark." Doch offenbar waren die Fitnessvoraussetzungen gar nicht stark. Zu viele Kilos. Matarazzo formulierte dann aber im Vorfeld des Spiels in Mönchengladbach positive Worte über den dänischen Youngster mit afghanischen Wurzeln: "Er hat diese Woche tatsächlich seine bisher beste Leistung bei uns gezeigt. Dass er seine Qualitäten hat vor dem Tor, das hat er diese Woche bewiesen."

Faghir war die Antwort auf die Verletzungsmisere

Der VfB Stuttgart war kurz vor Transferschluss gezwungen gewesen, auf dem Spielermarkt aktiv zu werden, weil sich Torjäger Sasa Kalajdzic und zuvor schon die große Angriffs-Nachwuchshoffnung Mohamed Sankoh im August schwere Verletzungen zugezogen hatten. Neben der Leihe von Wolfsburgs Omar Marmoush verpflichteten die Stuttgarter dann Wahid Faghir. Fest. Für ziemlich viel Geld.

Ist er wirklich ein Juwel? Man wird es womöglich sehen, sollte Faghir jetzt häufiger zum Einsatz kommen.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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