VfB-Sieg mit Köpfchen

Fußball  Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart verdirbt beim 2:1 Ex-Trainer Markus Weinzierl das Comeback auf der Augsburger Trainerbank. Damit riss die Stuttgarter Negativserie von vier Niederlagen in Folge.

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Hello again: Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo (links) und sein VfB-Vor-Vor-Vorgänger Markus Weinzierl (rechts) vor Spielbeginn.

Foto: dpa

Der Siegtorschütze fiel mit dem Schlusspfiff um. Sasa Kalajdzic ließ sich einfach fallen, als der 2:1 seines VfB Stuttgart am Freitagabend perfekt war. Wenig später sagte er, wieder stehend, über den Sieg: "Ein bisschen glücklich, aber wen interessiert es."

Die Stuttgarter Negativserie von vier Niederlagen in Serie riss zum Auftakt des 32. Spieltags, weil Philipp Förster (11.) und Sasa Kalajdzic (74.) trafen. Der VfB hat sein Saisonziel von 40 Punkten übererfüllt. 42 Punkte sind es nun.

Wieder geht ein erstes Spiel für Weinzierl verloren

Die Negativserie von Augsburgs neuem Trainer Markus Weinzierl hielt, da Florian Niederlechner nur zum zwischenzeitlichen 1:1 (59.) traf. Weinzierl setzte an alter Wirkungsstätte seine miese Debüt-Serie fort. Das erste Spiel geht für eine Weinzierl-Elf immer verloren, das war vor mehr als zweieinhalb Jahren ja auch beim VfB Stuttgart so (0:4 gegen Dortmund).

"Wir haben das Gefühl, gut vorbereitet zu sein", sagte Pellegrino Matarazzo vor Spielbeginn beim Duell mit dem neuen Trainer-Kollegen Weinzierl, seinem Vor-Vor-Vorgänger beim VfB Stuttgart. Die Gastgeber gingen tatsächlich schon nach elf Minuten in Führung. "Das ist ein Spielzug, den wir schon so im Matchplan drin hatten", verriet Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat in der Halbzeitpause.

Er sah so aus: Eine Flanke von Roberto Massimo aus dem Halbfeld legte Toptorschütze Sasa Kalajdzic glücklich-perfekt ab, Philipp Förster vollendete aus zehn Metern, Augsburgs Robert Gumny gab dem Schuss noch unglücklich-entscheidend eine Richtungsänderung mit. "Gut, dass der abgefälscht war, so gefährlich ist er mit dem rechten Fuß eigentlich nicht", witzelte Mislintat in Richtung Torschütze Förster.

Verletzungspech bleibt dem VfB treu

Die Freude übers frühe 1:0 verwandelte sich schnell in Schmerz, in einen stechenden in der hinteren Oberschenkelmuskulatur von Roberto Massimo. Das Verletzungspech der vergangenen Wochen bleibt dem VfB Stuttgart im Saisonendspurt treu. Massimo humpelte nach 20 Minuten in die Kabine. Tanguy Coulibaly kam für ihn ins Spiel.

Ein anderer rückte jedoch immer mehr in den Fokus. Saison-Debütant Fabian Bredlow im VfB-Tor (Gregor Kobel fehlte mit Rückenproblemen) hatte mehr zu tun, als ihm lieb war. "Wir haben viel Ballbesitz, aber Augsburg hat mehr Torschüsse", kritisierte Mislintat in der Pause. Augsburg kam nämlich zu vielen guten Chancen, bei der besten tauchte Marco Richter in der 26. Minute frei vor Bredlow auf, der stark parierte. Auch bei Schüssen von Rani Khedira und Ruben Vargas war der Stuttgarter Ersatzkeeper zur Stelle. "Wir lassen zu viel zu, wir haben in der ersten Hälfte sicherlich nicht unser bestes Saisonspiel gemacht", sagte Mislintat.

Das Spiel bleibt kurios

Es blieb ein kurioses Spiel. Just als der VfB sich Chancen aufs 2:0 erspielte (Kopfball Kalajdzic, 56.), glichen die Gäste in der 59. Minute zum 1:1 aus. Eine Iago-Flanke köpfte Richter an den Rücken von Marc Oliver Kempf, der den Ball so abfälschte, dass FCA-Stürmer Florian Niederlechner aus kurzer Distanz einköpfte. Der Hiobsbotschaften nicht genug: Auch Tanguy Coulibaly verletzte sich, als Iago vor dem jungen Franzosen im Strafraum an den Ball kam, Coulibaly aber noch traf.

Viel passierte danach nicht, bis aus dem Nichts in der 74. Minute das Kopfballungeheuer Kalajdzic auftauchte und sein 15. Saisontor erzielte. Es wurde ein VfB-Sieg per Köpfchen. Der Österreicher hatte die Situation selbst eingeleitet, der eingewechselte Darko Churlinov flankte, die Augsburger Abwehr pennte. Der Zwei-Meter-Mann musste nicht mal springen fürs Tor zum 2:1-Sieg.


VfB Stuttgart: Bredlow - Mawropanos (46. Karazor), Anton, M. O. Kempf - Massimo (22. Coulibaly (64. Thommy)), Klement (85. Mack), Endo, Sosa - Förster, Didavi (64. Churlinov) - Kalajdzic

FC Augsburg: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Iago (83. Pedersen) - Moravek (68. D. Caligiuri), R. Khedira, M. Richter (76. Bénes) - Hahn (83. Gregoritsch), Niederlechner, Vargas (68. Jensen)

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin); Tore: 1:0 Förster (11.), 1:1 Niederlechner (59.), 2:1 Kalajdzic (74.) Beste Spieler: Bredlow, Klement / R. Khedira, Niederlechner.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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