VfB: Rückkehr ins Stadion kostet 18,93 Euro

Fußball  8000 Zuschauer dürfen zum Spiel des VfB gegen Freiburg in die Stuttgarter Arena. Dauerkarteninhaber haben ein Vorkaufsrecht, Kontingente gibt es für Fanclubs - nicht jeder wird sich gerecht behandelt fühlen.

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VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo sieht sein Team gut vorbereitet auf den Liga-Start. "Wir glauben an unsere Stärken."

Foto: dpa

Pellegrino Matarazzo schaut ernst. Aber das ist der speziellen Gesprächssituation geschuldet, liegt nicht an übermäßigen Sorgen des VfB-Trainers vor dem Bundesliga-Start mit seiner Aufsteigertruppe. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es gegen den Landesrivalen SC Freiburg um die ersten drei Punkte.

Die coronabedingten Video-Pressekonferenzen sind zwar längst Standard geworden, aber man muss sich sehr auf die Worte der Anderen konzentrieren, um alles richtig zu verstehen. Also schaut Matarazzo zuweilen mit ernster Miene in die Kamera, obwohl er in seinen Ausführungen die Botschaft "enormer Vorfreude" transportiert.

Der VfB will sich nach dem Aufstieg beweisen

Das gilt für den Trainer persönlich, denn dieses Spiel wird sein erstes als Erstliga-Cheftrainer sein. Das gilt aber auch für die Stuttgarter Mannschaft. "Auf der großen Bühne sich zu zeigen ist was Aufregendes, was Schönes." Die VfB-Profis sind nach dem sofortigen Wiederaufstieg heiß darauf, sich in der deutschen Eliteklasse zu beweisen. Sie fiebern dem schwäbisch-badischen Prestigeduell mit dem SC Freiburg entgegen. "Man spürt es in der Kabine und auf dem Trainingsplatz", berichtet Pellegrino Matarazzo.

Die Vorfreude ist gewiss nicht kleiner geworden, weil nun auch klar ist, dass erstmals seit dem Coronakrisen-Lockdown im März wieder Tausende von Zuschauern im Stadion dabei sein werden. Auf Basis der kurzfristigen politischen Entscheidungen hat der VfB beschlossen, die Mercedes-Benz-Arena gegen Freiburg für 8000 Fans zu öffnen.

"Ich freue mich auf jeden Zuschauer, der im Stadion sein kann", sagt der Trainer. Zuletzt beim DFB-Pokalspiel in Rostock durften die Stuttgarter nach langer Zwangspause mal wieder gegnerische Stimmungsmache im größeren Stil erleben, am Samstag wird es eine unterstützende Heimkulisse sein. Matarazzo findet das super, gerade im Hinblick auf sein insgesamt junges, ziemlich unerfahrenes Team: "Rückendeckung ist enorm wichtig." Allerdings dürfte die Zahl der zugelassenen Fans weit unter der Zahl der Interessenten an einer Stadionrückkehr liegen - da könnte es durchaus Ärger geben.

Das Rennen um Tickets startet an diesem Freitag

Thomas Hitzlsperger, der Vorstandsvorsitzende des VfB, weiß, dass die Art und Weise der Ticketvergabe ein "sehr, sehr diffiziles" Thema ist. "Wir appellieren an alle Fans, dass sie sich in unsere Position versetzen." Klar ist: Ganz fair wird sich nicht jeder Interessent behandelt fühlen.

Es gibt ein Vorkaufsrecht für die Dauerkarteninhaber der vergangenen Saison. Zudem werden Eintrittskarten an Businesskunden abgegeben. Für die offiziellen Fanclubs des VfB Stuttgart sind Karten-Kontingente vorgesehen. Das kurzfristige Rennen um Tickets startet an diesem Freitagvormittag "ausschließlich über den VfB-Onlineshop", wie der Stuttgarter Bundesliga-Aufsteiger bekanntgab. Es gilt das Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Diejenigen, die Karten für das Spiel gegen den SC Freiburg ergattern, müssen dafür nicht tief in die Tasche greifen. "Es gibt einen Einheitspreis", hat Thomas Hitzlsperger gesagt, "18 Euro 93".

Gegen Leverkusen plant der Verein mit 12000 Zuschauern

Das Gründungsjahr des VfB Stuttgart wird allerdings nur für diese eine Partie preisbildend sein. Für die weiteren Heimspiele, beginnende mit dem gegen Bayer Leverkusen am 3. Oktober, wird es andere Regelungen geben - auch die Zuschauerzahl betreffend. Vorstandschef Hitzlsperger verweist darauf, dass man mit den 8000 Fans zum Liga-Start "noch nicht die maximal zulässige Kapazität ausgeschöpft" habe, denn: "Sorgfalt geht hier ganz klar vor Geschwindigkeit." Oder anders ausgedrückt: "Oberste Prämisse ist, die Gesundheit der Menschen zu wahren."

Fürs Spiel gegen Leverkusen wird mit rund 12 000 Zuschauern geplant. Dafür hat die Stadt Stuttgart am Donnerstagmittag Grünes Licht gegeben. "Wir wissen, was es wert ist für viele Menschen, wieder ins Stadion gehen zu können", sagt Thomas Hitzlsperger.

Der VfB will Gas geben

Es geht um Lebensfreude. Auch und gerade in dieser unschönen Corona-Zeit. Diejenigen, die am Samstag in der Arena dabei sein werden, wollen allzu gerne einen VfB-Sieg bejubeln. Pellegrino Matarazzo verspricht: "Wir wollen auf jeden Fall Gas geben." Man gehe das Spiel "mit vollem Optimismus an".

Er lacht auch viel, der Trainer.

Die Vorfreude ist sichtbar, trotz der schwierigen Gesprächssituation in der Video-Konferenz. "Wir glauben an unsere Stärken."

Teamgeist stimmt

Der Trainer glaubt fest an den VfB-Klassenerhalt in der Bundesliga. "Weil ein guter Spirit herrscht bei uns im Team", wie Pellegrino Matarazzo sagt. "Das macht mich sehr optimistisch für die Saison." öha


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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