Verbandsliga-Topspiel als Pokalkracher

Fußball  Der FSV Hollenbach empfängt im Viertelfinale des Verbandspokals den TSV Essingen. Beide gehören zu den Aufstiegskandidaten in ihrer Liga.

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Ein echter Brüller: Die Hollenbacher Hannes Scherer (links) und Boris Nzuzi wollen auch im Pokalkracher gegen Essingen jubeln. Ein kleiner Wermutstropfen ist vorab der nötige Gang auf den ungeliebten Kunstrasen.

Foto: Mark Schmerbeck

Hollenbach und der Verbandspokal - vor dieser Saison war es nicht gerade eine Liebesbeziehung. Oft ereilte den FSV schon in der ersten Runde das Aus. Nicht in dieser Saison. Schon vor Wettbewerbsbeginn hatte Co-Trainer Stefan Roth prophezeit, dass es dieses Mal weit gehen wird. Und nun hat sich das Team bis ins Viertelfinale vorgekämpft. Die Partie findet am heutigen Mittwochabend (19 Uhr) gegen den TSV Essingen statt.

Ein kleiner Wermutstropfen. Weil es am Hauptplatz kein Flutlicht gibt, muss auf dem Kunstrasenplatz gespielt werden. "Das ist etwas schade", meint Innenverteidiger Arne Schülke. "Die Atmosphäre auf dem Hauptplatz ist einfach besser." Und sie wird demnächst noch besser sein, wenn die Tribüne auf der Gegengerade erst fertig ist. Die Betonstufen sind schon in den Grashügel eingelassen. Sie sollen bis zum Kunstrasenplatz reichen. Und eine Überdachung ist auch noch geplant. Doch noch ist es nicht so weit.

Hollenbach kann mit breiter Brust in das Duell mit dem starken Gegner gehen

"Mit den drei Siegen zuletzt im Rücken können wir das Pokalspiel als Schmankerl mitnehmen", sagt Trainer Martin Kleinschrodt. "Wir können mit breiter Brust in das Spiel gehen. Auch wenn Essingen ein starker Gegner ist. Das ist ein absolutes Topspiel. Wir freuen uns drauf und wollen weiterkommen." Und wenn es noch mehr Brisanz benötigt: Mit Hollenbach und Essingen stehen sich zwei Verbandsliga-Aufstiegskandidaten gegenüber. "Mit dem Kader sind die Essinger der klare Aufstiegsfavorit", sagt Kleinschrodt. "Die haben viel individuelle Klasse. Aber man muss auch eine Mannschaft sein."

Am Samstag löste der FSV den TSV als Tabellenführer ab. Die Essinger verloren mit 0:3 gegen den SSV Ehingen-Süd. "Die kommen sicher mit Wut im Bauch und wollen eine Reaktion zeigen", meint FSV-Torhüter Philipp Hörner. "Das wird ein absolutes Topspiel auf unserem Kunstrasen. Das ist ein 50:50-Spiel. Aber ich denke, das Halbfinale ist unser Ziel."

In fünf Spielen ließ Hollenbach erst fünf Gegentreffer zu

Damit dies auch gelingt, wird es auch auf Hörner ankommen. Auf ihn war in dieser Saison aber Verlass. Wie auf die gesamte Defensive. Erst fünf Gegentreffer ließen die Hollenbacher in dieser Saison zu. "In sieben von elf Spielen haben wir zu Null gespielt", meint Innenverteidiger Arne Schülke. "Wir stehen einfach von vorne schon richtig gut und arbeiten viel. Und wir in der Defensive sind gerade auch selbstbewusst. Das merkt man im Zweikampfverhalten. Und wenn was durchkommt, haben wir Philipp hinter uns." Doch den Abwehrspielern kommt auch in der Offensive eine klare Rolle zu. Die Außenverteidiger stehen hoch, rücken weit mit auf und sind torgefährlich. So hat Matthias Hahn schon fünf Treffer erzielt - darunter auch Elfmetertore. Wie am Samstag, als er gegen den FC Wangen vom Punkt den 3:0-Endstand erzielte. Aber auch Abwehrchef Manuel Hofmann traf - per Kopf nach einer Ecke. Auch das eine Stärke der Hollenbacher: die Standards. Auch diese könnten am Mittwochabend entscheidend sein.

"Das Spiel ist völlig offen", meint Manager Karl-Heinz Sprügel. "Es stehen sich zwei Top-Mannschaften der Verbandsliga gegenüber. Vielleicht haben wir durch den Heimvorteil ein kleines Plus. Im Pokal ist alles möglich." Das zeigten die Hollenbacher mit dem Sieg im Achtelfinale gegen dem Oberligisten FV Ravensburg. Andererseits taten sie sich gegen den Landesligisten SV Kaisersbach schwer und schieden gegen den Landesligisten beinahe aus - kamen erst nach Verlängerung weiter.

Der FSV scheint seine kleine Schwächephase überwunden zu haben

Außerdem schlug der FSV die Landesligisten SV Leingarten (2:0) und TSV Obersontheim 3:0. Der Weg des TSV Essingen ins Viertelfinale führte über die Spfr Dorfmerkingen (Oberliga/2:0), TSG Backnang (Oberliga/2:0), den TV Echterdingen (2:0) und den TSV Weilimdorf (4:1).

Die Hollenbacher scheinen jedenfalls ihre kleine Schwächephase nun überwunden zu haben. Drei Mal blieben sie sieglos, bevor sie nun wieder drei Mal in Folge gewannen und die Tabellenführung übernahmen.

Weitere Spiele

Und wer steht sonst noch im Viertelfinale? Das Topspiel bestreiten Oberligist FSV 08 Bietigheim-Bissingen und Regionalligist SSV Ulm am 12. Oktober. Mit dem SSV Ehingen-Süd ist ein weiteres Verbandsliga-Topteam noch im Wettbewerb. Mit dem Oberligisten SGV Freiberg haben sie aber ein äußerst schweres Los erwischt. In der vierten Partie trifft der VfL Nagold auf den Gewinner der Partie TSV Berg gegen die SV Stuttgarter Kickers.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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