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Typische Nullnummer endet mit 0:1

Fußball-Oberligist Sport-Union Neckarsulm verliert gegen Pforzheim. Torhüter Marcel Susser hält bei seinem ungeplantem Comeback einen Elfmeter.

Alexander Bertok
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Typische Nullnummer endet mit 0:1
Phillip Seybold (rechts) und die Sport-Union taten sich in einem hektischen Kampfspiel ebenso schwer wie Pforzheim. Die spielerische Klasse fehlte, zudem waren aussichtsreiche Torchancen Mangelware. Fotos: Alexander Bertok

Wieder ein Tor, doch diesmal auf der falschen Seite - nach zwei 1:0-Siegen in Rielasingen und Dorfmerkingen hatte die Sport-Union Neckarsulm am Samstag im Heimspiel gegen den CfR Pforzheim mit 0:1 das Nachsehen und verharrt in der Oberliga-Tabelle auf Platz 14. Es war ein Spiel, das vor nur 90 Zuschauern wenig spielerische Klasse und kaum Höhepunkte bot. Den Lucky-Punsch setzte der Gast.

Kunstrasen nicht Oberliga-tauglich

"Es war ein typisches 0:0, von daher stört mich das Gegentor. Beide Mannschaften zeigten eine gute Kompaktheit, es gab viele Zweikämpfe. Aber auf diesem Platz ist es bei schnellem Spiel nicht einfach", haderte der Neckarsulmer Trainer mit einer unnötigen Niederlage auf einem harten Kunstrasenplatz, der sich aufgrund des Regens zudem als äußerst rutschig präsentierte. "Das ist ein Thema, dass mich begleitet, seit ich in Neckarsulm bin. Der Kunstrasen ist nicht Oberliga tauglich und im Stadion sind es die Platzverhältnisse im November auch nicht." SUN-Spieler Leon Rasic meinte zum künstlichen Grün: "Das ist angestrichener Beton."

Auch für CfR-Trainer Fatih Ceylan war es ein Duell, das keinen Sieger verdient hatte. "Wir haben schon besser gespielt. Es war sehr schwer für uns, man hat gesehen, kein Team wollte verlieren", sagte Ceylan. "Neckarsulm hat alles gegeben und in der ein oder anderen Situation hatten wir Glück, aber das eine Tor erzielten wir."

Rückkehr nach Hüft-Operation

Bereits in der 17. Minute musste Busch den ersten Wechsel vornehmen. Torhüter Lukas Mai wurde vom Pforzheimer Noah Lulic hart angegangen, verletzte sich am Kopf, blieb minutenlang benommen liegen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Für ihn kam Marcel Susser ins Spiel und feierte nach einer Hüft-Operation und langer Auszeit seine Saisonpremiere.

Zwei Halbchancen der Gäste und zwei, drei aussichtsreiche Offensivaktionen der Sport-Union, die kaum für Gefahr sorgten, mehr hatte die erste Hälfte nicht zu bieten. Nach der Pause wurde die hektische Partie ruppiger. Aus dem Spiel heraus wollte beiden Teams weiterhin wenig gelingen.

Bezeichnenderweise fiel das Tor des Tages durch einen Standard. Nach einem Freistoß in der 59. Minute war es der Pforzheimer Robin Münst, der den Ball über die Linie drückte. "Da pennen gleich drei, vier meiner Spieler, es war nicht nur ein Gegner frei. Diese Szene machte den Unterschied aus", kritisierte Busch.

In Minute 72 brachte der eingewechselte Marco Romano CfR-Spieler Denis Lativovic im Strafraum zu Fall. Den fälligen Elfmeter von Maurizio Macorig parierte Susser. Es war der letzte Höhepunkt an einem regnerischen und nicht nur witterungsbedingt trüben Nachmittag.

Ein Bier als Belohnung

"Der Umstand, der zu meinem Comeback führte, ist schade. Ich wünsche keinem Spieler eine Verletzung", sagte Susser. "Auf der anderen Seite bin ich froh, wieder spielen zu können." Die eigentliche Nummer eins stand zuvor in der Vorbereitung gegen Waldhof Mannheim letztmals im Neckarsulmer Tor und war erst unter der Woche wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen. "Ich habe einen Elfmeter gehalten, darauf kann ich ein Bier trinken. Aber letztlich steht als Ergebnis, dass wir verloren haben", zog Susser ein enttäuschendes Fazit.

Marcel Busch fügte abschließend an: "Pforzheim war minimal spielbestimmender, hatte aber aus dem Spiel heraus auch keine Torchance. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht mutig genug agiert, das war danach besser. Es interessiert mich schon, ob wir den Lucky-Punch hätten setzen können, wenn es länger 0:0 steht. Aber so entschied ein Standard das Spiel."

Sport-Union Neckarsulm: Mai (17. Susser), Klotz, Mägerle (66. Romano), Seybold, Gotovac, Bauer (63. Albert), S. Neupert, Müller, Gebert Botta, Pander (87. Bellanave).

Tor: 0:1 Münst (59.). Schiedsrichter: Nikolai Kimmeyer (Karlsruhe)

Hintergrund

Erinnerungen

Die Trainer Marcel Busch und Fatih Ceylan spielten in der Jugend bei den B-Junioren des VfR Heilbronn. "Ich habe schöne Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit", erzählt Busch aus alten Tagen. "In der B-Jugend gab es extreme Größenunterschiede. Ich war damals klein und Fatih war irgendwie mein großer Bruder auf dem Platz. Wenn ich dann mit meinen 1,40 Metern gegen einen gefühlt 1,90 großen Gegner gespielt habe, und wir sind aneinandergeraten, konnte ich immer Fatih als Bodyguard herbeirufen." tok

Typische Nullnummer endet mit 0:1
Marcel Busch (links) gratulierte seinem alten Kumpel Fatih Ceylan zum Sieg.
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