Türkspor ist aufgestiegen, um nicht abzusteigen

Fußball  Türkspor Neckarsulm startet mit viel Vorfreude und noch mehr Optimismus in die dritte Landesliga-Ära des Vereins.

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Türkspor-Spielertrainer Kushtrim Lushtaku (weißes T-Shirt) startet zuversichtlich in die Saison. Der Klassenerhalt steht für ihn außer Frage. Der Blick geht in den einstelligen Tabellenbereich.

Foto: Alexander Bertok

Zur richtigen Zeit auf dem besten Tabellenplatz. Türkspor Neckarsulm eroberte sich nach einer katastrophal verlaufenen ersten Phase der Saison 2019/2020 am 8. März dieses Jahres erstmals die Tabellenführung in der Bezirksliga Unterland. Es war der letzte absolvierte Spieltag, wenige Tage später sorgte die Coronavirus-Pandemie für die Aussetzung des weiteren Spielbetriebes. Zum 30. Juni wurde die Runde dann offiziell abgebrochen und Türkspor anhand der Quotienten-Regelung zum Meister und Aufsteiger in die Landesliga gekürt.

Dem türkischen Verein vom Pichterich ist die siebthöchste Spielklasse nicht fremd. Bereits in den Jahren 2000 bis 2005 war Türkspor überbezirklich am Start, stieg nach den Plätzen sechs, sieben und neun in der vierten Saison als Schlusslicht ab. 2007 bis 2009 folgten zwei weitere Landesliga-Spielzeiten, wobei das Team in der Runde 2007/2008 im Relegationsfinale gegen den Unterländer Bezirksliga-Zweiten SV Neckarsulm den Abstieg verhinderte.

Zuversicht und Vorfreude

Man sei aufgestiegen, um zu bleiben, und nicht, um das Schicksal so vieler Mannschaften aus dem Unterland zu teilen, gleich wieder absteigen zu müssen. Die Zuversicht und Vorfreude auf eine erfolgreiche Saison unter den Türkspor-Verantwortlichen ist daher groß.

Türkspor ist aufgestiegen, um nicht abzusteigen

Kreshnik Lushtaku wechselte aus Freiberg zur Türkspor.

Foto: Alexander Bertok

"Ziele nenne ich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine. Und ich bin gespannt, wie die ersten Spiele verlaufen werden", will sich Spielertrainer Kushtrim Lushtaku nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. "Wichtig ist, uns schnellst möglich in der Liga zu etablieren. Meine Mannschaft ist jetzt aber kein Kandidat auf einen Abstiegsplatz. Vorgabe des Vereins ist es, mittel- bis langfristig in der Tabelle vorne mitzuspielen. Dementsprechend werden wir auch von Beginn an Gas geben."

In allen Mannschaftsteilen kräftig aufgemotzt

Die Saison 2020/2021 soll genutzt werden, um in der Landesliga Fuß zu fassen. "Jetzt schauen wir mal, wie es in der Hinrunde läuft. Gegebenenfalls kommt in der Winterpause der eine oder andere Neuzugang noch dazu", sagt Lushtaku, dessen Team in der Sommerpause in allen Mannschaftsteilen kräftig aufgemotzt wurde. "Wir hatten schon in der vergangenen Saison einen überdurchschnittlich gut besetzten Kader, der jetzt zielgerichtet verstärkt wurde", sagt der Sportliche Leiter Bayram Gögmez. Die Türkspor-Macher setzen hierbei auch auf die deutsche Mentalität. "Der Kampfgeist bis zur 90. Minute, der fehlte uns ein wenig." Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden Joshua Baur, Leander Wallmann, Marvin Reitz und Jan Kast geholt.

"Wir haben uns darauf eingestellt, dass es keine einfache Saison wird, auch weil wir sehr viele neue Spieler haben, die sich in unsere Spielweise erst noch richtig integrieren müssen. Das dauert seine Zeit. Aber ich bin sehr zuversichtlich", sagt Lushtaku. "Ich habe eine technisch spielstarke Mannschaft, die in der Offensive Tempo machen kann." Ein starker Abwehrverbund, viel Kurzpassspiel, Zweikampfstärke, zum perfekten Zeitpunkt der finale Pass, um dann vor dem Tor zu explodieren, so stellt sich der Trainer die Spielweise seiner Mannschaft vor.

Noch nicht fit genug für eine Dreierkette

Das hat in den Testspielen nicht immer nach Wunsch funktioniert, vor allem in den ersten drei Wochen. "Wir haben in der Defensive auf Viererkette umgestellt, waren in der Vorbereitung noch nicht fit genug, um mit einer Dreierkette spielen zu können", hat Lushtaku viele wichtige Erkenntnisse gewonnen. "Wir haben es einmal probiert, und das ist mit der Niederlage gegen Croatia Bietigheim in die Hose gegangen."

Doch mit jeder Trainingseinheit, mit jedem Spiel, ging die Leistungskurve nach oben. Was möglich ist, bewies der Sieg gegen den badischen Verbandsligisten VfB Eppingen. Eine Partie, die zeigte: Türkspor kann eine Größe in der Landesliga werden - so wie 2001/2002, als in der Premierensaison am Ende Platz sechs stand.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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