TSG ist nicht zufrieden mit einem Punkt

Fußball  Hoffenheim muss sich bei Werder Bremen am Sonntagabend mit einem 1:1 begnügen. Baumann fällt wegen Magenproblemen aus.

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Ehemalige TSG-Teamkollegen im Zweikampf: Werders Offensivkraft Leonardo Bittencourt (am Boden) versucht hier, den Hoffenheimer Abwehrmann Stefan Posch per Tackling zu stoppen.

Foto: dpa

Dennis Geiger wusste natürlich sofort, wo und wann er zuletzt ein Tor für die TSG Hoffenheim geschossen hatte. Der Mann aus Sattelbach, dem kleinen Ortsteil von Mosbach, hatte Ort und Jahr parat. Fast drei Jahre ist es her - November 2017 in Köln -, dass der U 21-Nationalspieler für die TSG Hoffenheim ein Tor erzielte. Bis gestern Abend. Da sorgte Geiger mit seinem Tor zum 1:1 bei Werder Bremen bereits in der 22. Minute für den Endstand. Der eine Punkt war zu wenig für die Hoffenheimer. "Wir ärgern uns schon, denn wir waren in der zweiten Hälfte überlegen und hatten die klareren Chancen", sagte Hoffenheims Kapitän Kevin Vogt.

Vor dem 2:0 gegen Belgrad in der Europa League prophezeite TSG-Trainer Sebastian Hoeneß Christoph Baumgartner ein Tor. Und dieses Mal nun Dennis Geiger? "Nein", sagte der nach dem Spiel im Sky-Interview. "Das ist nicht so meine Aufgabe. Mich hat es aber gefreut, endlich mal wieder zu treffen."

Erstes Remis der Ägide Sebastian Hoeneß

Für die Kraichgauer wäre am Sonntagabend an der Weser mehr drin gewesen als das erste Unentschieden in der Ägide Hoeneß. Wenn denn die Offensivkräfte ein bisschen zielstrebiger, ein bisschen konsequenter vor dem Tor gearbeitet hätten. "Vor dem Tor hat die Klarheit gefehlt, aber auch die Klarheit beim Herausspielen der Torchancen, da hätten wir noch mehr kreieren können", sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel. Andrej Kramaric (Corona-Quarantäne) ist eben nicht zu ersetzen. "Wenn Andrej nicht dabei ist, dann fehlt er immer. Seine Präsenz ist für jeden Gegner unangenehm", sagte Kevin Vogt.

Am Anfang fehlte es allerdings der kompletten TSG-Elf an Präsenz und Aufmerksamkeit. Das nutzte Maximilian Eggestein nach fünf Minuten zum frühen 1:0 für Werder. Nach sehenswerter Vorarbeit von Theodor Gebre Selassie traf Eggestein per Flachschuss. "Genau das war der Plan", sagte der Torschütze: "Wir wollten schnell Druck machen." Dabei wollten die Kraichgauer doch nach den harten 90 Minuten vom Donnerstag unbedingt ein frühes Gegentor verhindern. "In der Situation haben wir ein bisschen gepennt", kritisierte Hoeneß seine Mannen. "Wir waren nicht diszipliniert genug in unseren Positionen", sagte Vogt.

Die Gäste kommen schlecht ins Spiel

Hoffenheim stellte nach dem frühen Rückstand im Zentrum vor der Abwehrkette um - und kam schnell zum 1:1. Ein abgefälschter Pass von Robert Skov landete bei Sebastian Rudy, der in der Mitte Dennis Geiger bediente. Sein satter Schuss landete unter der Latte. 1:1. "Wir sind ein bisschen enttäuscht über die erste Hälfte, weil wir schlecht ins Spiel gekommen sind", war Torschütze Geiger nicht glücklich mit dem einen Punkt. Munas Dabbur scheiterte kurz vor der Halbzeitpause an Werder-Torwart Jiri Pavlenka.

Worauf sich aber aus Sicht der Hoffenheimer aufbauen lässt: "auf der Einstellung der zweiten Hälfte", sagte Dennis Geiger. Da war Hoffenheim das bessere Team, hatte auch die eine oder andere Chance. Ein Schuss von Geiger (49. Minute) wurde im letzten Moment abgeblockt. Robert Skov traf in der 80. Minute mit einem Freistoß die Latte. Kein Team hat im Kalenderjahr 2020 häufiger Pfosten oder Latte getroffen als die Kraichgauer.

Neben Corona-Trio und Baumann fehlte auch Papa Grillitsch

"Wir waren eher am Drücker", haderte Sebastian Hoeneß hinterher. Nur das Siegtor wollte seiner Mannschaft nicht mehr gelingen. Drei Tage nach dem Sieg in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad fehlten neben dem Corona-Trio Kasim Adams, Andrej Kramaric und Pavel Kaderabek auch Florian Grillitsch, der in der Nacht auf Freitag Vater geworden ist und auf eigenen Wunsch bei seiner jungen Familien blieb.

Überraschend fehlte auch Stammtorwart Oliver Baumann, den Magenprobleme plagten. Für Baumann stand Philipp Pentke zwischen den Pfosten - der nach dem frühen Rückstand aber quasi beschäftigungslos war.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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