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TSG Hoffenheim: vorne effektiv, hinten stabil

Um an den Teams oben dranzubleiben, muss die TSG Hoffenheim auch auswärts so auftreten wie zuletzt in Heimspielen.

Florian Huber
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TSG Hoffenheim: vorne effektiv, hinten stabil
Ansetzen zum Jubelsprung: Andrej Kramaric nach seinem Tor zum 1:0 gegen Hertha BSC. Am Ende hieß es 2:0. Foto: dpa

Knapp anderthalb Jahre war überhaupt niemand da, der nach Siegen mit den Hoffenheimer Profis feiern durfte. Keine Fans, keine Siegesparty. Nach dem Hoffenheimer 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC entschwanden die TSG-Spieler erstmal in die Kabine. Es bedurfte schon der lautstarken Aufforderung der Fans in den Blöcken S1 und S2, dass auch draußen in der kalten Sinsheimer Oktobernacht gemeinsame Feier-Stimmung aufkam. Und nicht nur in der Hoffenheimer Kabine, wo der Partyhit "Saufen morgens, mittags, abends" unüberhörbar das Wochenende einleitete, so aber hoffentlich nicht in die Tat umgesetzt wurde.

Bei seiner Spiel-Analyse benutzte Sebastian Hoeneß am häufigsten Vokabeln, die "stabil" enthielten. "Ich sehe eine Stabilisierung", sagte der Hoffenheimer Trainer nach dem vierten Heimsieg nacheinander (in zwei Wettbewerben) mit 15:2-Toren. Auch die Wörter "stabil" und "Stabilität" fielen mehrmals. Das Problem: Auswärts ist Kontinuität bei Leistungen und Ergebnissen in negativer Form vorhanden, dort ist die TSG seit dem Saisonauftakt und dem 4:0 in Augsburg sieglos, weshalb der Saisonverlauf ein stetiges Auf und Ab ist.

Vor der Ligapause wollen die Hoffenheimer gegen Bochum "unbedingt nachlegen"

Mit 14 Punkten sind die Kraichgauer nun Neunter, der Anschluss zu den Europapokalrängen ist hergestellt. Um einen Top-Sechs-Platz zu belegen, braucht es mehr. "Unbedingt vor der Ligapause in Bochum nachlegen", gab Sebastian Hoeneß am späten Freitagabend als Devise aus.

Am nächsten Samstag (15.30 Uhr) geht es zum Aufsteiger, im Auswärtsspiel darauf dann zum nächsten Neuling, nach Fürth. Dazwischen gastiert noch RB Leipzig in Sinsheim. Drei Spiele also, welche die Hoffenheimer Richtung bis zur Winterpause vorgeben. Stürmer-Star Andrej Kramaric hatte nach seinem zweiten Saisontor, dem 1:0 gegen Hertha in der 19. Minute, eine klare Vorstellung, wo es hingehen soll. "Am Ende der Saison können wir hoffentlich wieder lachen, in Europa", sagte der Kroate. Etwas Spielglück und Effektivität vorm Tor sorgten am Freitagabend für den 2:0-Sieg, Sebastian Rudy (36.) war noch erfolgreich.

In vier von zehn Spielen in der Liga ist die TSG ohne Gegentreffer geblieben

Apropos Stabilität: In vier von zehn Ligaspielen sind die Kraichgauer ohne Gegentreffer geblieben. "Das ist enorm wichtig", sagt Sebastian Hoeneß. In der Vorsaison gelang das in der Bundesliga erst im 16. Versuch.

Dabei verrichtetet momentan erstaunlich viel fachfremdes Personal auf eigentlich ungewohntem Terrain seinen Job. Dem großen Überangebot auf der Sechserposition im defensiven Mittelfeld (fünf Spieler für zwei Positionen) begegnet Hoeneß kreativ. Sebastian Rudy war gegen Berlin in offensiverer Rolle gefragt. Florian Grillitsch (wollte ja eigentlich zum AC Mailand) ist seit Wochen als Innenverteidiger und Abwehrboss gesetzt. Dennis Geiger und Angelo Stiller, der eine Prellung am Schienbein und Fuß beim heftigen Boyata-Foul in 74. Minute erlitt, sorgten auf der Sechserposition für Hoffenheimer Mittelfeld-Dominanz.

Robert Skov macht bei seinem Startelfdebüt ein richtig starkes Spiel

Beide Außenverteidiger am Freitagabend sind eigentlich keine: Innenverteidiger Kevin Akpoguma ersetzt den verletzten Pavel Kaderabek als Rechtsverteidiger, der rechte, offensive Mittelfeldspieler Robert Skov steuerte als Linksverteidiger die beiden Hoffenheimer Torvorlagen bei.

Und machte bei seinem Startelfdebüt ein richtig starkes Spiel. "Er hat sein Herz in die Hand genommen", sagte Hoeneß über den Dänen: "Er war ein klarer Faktor, dass wir so ein Spiel gemacht haben." Nationalspieler David Raum dürfte nach seiner Kapselreizung in Bochum allerdings wieder dabei sein.

Deheim gegen den SC Freiburg

Im Achtelfinale des DFB-Pokals kommt es zum badischen Duell zwischen der TSG Hoffenheim und dem SC Freiburg. Die beiden Bundesligisten treffen am 18. oder 19. Januar 2022 aufeinander. "Sportlich ist das ohne Frage eine herausfordernde Aufgabe gegen die Mannschaft der Stunde, aber unser Ziel ist klar: Wir wollen in die nächste Runde einziehen", sagte TSG-Sportdirektor Alexander Rosen.

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