TSG Hoffenheim vor Leipzig-Spiel zwischen Frage- und Ausrufezeichen

Der TSG Hoffenheim droht im Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag der Ausfall von gleich mehreren Leistungsträgern. Auch Nationalspieler David Raum ist angeschlagen von der DFB-Elf zurückgekehrt.

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Ausfall nach Zusammenprall? TSG-Stürmer Andrej Kramaric.

Foto: dpa

Für eine Pressekonferenz ging es am Donnerstag bei der TSG Hoffenheim erstaunlich häufig um Satzzeichen. In Sachen Personal dominieren derzeit die Fragezeichen. Trainer Sebastian Hoeneß unterteilt diese vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Ein ganz großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Andrej Kramaric. Der Stürmer qualifizierte sich mit Kroatien für die WM, kollidierte aber im entscheidenden Duell mit einem russischen Gegenspieler. "Er war da wahrscheinlich kurzzeitig bewusstlos und hat ein Hämatom", sagte der TSG-Trainer über die Kopfverletzung.

Benjamin Hübner fiel nach Kopftreffer lange aus

Kramaric war beim Neurologen, es sei nix Dramatisches. Das bei Kopfverletzungen vorgeschriebene Protokoll wird bei der TSG abgearbeitet und ernst genommen. Nicht zuletzt, weil Benjamin Hübner vor drei Jahren nach einem Kopftreffer monatelang ausfiel, nicht einmal TV schauen oder das Handy benutzen konnte. "Wir müssen unserer Pflicht nachkommen, Spieler nur einzusetzen, wenn sie gesund sind", sagte Hoeneß. Es wird eine kurzfristige Entscheidung in Sachen Kramaric-Einsatz geben.

Es fehlt an Ersatz für David Raum

Von einem kleineren Fragezeichen sprach Hoeneß in Bezug auf David Raum, der mit einer Fußblessur vom DFB-Team zurückkehrte. Da die Linksverteidiger-Optionen Robert Skov (Oberschenkel) und Marco John (Schulter) nicht spielfähig sind, wäre ein Raum-Einsatz nicht ganz unwichtig. Auch Ex-Nationalspieler Sebastian Rudy (muskuläre Probleme) und Christoph Baumgartner fallen aus. Beim Österreicher ist eine alte Muskel-Verletzung wieder aufgebrochen. Es droht der Ausfall von gleich vier Stammspielern. "Dieses Mal hat es uns erwischt, richtig erwischt", klagte Hoeneß mit Blick auf die Länderspiele und die Bundesligapause.

Hoeneß will Zugriff auf die interessanten Positionen

Sechs Spiele sind es noch bis zur dann kurzen Weihnachtspause. "Die sechs Spiele, die müssen Punkte bringen. Am besten fangen wir gegen Leipzig mit dem Punkten an, das wäre ein schönes Ausrufezeichen", sagte der 39-Jährige vor dem Duell mit seinem Ex-Club. Ob man Achter oder Neunter ist am Ende der Hinrunde, sei nicht entscheidend. "Wir wollen eine Position, in der wir Zugriff haben auf die interessanten Positionen", sagte Hoeneß.

In den Heimspielen setzte die TSG zuletzt einige Ausrufezeichen. Auswärts hingegen kam die TSG allzu häufig wie Sätze in Kurznachrichten daher: am Ende ohne Punkt. Das sorgt wiederum für große Fragezeichen: Wie gut ist die TSG wirklich? Der "Kicker" sieht den Kraichgau-Club am Scheideweg. "Das sehe ich nicht so. Das ist mir zu dramatisch", sagte Hoeneß. Klar ist aber auch ihm: "Wir haben einfach schwankende Ergebnisse." Um sich oben festzusetzen, darf man eben nicht in Stuttgart, Bielefeld und Bochum von neun möglichen nur einen Zähler holen.

Ein Manko der TSG: Zweikampfverhalten

Ein Ansatzpunkt: "Was die Zweikampfwerte angeht, da sind wir nicht gut. Das ist ein Stück weit eine Charakteristik unserer Mannschaft, eher über den spielerischen Ansatz zu kommen", sagte Hoeneß. Da trifft es sich gut, dass dieser auch am Samstag gegen RB Leipzig gefragt sein wird. "Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir Gegner über schnelle Konter ärgern können", sagte Hoeneß.

Zuschauersituation
13.000 Zuschauer werden in der Sinsheimer Arena erwartet, es gilt die 2G-Regel. Aufgrund der aktuellen Lage gibt es auch eine Maskenpflicht am Platz.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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