TSG Hoffenheim: Ein Bekenntnis ist da, andere fehlen noch

Fußball  Manager Alexander Rosen stellt klar: Sebastian Hoeneß ist auch 2021/22 Hoffenheimer Trainer. Die große Frage lautet: Was machen seine Topspieler Kramaric und Grillitsch im Sommer?

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Sebastian Hoeneß freut sich darauf, auch künftig bei der TSG 1899"mit einer leistungsbereiten, lernwilligen Mannschaft zu arbeiten".

Fotos: dpa

Es ist tatsächlich die einmalige Chance für den FC Schalke 04, in dieser Katastrophen-Saison zwei Mal gegen ein und denselben Gegner zu gewinnen. Dieser Gegner heißt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Sinsheimer Arena TSG 1899 Hoffenheim. 0:4 verloren die Hoffenheimer das Hinspiel. Den bei einer Heimniederlage möglichen Eintrag ins Saison-Rekordbuch gilt es tunlichst zu vermeiden. Revanchegelüste? Motivationsschub? Nix von alledem.

Eine zweite TSG-Pleite gegen den abgeschlagenen Absteiger Schalke 04 wäre für Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß allenfalls "eine Randnotiz", wie er es ausdrückt: "Das spielt keine Rolle." Das 0:4 gegen damals rekordverdächtig sieglose Schalker war einer, wenn nicht der Tiefpunkt dieser Bundesliga-Saison des Kraichgauclubs. Thematisieren will der Trainer anderes. "Wir denken lieber in positiven Szenarien, weil wir zuletzt vier Mal in Serie nicht verloren haben und die Chance haben, diese Serie auszubauen." Schalke ist bereits abgestiegen, auswärts die ganze Saison noch ohne Erfolgserlebnis. "Druck hat man immer, das ist auch gegen Schalke so", sagt Sebastian Hoeneß, dessen Team mit einem Heimsieg letzte noch rechnerische Zweifel am Klassenerhalt zerstreuen kann.

Die Gedanken gehen schon in Richtung nächste Saison

TSG Hoffenheim: Ein Bekenntnis ist da, andere fehlen noch

Nach einer Berg- und Talfahrt in dieser Saison hat Alexander Rosen als Hoffenheims Direktor Profifußball seinem Trainer das Vertrauen ausgesprochen.

An das 0:4 im Hinspiel verschwende er "nicht viele Gedanken", sagt Hoeneß. Mehr Gedanken gehen da schon in Richtung neue Saison. Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen hat dem TSG-Trainer in der "Rhein-Neckar-Zeitung" eine Arbeitsplatzgarantie gegeben, die über den 1. Juli 2021 hinaus in die neue Saison reicht. "Er ist durch die vielen Krisen, die es zu managen galt, stabil durchgegangen, kommuniziert super mit den Jungs, hat eine Idee, die man gerade zuletzt gegen Gladbach und Freiburg gesehen hat", sagt Rosen.

Hoeneß freut sich, auch künftig "mit einer leistungsbereiten, lernwilligen Mannschaft zu arbeiten". Ob zu der dann auch Top-Torschütze Andrej Kramaric und Mittelfeld-Stratege Florian Grillitsch gehören, deren Verträge 2022 auslaufen? Der kroatische Vize-Weltmeister von 2018 betonte zuletzt, dass er sich bei der TSG wohlfühle, aber sich natürlich auch Gedanken über seine Zukunft mache. "Das ist legitim, er wird nicht mehr so viele Verträge in seiner Karriere unterschreiben", sagt Trainer Sebastian Hoeneß - Kramaric wird nächsten Monat 30 Jahre alt: "Ich erlebe ihn ehrgeizig wie immer. Alles weitere muss man sehen, da spiele ich den Ball Alexander Rosen zu."

Der nimmt ihn auf, verweist dabei sogleich darauf, dass es aktuell kein Angebot für die beiden Leistungsträger gibt. Was wiederum mit der aktuellen Pandemie zu tun hat, die den internationalen Transfermarkt durchaus lähmt - und erst nach der Europameisterschaft an Dynamik gewinnen dürfte.

Wenn ein Club viel Geld bietet, dann sind Kramaric und Grillitsch im Sommer weg

Dass die Türe für Kramaric und Grillitsch im Sommer offen steht, weil nur noch dann eine Ablöse zu erzielen ist, scheint klar: "Zu beiden genannten Spielern besteht ein großes Vertrauensverhältnis. Das heißt: Wenn solch ein Verein kommt, der den Spieler reizt, dann werden wir uns zusammensetzen", sagt Alexander Rosen.

Diese Sätze dürften auch für andere Akteure gelten. Ohne Europa League bedarf es künftig eines kleineren Kaders, "eines geschickt verschlankten", wie es Alexander Rosen ausdrückt.

Mit Brettspielen ins Quarantäne-Trainingslager

Vor der Zukunft steht allerdings die Gegenwart mit den drei Spielen gegen Schalke, Bielefeld und Hertha BSC. Nächste Woche geht es ins Quarantäne-Trainingslager ins Hotel Sinsheim, gegenüber der Arena. Das Trainerteam hat bereits über bestimmte Brettspiele gesprochen, wie Hoeneß augenzwinkernd verriet. "Natürlich werden wir da zehn Tage nonstop aufeinander sitzen. Da muss man sich schon Gedanken machen, wie man die Zeit so angenehm und kreativ wie möglich miteinander verbringt", sagt er über das von der Deutschen Fußball Liga vorgeschriebene Trainingslager. Hoeneß und Co. haben schließlich schon ganz anderes gemeistert in dieser Saison. Inklusive einer freiwilligen Quarantäne im November. Sebastian Hoeneß sagt: "Wir werden das gut über die Bühne bringen." Was auch sportlich gelten sollte.

 

Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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