TGV-Frauen wollen den Ausstieg aus dem Fahrstuhl schaffen

Fußball  Der Verbandsligist aus Dürrenzimmern sieht sich nach einem schwachem Start auf dem Weg Richtung Klassenerhalt. Rückkehrerin Victoria Mahmoud gibt der jungen Mannschaft Halt.

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Beim Heim-0:3 am Sonntag gegen den SV Jungingen half auch die kämpferische Einstellung von Hanna Lang (Nr. 13, vorn) nicht zum Punktgewinn.

Foto: Sebastian Kohler

Rauf und runter ging es für die Frauen des TGV Dürrenzimmern in den vergangenen fünf Spieljahren. Seit dem ersten Aufstieg in die Verbandsliga 2016 sind Ligenwechsel die Konstante bei den Zabergäuerinnen. Zu stark für die Landesliga, zu schwach für die Verbandsliga, könnte angesichts des aktuellen Tabellenplatzes das Urteil lauten. Denn wieder einmal steht Dürrenzimmern nach dem Aufstieg auf einem Abstiegsplatz in der jungen Saison. Zu jung, findet Tobias Hehl allerdings, um den Teufel an die Wand zu malen. Der Abteilungsleiter sieht nach einem schwachen Start mit zwei Auftaktniederlagen einen deutlichen Aufwärtstrend.

Nachdem sich das Team in den ersten beiden Partien mit jeweils fünf Gegentreffern abwatschen ließ, folgten zwei kämpferisch engagierte Auftritte mit nur einem Gegentreffer. "Mit vier Punkten stehen wir nicht so schlecht da wie es der Tabellenplatz vermittelt." Gleich sieben Mannschaften weisen nach fünf Spielen nämlich vier Punkte auf - auch wenn unter Neu-Coach Andreas Pflieger für die TGV-Frauen der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen wäre.

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Als Zwei-Klassen-Gesellschaft betitelt Hehl die diesjährige Verbandsliga. Auf Punkte spekuliert Dürrenzimmern daher in Duellen mit Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Mut macht aber auch der Heimsieg gegen den SV Eutingen, der trotz Stotterstart in den letzten beiden Jahren im oberen Tabellendrittel beheimatet war.

Pflieger übernahm vom Männerteam des GSV Eibensbach kommend die Verantwortung von Victoria Mahmoud, die mittlerweile Stützpunkttrainerin beim DFB ist. "Vom System spielen wir ähnlich wie unter Vicky", sagt Hehl, "der Übergang zwischen Männer- und Frauen-Teams scheint Andreas nicht schwer zu fallen." Fachlich wie menschlich, so sein Eindruck, fügt sich der neue Übungsleiter gut ein.

Tobias Hehl: Mit lauter 18-Jährigen ist wenig zu holen

Verkraften muss die junge Mannschaft aber den Abgang von drei Routiniers. Mit Elisabeth Boadi, Jessica Klein und Barbara Schick zogen sich drei Stützen zurück. "Mit lauter 18-Jährigen ist in dieser Klasse wenig zu holen", sagt Abteilungsleiter Tobias Hehl. Wichtig ist daher, dass nach dem misslungenen Saisonbeginn Ex-Trainerin Mahmoud die kreative und organisatorische Lücke im Zentrum geschlossen hat. "Mit ihr sind wir deutlich griffiger, Vicky kann das Spiel in die Hand nehmen", schätzt sich Hehl glücklich." Sie hat wohl gemerkt, dass sie ohne aktiven Fußball nicht kann." Verantwortung trägt sie jetzt nur noch auf dem Platz. "Sie ist eine reine Spielerin, auch wenn sie für Rücksprachen mit dem Trainer offen ist."

Dass die Truppe das Zeug hat, sich zu behaupten, daran glaubt Tobias Hehl fest. "Aller guten Dinge sind drei: Den Nimbus als Fahrstuhlmannschaft wollen wir dieses Jahr ad acta legen." Noch aber mangelt es an Konstanz und Durchsetzungsfähigkeit. Solide Auftritte gegen Top-Teams wechseln sich mit unkonzentrierten Phasen gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt ab.

60 Minuten gefällig, 30 Minuten fehlerhaft - 0:3

So spielten die Dürrenzimmernerinnen am Sonntag gegen den SV Jungingen eine Stunde lang gefällig, ehe individuelle Fehler zu drei Gegentoren in den letzten 30 Minuten führten. "Mit Gegnern auf Augenhöhe tun wir uns schwer", findet Hehl, "größere Kaliber kommen uns eher gelegen."

Neben dem jugendlichen Leichtsinn schmerzt auch die mangelnde Kaderbreite. "In der Verbandsliga", beobachtet Hehl, "gibt es kaum qualitativen Abfall innerhalb der Mannschaften. Wir sind auf dem hohen Niveau nicht ganz so üppig besetzt." Dennoch sei man auf dem richtigen Weg. "Die Stimmung ist top, und wir sind bisher im Soll. Deshalb sind wir zuversichtlich."


Kohler

Sebastian Kohler

Volontär

Sebastian Kohler arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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