SV Leingarten geht mit Zuversicht in die Landesliga-Saison

Fußball  Nach Saisonabbruch ohne Absteiger will der SV Leingarten 2020/21 die Klasse sportlich halten. Spieler und Verantwortlichen freuen sich auf die zweite Landesliga-Spielrunde in Folge.

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Für Trainer Yannick Titzmann (links) und den SV Leingarten geht es in der Landesliga einmal mehr ums Überleben. Der Klassenerhalt ist das Ziel, wird aber nur schwer zu realisieren sein.

Foto: Alexander Bertok

Es ist spekulativ, darüber zu diskutieren, ob der SV Leingarten den Klassenerhalt in der Landesliga realisiert hätte, wäre die Saison regulär zu Ende gespielt worden. Die Chancen dazu, sie wären vorhanden gewesen. Letztlich verabschiedete sich die Mannschaft am 8. März als Vorletzter in die lange Corona-Sommerpause. Absteiger wurden nach dem endgültigen Abbruch der Saison keine ausgewiesen.

Und so freuen sich die Spieler und Verantwortlichen auf die zweite Landesliga-Spielrunde in Folge. 2014/15 und 2017/18 war der Verein ja jeweils nach einem einjährigen Gastspiel wieder auf die Bezirksebene abgestiegen. Nun macht man sich beim SV Leingarten Hoffnung, in der anstehenden Saison den Klassenerhalt auf sportlichem Weg zu schaffen.

"Es sollte möglich sein, nicht abzusteigen" 

"Es sollte möglich sein, nicht abzusteigen", bestätigt Abteilungsleiter Manfred Geier die These seines Trainers Yannick Titzmann, dass "die Landesliga durch das Fehlen von Absteigern aus der Verbandsliga nicht stärker besetzt ist als zuletzt".

Für Titzmann heißt das jedoch nicht, "der Klassenerhalt ist leichter zu schaffen", sondern "es gibt mehr Teams in der Liga mit ähnlichem Niveau auch mehr Spiele auf Augenhöhe". Es hat vier Aufsteiger aus den Bezirksligen gegeben, was dafür sorgt, dass die Staffel auf 19 Vereine angewachsen ist. Somit gibt es einen verschärften Abstieg mit bis zu sechs Direktabsteigern und einem Siebtletzten, der in die Relegation muss.

Mega-Saison mit 36 Partien und 38 Spieltagen

Steigt aber ein Verein aus der Verbandsliga ab, der geografisch der Landesliga Staffel 1 zugeordnet ist, erhöht sich die Anzahl der Direktabsteiger um eine weitere Mannschaft. "Um sicher zu sein, müsste es am Ende schon Platz elf sein. Diesen zu schaffen, wird schwer genug", sagt Geier und weiß: ohne das Abrufen des maximalen Leistungspotenzials an jedem Wochenende, ist das nicht möglich. In einer Mega-Saison mit 36 Partien pro Team und insgesamt 38 Spieltagen ist Konstanz gefordert, doch gerade an der mangelte es dem SV Leingarten in seinen zurückliegenden Landesliga-Spielzeiten. Und das vor allem auf fremden Plätzen.

"Die Vorbereitung verlief sehr durchwachsen, aber ich denke, das ist bei anderen Vereinen genauso", sagt Titzmann. "Deshalb bin ich nicht ganz so zufrieden, denke aber, es ist soweit in Ordnung." Die Verantwortlichen sind sich bewusst: irgendwann in dieser Saison fällt die Mannschaft in ein Leistungsloch. "In dieser langen Runde kommt auf jeden Fall ein Loch, das wird bei jeder Mannschaft so sein", hofft Titzmann aber, dass dieses bei seinem Team nicht so tief ausfällt. "Wann es kommt, weiß ich nicht. Wir müssen dann aber versuchen, es bestmöglich abzufangen."

Für Titzmann bedeutet eine gute Abwehr alles 

"Ich habe kein festes System, schaue aber darauf, wie der jeweilige Gegner spielt. Dahingehend gilt es unsere Spielweise anzupassen. Wir konzentrieren uns auf das, was wir können und das ist das solide Verteidigen", verfolgt Titzmann mit einer Abwehr-Viererkette das notwendige Ziel, hinten noch sicherer zu stehen. "Anders kann man in der Landesliga nicht überleben. Wir kassierten in der zurückliegenden Saison im Schnitt fast drei Gegentore pro Spiel. Können wir das auf eins reduzieren, müssen wir auch vorne nicht so viele Treffer erzielen."

Im Sturm, da drückt der Schuh. Zu wenige Tore, zu viele vergebene Chancen. "Was uns fehlt, ist ein Knipser. Aber es wird daran gearbeitet, dass die Jungs, die da sind, auch Tore schießen können", sagt Titzmann. "Wichtig ist ein guter Saisonstart. Lässt man am Anfang zu viele Federn, rennt man die komplette Hinrunde den verlorenen Punkten hinterher." Für das Sturmzentrum hat Titzmann die Wahl zwischen den Neuzugängen Chris Wacker und Ewald Ziegler. "Beide haben sich sehr gut präsentiert in der Vorbereitung", hebt der Trainer hervor.

Geier erwartet eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

"Ich erwarte eine Zwei-Klassen-Gesellschaft", sagt Manfred Geier. "Fünf oder sechs Vereine spielen um die vorderen Plätze, für den Rest geht es um den Nichtabstieg." Auch Yannick Titzmann geht davon aus, dass die Liga in der unteren Tabellenhälfte noch ausgeglichener besetzt sein wird, wie dies schon in der vergangenen Runde der Fall war. "Was wir ändern müssen, ist unsere hohe Anzahl an Unentschieden." Sieben waren es in der vergangenen Saison. "Eine Niederlage mehr, dafür zwei Unentschieden in Siege umwandeln, dann hätten wir schon viel gewonnen."

 

Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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