Strothmann muss in Sindringen/Ernsbach gehen

Fußball  Trainerwechsel beim Landesligisten SG Sindringen/Ernsbach: Pascal Spiller und Thilo Baier übernehmen vorerst und treten die Nachfolge von Tobias Strothmann an. Der entlassene Trainer ist über den Scshritt des Vereins weder enttäuscht noch sauer.

Email

Thilo Baier ist ein Teil des Trainer-Duos, das vorerst mal bis zur Winterpause beim Landesligisten SG Sindringen/Ernsbach die Verantwortung übernimmt.

Kein Nachtreten. Kein böses Blut. Die Trennung zwischen dem Landesligisten und Trainer Tobias Strothmann lief ruhig und sauber ab. "Am Montag wurde mir gesagt, dass ich nicht mehr länger Trainer bin", sagt Strothmann. "So ist das Business. Mit so einer Situation setzt man sich vorher schon auseinander. Ich habe letztes Jahr als Gefallen für meinen Heimatverein den Job angenommen. Von daher bin ich weder enttäuscht noch sauer darüber, dass es jetzt so gelaufen ist."

Am Donnerstagabend wurde dann aber erst das abschließende Gespräch zwischen Verein und Trainer geführt. "Begründet wurde es mit der sportlichen Situation. Der Verein will nochmal etwas probieren", sagt Strothmann. "Es ist für mich in Ordnung, wenn es der Mannschaft hilft. Auch wenn ich mir persönlich nichts vorzuwerfen habe. Was will man machen, wenn nur der halbe Kader zur Verfügung steht? Und der Einsatz der Mannschaft hat ja gestimmt. Blöder konnte die Saison ja kaum laufen."

Das neue Duo wird voraussichtlich bis zur Winterpause in der Verantwortung stehen

Diese Woche leiteten nun der bisherige Co-Trainer Pascal Spiller sowie Abteilungsleiter, Kapitän und Trainer der Verbandsliga-Frauen des TSV Neuenstein, Thilo Baier, das Training. Voraussichtlich wird das Duo auch bis zur Winterpause in der Verantwortung stehen.

Das erste Pflichtspiel unter dem neuen Trainerduo bestreitet der Landesliga-Vorletzte am Samstag um 14.30 Uhr beim SV Salamander Kornwestheim. "Wir wollten es einfach nochmal versuchen. Es sind viele Dinge zusammengekommen, so dass es auch Frust auf beiden Seiten gab", sagt Baier. "Es hat sich gezeigt, dass wir einen neuen Impuls, neues Feuer brauchen. Deshalb kam es vereinsseitig zu dem Schluss. Kurzfristig hätte es jetzt keinen Sinn gemacht, von extern jemanden reinzuwerfen. Unsere Struktur ist ja für einen externen Trainer schwer."

Nie stand Strothmann die beste Elf zur Verfügung

Am Ende ist Strothmann auch an der schwierigen Personalsituation gescheitert. Nie stand ihm die beste Elf zur Verfügung. Vor allem Stürmer fehlten verletzt. "Es ist einiges zusammengekommen", sagt Baier. Aber nach nur fünf Punkten in bisher 14 Spielen wollten die Verantwortlichen eben noch mal etwas probieren. Wohl wissend, dass eine Aufholjagd schwer wird. Auf zwölf Zähler ist der Rückstand auf den Relegationsplatz schon angewachsen.

"Vor der Winterpause haben wir jetzt noch fünf Gegner, die wir schlagen können, plus Türkspor Neckarsulm", sagt Baier. "Aber wenn man auf die Verbandsliga schaut, kann es ja noch weitere Absteiger geben." Gleich vier Teams, die in die Landesliga 1 absteigen würden, stehen dort auf einem Abstiegsplatz. Insgeheim setzt sich der Verein sicher auch schon mit dem Gang in die Bezirksliga auseinander.

Die SG will jetzt die Köpfe frei bekommen und befreit Fußball spielen

Strothmann muss in Sindringen/Ernsbach gehen

Viele Ausfälle, aber auch eine Flut von vergebenen Chancen sorgten für eine Niederlagen-Serie, die Trainer Tobias Strothmann den Job kostete.

Fotos: Marc Schmerbeck

Noch besteht aber die Chance, dass es nicht so weit kommt. Kornwestheim verlor vergangenen Samstag mit 1:2 in Pfedelbach und gehört zu den Teams, die die SGSE hinter sich lassen muss, wenn sie die Klasse halten will. 16 Punkte haben die Gastgeber bisher in dieser Saison geholt. "Wir probieren nun, die Mannschaft bestmöglich auf Kornwestheim vorzubereiten", sagt Baier. "Auch wenn wir auf Kunstrasen spielen, was wir nicht gewohnt sind. Es geht jetzt in erster Linie darum, den Kopf frei zu bekommen, damit wir wieder befreit Fußball spielen können."

Allerdings geht es Spiller und Baier wie Tobias Strothmann. Sie wissen noch nicht, wer ihnen am Sonntag zur Verfügung steht. Einige Spieler kränkelten unter der Woche, der verletzte Lukas Endreß hatte einen Arzttermin, Edgart Sehfert verabschiedete sich in den Urlaub. Dafür ist Jonas Max nach seiner Gelb/Rot-Sperre ebenso wieder dabei wie Jonas Nöthe nach seiner langen Verletzungszeit. "Viel mehr gibt es im Moment nicht zu sagen", meint Baier. "Worte schießen keine Tore. Wir müssen spielen, wir müssen gewinnen."

 

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Kommentar hinzufügen