Souveräner Hollenbacher Sieg trotz Chancenwucher

Fußball  Verbandsligist FSV Hollenbach verteidigt durch 4:0 gegen Friedrichshafen die Tabellenführung, der Trainer gibt dennoch den Mahner.

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Zwischen Doppeltorschütze Hannes Scherer (links) und Michael Kleinschrodt passt es immer besser. Die Hollenbacher waren beim 4:0-Sieg für den VfB Friedrichshafen kaum unter Kontrolle zu bekommen.

Foto: Marc Schmerbeck

Trainer treten nur allzu gerne als Mahner und Bremser auf. Nur die Euphorie nicht zu groß werden lassen. Einfach sehen, dass die eigenen Spieler auf dem Boden bleiben. "Es ist okay so", sagte Martin Kleinschrodt zu dem deutlichen 4:0-Heimerfolg gegen den VfB Friedrichshafen am Samstag. "Sonst drehen sie wieder durch." Seine Mannschaft hätte deutlich höher gegen das neue Verbandsliga-Schlusslicht gewinnen können. Doch die Hollenbacher betrieben großen Chancenwucher. Das konnten sie sich an diesem Tag aber auch leisten.

 

"Wir hätten früher das 3:0 machen müssen, damit das Spiel durch ist", meinte FSV-Neuzugang Florian Ruck, der noch nicht im Kader stand, jedoch mitten drin auf der Hollenbacher Bank saß. Aber insgesamt war es ein souveräner, dominanter Auftritt. Ein ungefährdeter Sieg. "Hollenbach hat ein Riesenspiel gemacht", meinte Friedrichshafens Trainer Giovanni Rizzo. "Nach vorne waren sie überragend. Ich muss unserem Torwart ein Kompliment machen. Er hat uns im Spiel gehalten." Heiko Holzbaur war sicher der beste VfB-Spieler. "Mit dem 4:0 waren wir noch gut bedient", sagte Rizzo.

In den Anfangsminuten etwas zurückgezogen

Dabei hatten die Gäste im Vorfeld viel dafür getan, damit ein besseres Ergebnis beim Tabellenführer möglich ist. Die Friedrichshafener hatten sich schon am Freitag aus dem Süden Württembergs bis weit in den Norden auf die Reise begeben. Doch die Landpartie vom Bodensee nach Hohenlohe blieb eben erfolglos. Die Gastgeber verteilten keine Geschenke. Friedrichshafen hatte im gesamten Spiel zwei gute Möglichkeiten. Hollenbach unzählige. Dabei zogen sie sich in den Anfangminuten etwas zurück, überließen den Gästen das Feld. "Das war so beabsichtig", meinte Kleinschrodt.

 

Doch schnell übernahm sein Team das Kommando. Und in der elften Minute fiel bereits der Führungstreffer. Michael Kleinschrodt behielt im Strafraum die Übersicht, statt aus spitzem Winkel abzuschließen, legte er zu Hannes Scherer zurück, der zum 1:0 einschob. Zwei Minuten danach die beste Gäste-Möglicheit. Doch Alessio Genua traf per Kopf nur die Latte. Fast im Gegenzug eine ähnliche Situation wie beim Führungstreffer, nur traf Lorenz Minder in der Mitte den Ball nicht richtig. Nach 16 Minuten stand es dann aber 2:0. Noah Krieger, der auf der rechten Außenbahn ein starkes Spiel machte, flankte und Kleinschrodt traf per Kopf.

Nur ganz wenig Entlastung für den Gast

Bis zur Pause hätte der FSV noch nachlegen können. Doch Manuel Hofmann (20.) per Kopf, Krieger (26.), der an Holzbaur scheiterte, Minder (27.), der seine Direktabnahme zu hoch ansetzte und Scherer (38., 41.), der noch zwei Mal daneben zielte, vergaben ihre Chancen. Der VfB hatte in der ersten Halbzeit kaum Zugriff aufs Spiel, bekam nur ganz wenig Entlastung.

Nach der Pause hatten die Gäste ihre zweite gute Chance. Dann verpassten es Krieger (50.) und Scherer (51.) nachzulegen. Danach war aber erstmal Flaute. Es kam eine Phase im Spiel, die Martin Kleinschrodt gar nicht gefiel. "Da war es etwas zerfahren. Wir haben zu sehr verwaltet", sagte der Trainer. "Ab der 60., 70. Minute haben wir den Schalter dann wieder umgelegt und gut gespielt." Sein Team war nicht mehr so konsequent wie zuvor, ging nicht mehr das nötige Tempo und gab die Kontrolle etwas ab - ohne aber in Gefahr zu geraten. In der 74. Minute scheiterte dann Michael Kleinschrodt an Holzbaur.

Manager bescheinigt Kleinschrodt "überragende Leistung"

Drei Minuten später erzielte der eingewechselte Samuel Schmitt das 3:0 und scheiterte zwei Minuten darauf nach einer Krieger-Flanke an Holzbaur. Den Schlusspunkt setzte dann Scherer in der 87. Minute, weil die Hollenbacher kurz darauf noch drei Möglichleiten liegen ließen.

"Geil war, dass wir wieder zu Null gespielt haben", sagte Michael Kleinschrodt, dem Manager Karl-Heinz Sprügel eine "überragende Leistung" bescheinigte. "Super war auch, dass die Spieler, die reingekommen sind, ihre Minuten genutzt und gut gespielt haben", sagte Kleinschrodt.

Durch den Sieg verteidigte der FSV die Tabellenführung, Friedrichshafen rutschte hingegen auf den letzten Platz ab, da der VfB Neckarrems mit 3:0 gegen den Tabellendritten und nächsten Hollenbacher Gegner SSV Ehingen-Süd gewann.

FSV Hollenbach: Hörner, Nzuzi (74. Henning), Volkert (83. Apfelbach), Schülke, Hahn, Minder, Kleinschrodt, Scherer, Hofmann, Felix Limbach (60. Rohmer), Krieger.

Tore: 1:0 (11.) Hannes Scherer, 2:0 (16.) Michael Kleinschrodt, 3:0 (78.) Samuel Schmitt, 4:0 (84.) Hannes Scherer.

Schiedsrichter: Maximilian Jäger. Zuschauer: 250.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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