SG Kirchardt und SV Grombach: Der Ex ist nach der Scheidung enttäuscht

Fußball  In einer schriftlichen Stellungnahme äußert sich die SG Kirchardt irritiert und verärgert über das Ehe-Aus mit Grombach.

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Sportlich lief es für die SG Kirchardt/Grombach (in dunklen Trikots) nach dem Kreisliga-Aufstieg alles andere als wunschgemäß. Nach ereignisreichen Wochen steht fest, dass die Partnervereine getrennte Wege gehen werden.

Foto: Archiv

Eigentlich war die Sache erledigt. Vieles wurde geschrieben, die Fronten waren klar. Das Ehe-Aus: besiegelt. Die SG Kirchardt und der SV Grombach werden ab Sommer getrennte Wege gehen, jeder Club wieder sein Ding machen. Doch die Verantwortlichen der SG Kirchardt wollten das Ganze nicht stehen lassen, nicht so. Sie haben sich so ihre Gedanken gemacht, sich beraten und ein Schreiben aufgesetzt, in dem sie ihre Sicht der Geschehnisse schildern. "Um ein paar Dinge richtigzustellen", sagt Vorsitzender Fabian Benz.

Und auch, um ihren Unmut zu äußern. Die SG hält mit Kritik am Partner nicht hinterm Berg, äußert sich irritiert und enttäuscht über die Entwicklung der letzten Wochen. Denn klar ist: Die SG hätte die gute und erfolgreicher Partnerschaft gerne fortgesetzt. Auch die Signale der Grombacher gingen noch im Dezember in die Richtung. "Ein paar Wochen später war plötzlich alles anders und gar nichts mehr okay", sagt Benz.

Trennung vom Trainer war Entscheidung beider Vereine

Bei einer Besprechung Anfang Dezember hatten sich beide Partner darauf verständigt, sich von ihrem Trainer Alexander Breunig zu trennen. "Ohne das finale Einverständnis des SV Grombach hätte es keine Veränderung der Trainerposition gegeben", teilen die SG-Verantwortlichen mit. Von einem vorzeitigen Ende der Partnerschaft sei bei dem Treffen keine Rede gewesen.

Stimmt, sagt Jochen Bentz, Abteilungsleiter beim SV Grombach. "Ich hatte das Gefühl, dass wir in der Trainer-Konstellation den Klassenerhalt nicht packen", sagt er "Davon bin ich heute noch überzeugt." Also war die Trennung beschlossen. Rund um die Weihnachtsfeiertage präsentierte die SG mit Andre Rott und Kevin Oliveira ein neues Trainerduo, das mit sofortiger Wirkung von Ligakonkurrent und Nachbar TSV Ittlingen zu Spielgemeinschaft wechselte.

Es entwickelte sich eine Eigendynamik, mit der niemand gerechnet hatte

So weit, so gut. Was die Beteiligten unterschätzt hatten, war die Eigendynamik, die das Ganze annehmen würde. Denn von der Entlassung von Alexander Breunig war auch sein Co. Dominik Schneider betroffen - ein Grombacher Urgestein

"Man war sich bei dem Treffen auch der Situation um Dominik bewusst", sagt Fabian Benz. Die beiden Clubs hätten Schneider unbedingt als Spieler und Typen halten wollen. Sie hatten die Rechnung indes ohne den Wirt gemacht: Schneider hat den Verein inzwischen Richtung Weiler verlassen. Das ist nicht ohne Folgen geblieben: Drei andere Grombacher Spieler verkündeten daraufhin, fortan nicht mehr in der Kreisliga für die SG spielen zu wollen.

SV Grombach zog die Notbremse

SG Kirchardt und SV Grombach: Der Ex ist nach der Scheidung enttäuscht

Fabian Benz

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Der SVG fürchtete eine Kettenreaktion und zog die Notbremse. Mit zwei Teams soll es ab der neuen Saison alleine weitergehen. Dass dabei auch Kirchardter Spieler für den SV auflaufen sollen, bringt die SGK auf die Palme. Man sei über die "Abwerbungsversuche" nicht informiert gewesen, zumal man vom Fortbestand der Spielgemeinschaft ausgegangen sei. "Das alles hat uns sehr irritiert, überrascht und enttäuscht", schreiben sie nun.

Höhepunkt sei, dass der gemeinsam entlassene Breunig Trainer der SVG werde. "Es fehlt jeglicher Anstand und Respekt", heißt es. Bentz sieht speziell in der Personalie Breunig nur wenig Verwerfliches: "Wir reden hier von einem anderen Verein, einer neuen Mannschaft, einer neuen Situation", sagt er. Da sei Breunig definitiv der richtige Mann.

Zusammenarbeit in der Jugend bleibt bestehen

Bei allen Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen, die am Ende zur Trennung der beiden Clubs geführt haben, sind sich die SG Kirchardt und der SV Grombach einig: In der Jugend wollen sie weiter zusammenarbeiten. "Mein Wunsch ist es. Und so wie ich es gehört habe, auch der von Kirchardt", sagt Jochen Bentz. Richtig hat er gehört, lassen die Kirchardter wissen: "Schließlich können die Kinder nichts für Entscheidungen der Erwachsenen."

Wo genau es für die Aktivenmannschaften des SV Grombach weitergeht, muss sich noch zeigen. Spielberechtigt ist man in der Kreisklasse B. Sollte aber die jetzige SpG Grombach/Kirchardt II aufsteigen, ist auch ein Start in der Kreisklasse A möglich. "Ob wir das dann auch so machen, müssen wir sehen", sagt Bentz. 

 

Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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