Schießt der Hohenloher Luca Pfeiffer Würzburg in die 2. Liga?

Fußball  In der 3. Liga haben einige Profis aus der Region zuletzt Eindruck hinterlassen, der Gommersdorfer Luca Pfeiffer etwa, dem zuletzt seine Saisontore 13 und 14 gelangen. Bereits im Vorjahr ist er mit seinem damaligen Team aufgestiegen.

Email

Unter der Dauer-Hochbelastung von einer Englischen Woche nach der anderen biegt die 3. Liga auf die Zielgerade ein. An diesem Mittwoch (19 Uhr) steht der vorletzte Spieltag auf dem Programm. Das ist die Lage der Liga und der Drittligaprofis aus der Region.

 

Warum darf die zweite Mannschaft des FC Bayern eigentlich nicht aufsteigen?

Es läuft bei Luca Pfeiffer und seinen Würzburger Kickers: Der Gommersdorfer jubelte am Wochenende über einen Doppelpack gegen Rostock.

Foto: imago images/foto2press

In Paragraf 55 der DFB-Spielordnung heißt es: "Das Recht zum Aufstieg in die 2. Bundesliga entfällt für den Verein, der bereits mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der Lizenzligen des kommenden Spieljahres teilnimmt." Übersetzt heißt das: Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, dürfen die Zweitvertretungen von Bundes- und Zweitligisten nicht höher als in der 3. Liga spielen. Als Aufsteiger spielen die kleinen Bayern eine fantastische Rückrunde. Nach dem Hinrunden-Ende schwebte der Aufsteiger als Tabellen-15. in Abstiegsgefahr, in der Rückrunde gewannen die Bayern 13 von 17 Spielen und sind deshalb Tabellenführer.

 

Wer steigt dann auf?

Die besten Chancen besitzen die Würzburger Kickers als aktueller Tabellenzweiter. Beeindruckende 37 Zähler in der Rückrunde haben für den Sprung auf Rang zwei gesorgt. Nach der Hinrunde waren die ambitionierten Würzburger um Felix Magath noch Zwölfter. Der zieht als Chef des neugeschaffenen Bereichs "Global Soccer" bei Würzburg-Sponsor "Flyeralarm" die Fäden. Ein Sieg in Köln - und der erneute Aufstieg (zuletzt 2016) könnte schon perfekt sein. Braunschweig, Ingolstadt, Duisburg, Rostock, 1860 München und sogar noch der Achte Waldhof Mannheim haben zwei Spieltage vor Saisonende noch Aufstiegschancen.

 

Für welchen Profi aus der Region läuft es gerade besonders gut?

Schießt der Hohenloher Luca Pfeiffer Würzburg in die 2. Liga?

Maximilian Rohr (re.) gelang der Sprung von der Oberliga in die 3. Liga. Der ehemalige Eppinger erzielte zuletzt gegen Bayern II ein Tor.

Foto: imago images/Karina Hessland

Luca Pfeiffer aus Gommersdorf ist so etwas wie der Mann der Stunde in der 3. Liga. Am vergangenen Wochenende erzielte der 23-Jährige für die Würzburger Kickers seine Saisontreffer Nummer 13 und 14. Dazu kommen noch sieben Vorlagen. Die "Süddeutsche Zeitung" schwärmte zuletzt: "Pfeiffer ist spritziger als in der Vorrunde, er ist athletischer, er ist noch gefährlicher im gegnerischen Strafraum. All das hat in erster Linie mit seiner Fitness zu tun."

Pfeiffer ist trotz seiner Größe von 1,96 Meter kein klassischer Brecher, sondern glänzt mit Spielstärke und Laufwegen. Die im Winter verpflichtete Konkurrenz machte ihm spürbar Beine. "Da wusste er, dass er mehr machen muss", sagt sein Trainer Michael Schiele. Im Vorjahr stieg Pfeiffer mit dem VfL Osnabrück in die 2. Liga auf, nun könnte ihm das gleiche Kunststück mit Würzburg gelingen.

 

Was ist mit den anderen Drittliga-Kickern mit regionalem Bezug?

Auch ein anderer Hohenloher weiß ganz gut, wo das Tor steht. Pascal Sohm (einst FSV Hollenbach) kommt für seinen Halleschen FC mittlerweile auf elf Saisontreffer. Ein Sieg fehlt noch, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. "Wir würden ungern bis zur letzten Sekunde zittern", sagt Sohm. In der Hinrunde gehörte Halle noch zu den Topteams, nun ist man froh, wenn in dieser verrückten und ausgeglichenen Liga der Klassenerhalt unter Dach und Fach ist.

Für den FC Carl Zeiss Jena und Maximilian Rohr ist der als Schlusslicht nicht mehr möglich. Der Defensivspieler kickte bis vor vier Jahren für den VfB Eppingen. Zuletzt schaffte er den Sprung aus der Oberliga (SGV Freiberg) in die 3. Liga. 23 Spiele und drei Tore sind eine prima Bilanz. Am vergangenen Wochenende erzielte er per sehenswertem Schlenzer beim 1:2 gegen Bayern II ein Tor. "Lieber wäre es mir gewesen, wenn wir gewonnen hätten", sagte Rohr, der beim künftigen Regionalligisten auch für die nächste Saison noch unter Vertrag steht.

Schießt der Hohenloher Luca Pfeiffer Würzburg in die 2. Liga?

Glückwunsch: Der Chemnitzer Trainer Patrick Glöckner freut sich mit Torschütze Dejan Bozic über den Punktegewinn beim KFC Uerdingen.

Foto: imago images/Revierfoto

Noch mittendrin im Abstiegskampf steckt Dejan Bozic, der einst in der Jugend beim TSV Nordheim und FC Union Heilbronn spielte. Sein spätes Tor zum 1:1 beim KFC Uerdingen hielt seinen Chemnitzer FC überm Abstiegsstrich in der Tabelle. Der 27-jährige Stürmer kommt auf fünf Tore in 27 Spielen, stand lange im Schatten von Philipp Hosiner (16 Tore). "Wir brauchen ihn, er zeigt, was für ein Kaliber er ist", sagt Trainer Patrick Glöckner über Bozic. Kuriosität am Rande: Extra fürs Saisonfinale wurde der zum 30. Juni auslaufende Bozic-Vertrag bis zum 4. Juli verlängert.

Ganz im Gegensatz zu einem ehemaligen Chemnitzer, der im Saisonfinale nicht mehr für den SV Waldhof Mannheim auflaufen wird. Denn der gebürtige Künzelsauer Kevin Conrad (einst TSG Hoffenheim) hat bereits ab 1. Juli einen neuen Arbeitgeber. "Durch den Drei-Jahres-Vertrag bei der SV 07 Elversberg muss ich mir nicht ständig Gedanken um meine Zukunft machen", begründete Conrad gegenüber "fussball.de" seinen Wechsel zum Regionalligisten ins Saarland.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik. 

Kommentar hinzufügen