Saison der Fußball-Amateure ist beendet

Fußball  Die Delegierten der drei Fußballverbände in Baden-Württemberg sind am Samstag mit deutlicher Mehrheit der Empfehlung der Verbände gefolgt und haben für das Ende der Amateur-Fußballsaison zum 30. Juni 2020 gestimmt. Der Oberliga-Aufstiegskandidat FSV Hollenbach schaut in die Röhre.

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Corona hat den Amateurfußball in die Knie gezwungen: Am Samstag entschieden sich die Delegierten der drei Fußball-Verbände in Baden-Württemberg, die Saison wie erwartet zum 30. Juni zu beenden. Foto: imago images/Baumann

Abgelehnt wurde ein Antrag mehrerer badischer Vereine für einen Aufstieg der Mannschaften, die auf einem Relegationsplatz stehen. Der badische Verbandsliga-Zweite 1. FC Bruchsal darf trotzdem in die Oberliga hoch – der FSV Hollenbach schaut dagegen in die Röhre.  

Am Ende kam es wie erwartet: Mit großer Mehrheit haben sich die Delegierten der drei Fußballverbände in Baden-Württemberg dafür ausgesprochen, die Saison zum 30. Juni 2020 zu beenden. Die Delegierten folgten mit einem Votum von jeweils deutlich über 90 Prozent dem Vorschlag der jeweiligen Verbandsvorstände. In den beiden badischen Verbänden scheiterte zudem ein Ergänzungsantrag, wonach Mannschaften, die zum Abbruch der Runde auf einem Relegationsplatz stehen, wie die Meister in die nächsthöhere Klasse aufsteigen dürfen.

In Nordbaden, wozu auch der Fußballkreis Sinsheim gehört, waren rund 63 Prozent der Delegierten dagegen. Im Württembergischen Fußball-Verband stand der Punkt erst gar nicht zur Abstimmung. Einen entsprechenden Antrag hatte der Verband bereits im Vorfeld abgelehnt.

Während die potenziellen Relegationsteilnehmer nach den Verbandstagen am Samstag in die Röhre schauen, darf der 1. FC Bruchsal jubeln: Der Zweite der Verbandsliga Nordbaden steigt in die Oberliga auf und profitiert von der am Samstag beschlossenen Quotientenregelung, mit der auch die Meister und Aufsteiger ermittelt werden. Anders als in anderen Ligen, sind die Zweitplatzierten der drei Verbandsligen in Baden-Württemberg für eine Aufstiegsrunde qualifiziert, die ist rechtlich anders zu bewerten. „In diesem Fall liegt ein Aufstiegsrecht vor, bei der Relegation nur eine Aufstiegschance“, sagte Rüdiger Heiß, Vizepräsident des Badischen Fußballverbands beim virtuellen Verbandstag. 

Der FSV Hollenbach geht leer aus

Auch der FSV Hollenbach und der Offenburger FV als südbadische Vertreter waren für die Aufstiegsrunde qualifiziert, die aufgrund der geltenden Beschränkungen nicht mehr ausgetragen werden kann. Weil der 1. FC Bruchsal den besten Quotienten der drei Teilnehmer aufweist, ist er für die Oberliga spielberechtigt. Der FSV Hollenbach geht damit leer aus.

Letztlich waren die Delegierten aber in allen Punkten den Empfehlungen ihrer Verbände gefolgt, was bei den Verantwortlichen für Erleichterung sorgte. „Es ist ein Zeichen dafür, dass unsere Überlegungen in die richtige Richtung gelaufen sind und unsere Kommunikation funktioniert hat, ich bin damit total happy“, sagte der badische Verbandspräsident Ronny Zimmermann.

Freude herrschte auch über die große Einigkeit der drei Verbände. „Es wäre schwer zu vermitteln gewesen, wenn wir innerhalb eines Bundeslandes zu unterschiedlichen Entscheidungen gekommen wären. Deshalb bin ich den Kollegen in Baden und Südbaden sehr dankbar, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen konnten und jederzeit vertrauensvoll zusammengearbeitet haben“, sagte Matthias Schöck, Präsident des Württembergischen Fußball-Verbands.

Die Pokal-Wettbewerbe sollen fortgeführt werden

Damit ist für alle Verbände klar: Die Saison ist beendet, die nach der Quotientenregel ermittelten Meister steigen auf, es gibt keine Absteiger. Das gilt auch für den Nachwuchs. Die Pokalwettbewerbe sollen indes fortgeführt werden. Wie genau, das müssen die jeweiligen Bezirke und Kreise für sich entscheiden. Unklar bleibt, wie es mit der neuen Saison weitergeht. Die Verbände hoffen darauf, Anfang September loslegen zu dürfen, sind aber von den allgemein gültigen Beschränkungen der Politik abhängig. „Wir fahren alle auf Sicht, was das Thema Covid 19 angeht“, sagte Zimmermann. Um künftig aber auch kurzfristig auf Veränderungen reagieren zu können, haben sich die Verbände ermächtigen lassen, auch ohne Verbandstag über die Fortsetzung der neuen Saison entscheiden zu dürfen. 

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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