Punkteteilung unter Flutlicht im hohenloher Landesliga-Derby

Fußball  Die Landesligisten TSG Öhringen und SG Sindringen/Ernsbach trennen sich 1:1-Unentschieden

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Thilo Baier entschied sich für die richtige Ecke, TSG-Torhüter Len Brutzer für die falsche. Und schon stand es 1:0 für Sindringen/Ernsbach.

Foto: Marc Schmerbeck

Für die die meiste Derbystimmung sorgte gestern Abend die Flutlichtatmosphäre im Öhringer Otto-Meister-Stadion. Ansonsten war es beim Landesliga-Krisengipfel zwischen dem Tabellenletzten TSG Öhringen und dem Vorletzten SG Sindringen/Ernsbach ein eher ruhiges, unaufgeregtes Nachbarschaftsduell, das mit einem 1:1-Unentschieden endete. Eine Punkteteilung, die keinem viel bringt, aber ein kleines Geburtstagsgeschenk für Öhringens Trainer Martin Weiß war.

Am Ende war es auch symptomatisch für die bisherige Saison der SGSE: Die Gäste ließen hochkarätige Chancen liegen und wurden durch einen der wenigen Torschüsse des Gegners bestraft. "Es ist jedes Mal noch ein Tick schlimmer", sagte SGSE-Coach Tobias Strothmann. "Das gegnerische Tor ist wie zugenagelt. Wir können uns nicht viel vorwerfen, außer, dass wir die Tore nicht gemacht haben."

TSG-Keeper Len Brutzer wieder stark

Für Öhringens Torhüter Len Brutzer begann das Derby wie das letzte gegen den TSV Pfedelbach geendet hatte. Mit einer Eins-gegen-eins-Situation. Wie so oft in der Vergangenheit blieb der Öhringer auch dieses Mal Sieger, als Emre Ipek in der fünften Minute durchlief, Brutzer sich breit machte und den Ball zur Ecke lenkte. Zwei Minuten darauf versuchte es Mansour Ceesay aus der Ferne. Das war es dann aber auch für eine lange Zeit mit gefährlichen Aktionen. Vieles spielte sich im Mittelfeld ab.

Die SG hatte zwar mehr Ballbesitz, machte aus der Überlegenheit aber zu wenig. Den Offensivaktionen fehlte Entschlossenheit. Dass nach der Negativserie Selbstbewusstsein fehlt, war beiden Teams anzusehen. Die Öhringer machten die Räume eng, Sindringen/Ernsbach fehlte oft das Tempo und die Genauigkeit. So verpufften die Angriffe meist noch vor den Strafräumen oder dann beim letzten Pass auf den Mitspieler, der nicht ankam. So blieb es meist bei vergeblicher Angriffsmühe.

Harte, aber durchaus vertretbare Elfmeter-Entscheidung

Dann wurde die SG doch noch für ihr Engagement belohnt. Julian Winkler wollte in der 37. Minute flanken und der Ball traf genau den abgespreizten Arm von Patrick Abele, der sich wegdrehte. Für Schiedsrichter Bahri Kurz war es ein elfmeterwürdiges Vergehen. Sicher eine harte aber durchaus vertretbare Entscheidung. SG-Kapitän Thilo Baier lief an und verwandelte sicher. Durch das Elfmetertor in der 38. Minute ging es mit einem 0:1 in die Pause. Denn danach hatte die TSG zwar noch einige aussichtsreiche Angriffe, aber keine gefährlichen Abschlüsse mehr.

Nach der Pause waren die Öhringer etwas besser im Spiel. Allerdings hatte auch nach dem Wiederbeginn Ipek die erste Möglichkeit, verfehlte aber aus 17 Metern. Die TSG investierte nun etwas mehr in die Offensive, doch auch jetzt blieben die klaren Chancen Mangelware. Die beste hatte zunächst der kurz zuvor eingewechselte Daniel Alankus. Doch sein Kopfball nach einer Ecke flog einige Zentimeter über die Latte. In der 62. Minute hatte Trainer Martin Weiß gleich drei Wechsel vorgenommen, um die Offensive zu beleben. So langsam kam nun auch etwas Derbystimmung auf dem Platz auf. Es wurde etwas lauter, die Bemühungen etwas hektischer, blieb aber fair. Wie in den vergangenen Spielen ließ die SGSE dann Großchancen durch Christian Baier (77.) und Ipek (80.) aus.

SGSE wird böse für Nachlässigkeit bestraft

Dafür wurden die Gäste dann böse bestraft. "Wenn sie solche Chancen liegen lassen, brauchen sie sich nicht beschweren, wenn wir noch ein Tor schießen", Öhringens Torwart-Trainer Ruben Götz hatte gerade ausgesprochen, als Daniel Alankus nach einem weiten Ball durchlief und flach ins lange Eck zum Ausgleich abschloss.

Öhringen witterte nun die Chance auf den ersten Saisonsieg. Doch die Aktionen waren nicht mehr zwingend genug. Aber es blieb auch nach fünf Minuten Nachspielzeit zumindest beim zweiten Punktgewinn in dieser Saison.

"Vor dem Spiel hätten wir gerne drei gehabt. Aber in der Situation, in der wir sind, müssen wir weiter kleine Schritte gehen", sagte Martin Weiß. "Dann ist auch ein Punkt positiv zu sehen. Ich denke, die hatten vielleicht mehr Chancen, aber insgesamt war das Spiel ausgeglichen."

TSG Öhringen: Brutzer, Hasenauer, Helming, Dietscher, Frank, Ceesay, Jankowski, Abele (65. Alankus), Krenkler (62. Panknin), Helming (62. Walter), Renner (79. Nagumanov), Schropp.

SG Sindringen/Ernsbach: Grötsch, Bogert, Thilo Baier, Christian Baier, Endreß, Ipek, Herkert, Sehfert, Winkler, Ünlü (62. Kollmar), Max.

Tore: 0:1 (38.) Thilo Baier (Handelfmeter), 1:1 (81.) Daniel Alankus.

Schiedsrichter: Bahri Kurz.

Zuschauer: 300.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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