Pokal-Woche unter Corona-Bedingungen

Fußball  Landesligist Türkspor Neckarsulm tritt ersatzgeschwächt beim TSV Botenheim an. Viertelfinal-Spiele am Samstag und Sonntag.

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Das Ende der Gemütlichkeit. Ab Samstag werden die Unterland-Pokalsieger der vergangenen Saison ermittelt. Favorit bei den Männern ist Türkspor Neckarsulm.

Foto: Bertok

Die Corona-Lockerungen machen es möglich. Seit knapp zwei Wochen finden im Fußballbezirk Unterland wieder Testspiele statt. Zwar wurde die Saison 2019/2020 zum 30. Juni abgebrochen und die Meister mit einer Quotienten-Regelung ermittelt, doch die Pokal-Wettbewerbe der Männer, Frauen und Senioren werden zu Ende gespielt. Von diesem Samstag bis zum 2. August ist eine "Pokal-Woche" von den Viertelfinal-Partien bis zu den Endspielen angesetzt. Getrübt wird die Freude durch die Corona-Auflagen, die zu den Spielen im Viertel- und Halbfinale nur je 100 Zuschauer zulassen.

Durch das späte Nachsitzen im Cup-Wettbewerb in der Spielerwechsel-Phase kommt es zu einem Novum: Die Pokalsieger der Saison 2019/20 werden mit den Spielerkadern der Runde 2020/21 ermittelt. Es dürfen alle Neuzugänge spielen, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Ansetzungen über eine Spielerlaubnis für Pflichtspiele verfügen. Fußballer, für die nur eine Freigabe für Freundschaftsspiele eingetragen ist, können nicht eingesetzt werden.

Bezirksliga-Meister Türkspor Neckarsulm tritt beim A3-Vertreter TSV Botenheim (Spiel ausverkauft) ersatzgeschwächt an. Unter anderem fehlt das oberligaerfahrene Sturmduo Kreshnik Lushtaku und Sadik Yilmaz. "Auch Seba Öztürk ist nicht dabei. Er wird wegen eines Knorpelschadens am Knie operiert", berichtet Bayram Gögmez, Sportlicher Leiter der Neckarsulmer. "Als Landesligist sind wir dennoch der Favorit."

Botenheim wird um jeden Meter Boden kämpfen. "Wir haben eine reelle Chance", macht sich TSV-Trainer Ali Brim Mut. "Als Spieler bei der Spvgg Neckarelz haben wir als Verbandsligist den Regionalligisten Waldhof Mannheim und den Drittligisten SV Sandhausen besiegt." Das war in der Saison 2008/09. Als badischer Pokalsieger zog Neckarelz in den DFB-Pokal ein und unterlag in Runde eins Bayern München 1:3.

B-Liga-Pokalbester ist Eintracht Beilstein

Eintracht Beilstein hat eine Trophäe sicher, die des B-Liga-Pokalbesten. Nun hofft der zweite Vorsitzende Holger Schaubach gegen den zwei Klassen höher spielenden SC Ilsfeld (Spiel ausverkauft), ins Halbfinale einzuziehen. "Mal schauen, wer das bessere Ende für sich hat. Es ist ein Pokalspiel, ein Derby - daher ist alles möglich", sagt Schaubach.

"Wir werden Beilstein nicht unterschätzen", kontert Elias Ziegler, einer der beiden spielenden Abteilungsleiter des SC Ilsfeld. "Es ist eine Partie am Anfang unserer Vorbereitung und somit auch ein Test mit Pflichtspiel-Charakter." Klar ist für Ziegler aber: Wer im Pokal so weit gekommen ist, der will mehr und auch die letzten beiden Hürden Richtung Endspiel meistern.

Unwägbarkeiten machen Sülzbach Hoffnung

"Wir befinden uns seit drei Wochen voll im Mannschaftstraining. Die Jungs sind heiß und wir sehen den Pokal nicht nur als zusätzliches Testspiel an", sagt Mike Jung, Co-Trainer des SV Sülzbach. "Das Halbfinale ist unser Ziel, aber wir sind ganz klar nicht der Favorit." Die Unwägbarkeiten machen Sülzbach Hoffnung. Nach der langen Pause weiß kein Team, wo es spielerisch und von der Fitness her steht. "Wird gespielt, will man auch gewinnen", sagt Kaus Vielhauer, Funktionär des SC Böckingen. "Verlieren wir jedoch, ist das für uns kein Beinbruch."

Der Friedrichshaller SV trifft auf die Spfr Lauffen (Spiel ausverkauft). Im Sportpark wartet auf die "handverlesenen" Fans ein spannendes Bezirksliga-Duell. "Wir freuen uns alle auf das erste Pflichtspiel, aber Lauffen ist der klare Favorit. Bei uns hat sich jetzt doch etwas im Kader getan, da muss die Mannschaft erst noch zusammenfinden", sieht FSV-Abteilungsleiter Sinan Külüslü sein Team in der Außenseiterrolle.

Von null auf 100, das ist nicht ungefährlich

Sportfreunde-Spielertrainer Andre Winkler erwartet eher ein Spiel auf Augenhöhe. "Wir freuen uns, dass wir wieder spielen dürfen, befinden uns jedoch in der ersten Vorbereitungswoche. Aber da geht es allen irgendwie ähnlich. Der Spielausgang hängt von der Tagesform ab", sagt Winkler. "Es geht darum, Fußball zu spielen und verletzungsfrei durchzukommen. Wir waren monatelang nicht im Wettkampf-Modus, da ist es besonders gefährlich von null auf 100 zu starten."

Bei den Frauen steht nur noch eine Viertelfinal-Begegnung aus. Der VfL Eberstadt empfängt die Spvgg Oedheim. Der Bezirksliga-Sechste erwartet den Neunten. Bereits für das Halbfinale qualifiziert sind die SGM Güglingen/Dürrenzimmern II, SGM Ilsfeld Neckarwestheim und die SG Gundelsheim. Topfavorit ist Ilsfeld/Neckarwestheim als Regionenligist. Bei den Ü32-Senioren ist der Bezirksliga-Meister SV Leingarten ein ganz heißer Kandidat auf den Pokalgewinn. Wobei auch der letztjährige Finalverlierer SC Ilsfeld zu beachten ist. Mit dabei sind auch noch Eintracht Beilstein, Spfr Lauffen, Spvgg Oedheim und der TSV Botenheim.

Männer, Viertelfinale:

Samstag, 25. Juli, 17 Uhr:

1. TSV Botenheim - Türk. Neckarsulm

2. Friedrichshaller SV - Spfr. Lauffen

3. SV Sülzbach - SC Böckingen

Sonntag, 26. Juli, 14 Uhr:

TGV Eintracht Beilstein - SC Ilsfeld

Männer, Halbfinale

Mittwoch, 29. Juli

Sieger Spiel 2 - Sieger Spiel 3

Sieger Spiel 4 - Sieger Spiel 1

Frauen, Viertelfinale

Sonntag, 26. Juli, 16 Uhr:

VfL Eberstadt - Spvgg Oedheim

Frauen, Halbfinale

Mittwoch, 29. Juli:

Sieger VfL Eberstadt/Spvgg Oedheim - SGM Güglingen-Dürrenzimmern

SGM Ilsfeld/Neckarwestheim -

SG Gundelsheim

Senioren, Viertelfinale

Samstag, 25. Juli, 16 Uhr:

1. Spvgg Oedheim - SV Botenheim

Samstag, 25. Juli, 18 Uhr:

2. TGV Eintracht Beilstein - SC Ilsfeld

3. Spfr Lauffen - SV Leingarten

Samstag, 25. Juli, 18.30 Uhr:

4. TSV Güglingen - Neckarwestheim

Senioren, Halbfinale

Mittwoch, 29. Juli:

Sieger Spiel 2 - Sieger Spiel 4

Sieger Spiel 1 - Sieger Spiel 3

Finalspiele, Sportplatz TSV Biberach Frauen und Senioren, Samstag, 1. August. Männer, Sonntag, 2. August.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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