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Plötzliche Leere auf den Sportplätzen im Kraichgau

Nach der Absage der Spiele auf den letzten Drücker kommt die Winterpause unerwartet. Die Vereine haben dennoch Verständnis für den Verband.

Martin Peter
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Plötzliche Leere auf den Sportplätzen im Kraichgau
Im Kraichgau blieben die Sportplätze kurzfristig leer. Fotos: Klaus Krüger

Der Sonntag des Kreisvorsitzenden verlief anders als gewöhnlich. Vor allem der Nachmittag. Nach der morgendlichen Runde auf dem Mountainbike freute sich Johannes Schinko auf einen an diesem Tag seltenen Höhepunkt. "Ich werde ein bisschen chillen", berichtete der Kreisvorsitzende, ehe er am Abend in der Gastronomie der Familie gefordert war.

Ähnlich wie ihr Kreisvorsitzender haben am Sonntag auch die Fußballer im Sinsheimer Raum ihre Füße hochlegen können: Am Ende eines chaotischen Freitags flatterte unerwartet noch die Generalabsage des Badischen Fußballverbands herein, der sich angesichts der Entwicklung auf politischer Landesebene gezwungen sah, die Vereine vorzeitig in die Winterpause zu schicken. Bei allem Chaos: Vorwürfe gab es keine seitens der Kicker. Zumindest nicht in Richtung des Verbandes, wie eine kleine Umfrage zeigt.

Verbandsliga: Abgesagt. Verschoben. Noch einmal verschoben. Heimrecht getauscht. Wieder verschoben. Letztlich wieder abgesagt: Das Spiel des VfB Eppingen gegen die Spvgg Durlach-Aue hat eine eigene kleine Geschichte. Die hätten die Kraichgauer am Samstag gerne mit einem Sieg beendet – und die kleine Lücke zu den Top Drei der Liga weiter geschlossen. "Es wäre schön gewesen, wenn wir gespielt hätten", sagt Trainer David Pfeiffer. Hätte es auch mit den drei Punkten geklappt, "wäre es schöner gewesen, jetzt auf die Tabelle zu schauen". Das sei als Tabellenvierter mit einem Spiel weniger zwar auch schön.

"So ist es allerdings ein: Ja, aber." David Pfeiffer macht dem Verband keine Vorwürfe, hätte bezogen auf den VfB aber keine Probleme bei der 2Gplus-Regelung gesehen. "Sich noch rechtzeitig testen zu lassen, hätte jeder Spieler hinkriegen können." Das jedoch habe der Verband in der Kürze wohl nicht verlangen wollen. So war das Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Durlach-Aue zugleich das letzte der Eppinger im Jahr 2021. Am 22. Januar geht es weiter – gleich mit einem Testspiel gegen Östringen.

Plötzliche Leere auf den Sportplätzen im Kraichgau

Landesliga: Der Zeit voraus ist der TSV Steinsfurt am Freitag gewesen. Gemeinsam mit Gegner Bammental hatte das Tabellenschlusslicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das für Samstag angesetzte erste Rückrundenspiel schon vorab zu verschieben. Dass die Mühe am Ende umsonst war, weil der Verband wenige Stunden später komplett absagte und vorzeitig die Winterpause ausrief, nimmt Jannis Richter sportlich. "Der Verband macht ja die Regeln nicht. Wir hatten alle auf Klarheit vonseiten der Landesregierung gehofft. Aber die gab es nicht", sagt der Spielausschussvorsitzende des TSV.

Er fühle sich im Moment nicht gut regiert, sagt Richter. Zumal sich am Wochenende abzeichnete, "dass 2Gplus gar nicht alle betrifft". Menschen, die geboostert sind oder deren zweite Impfung nicht länger als sechs Monate her ist, hätten gar keinen Test mehr gebraucht. "Hätte man das früher gewusst, wäre vielleicht nicht abgesagt worden."

Plötzliche Leere auf den Sportplätzen im Kraichgau

Kreisliga: Aufwand für nichts hatte der TSV Obergimpern – und wird damit nicht allein gewesen sein. Daniel Müller hatte Anfang der Woche noch auf eine Absage spekuliert. Am Dienstag hatten Müller und Trainerpartner Hans-Peter Weilbacher das Training ausfallen lassen, um angesichts der Witterung auch den Platz zu schonen. Als eine Generalabsage aber auf sich warten ließ, wurde Donnerstag wieder trainiert und der Verein setzte alle Hebel in Bewegung, am Wochenende zwei Teams stellen zu können.

"Wir haben uns gekümmert und gemacht – und am Freitagabend wird doch abgesagt", sagt Müller. "Ich bin wegen der Absage nicht böse, nur der Zeitpunkt ist eben unglücklich." Zumal es wohl auch so auf eine Absage hinausgelaufen wäre. "Rohrbach hatte bei uns angefragt. Wir waren gerade in der Abstimmungsrunde – da kam dann die Absage." Müller hofft nun, dass es im Februar wenigstens mit der Rückrunde normal weitergeht.

A-Klasse: Die Teams in der Kreisklasse A haben das Hickhack der letzten Tage mit Abstand verfolgt. Dort hatte die Winterpause mit dem letzten regulären Spieltag bereits eine Woche früher begonnen. "Ich war froh, dass es rum ist. Das wird sicher vielen wie uns gehen", vermutet Dustin Weißbeck, der Spielertrainer des SV Adelshofen. Der Herbstmeister war schon zum letzten Spiel gegen Babstadt personell auf der letzten Rille dahergekommen. Wegen grippaler Infekte fehlten einige Stammkräfte.

Plötzliche Leere auf den Sportplätzen im Kraichgau

"Wir hatten sechs, sieben Leute aus der zweiten Mannschaft dabei." Zudem diese ständigen Einschränkungen aufgrund der Pandemie. "Daher sind wir froh, dass uns das Theater an diesem Wochenende erspart geblieben ist", sagt Weißbeck nach einer anstrengenden und langen Hinrunde, in der Adelshofen sein Team an der Spitze ständig unter Druck gestanden habe. "Es tut uns gut, mal abzuschalten." Trainiert wurde die Woche schon nicht mehr beim SVA.

B-Klassen: Während die B2 wie die Landesliga und Kreisliga von der kurzfristigen Absage betroffen war, hatte die B1 früher Planungssicherheit. Der für dieses Wochenende angesetzte Spieltag war ohnehin nicht vorgesehen gewesen. Es handelte sich dabei nur um die von Gründonnerstag vorgezogenen Spiele. "Wir haben den kompletten Spieltag wieder auf Gründonnerstag zurückgeschoben", sagte der Kreisvorsitzende Johannes Schinko am Freitag. Damit war das Problem für die B1 ebenfalls vorzeitig gebannt.

 
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