Playoff-Playdown-Variante der Fußball-Landesliga gerät ins Wanken

Fußball  Vertreter von Türkspor Neckarsulm und des SV Leingarten üben sich wegen der anhaltenden Corona-Pandemie bei der Frage nach der Saisonfortsetzung in Geduld - ist nur die Hinrunde zu spielen die einzig realistische Option?

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Der Modus ist Türkspor-Trainer Kushtrim Lushtaku egal: "Hauptsache es wird überhaupt nochmals gespielt." Foto: Bertok

"Wir haben noch keine weitere Nachricht erhalten, nicht vom Württembergischen Fußballverband und auch nicht von unserem Staffelleiter", sagt Manfred Geier, Abteilungsleiter des Landesliga-Vorletzten SV Leingarten.

Nach der Verlängerung des Coronavirus-Lockdowns bis zum 14. Februar wartet man auch beim Tabellendritten Türkspor Neckarsulm sehnlichst auf ein Zeichen des WFV, wie die weiteren Saisonplanungen aussehen könnten. Nach knapp elf Wochen Spiel- und Trainingspause wächst die Ungeduld.

"Irgendwann muss sich ja irgendjemand bei uns melden", hofft Geier, dass dies nächste Woche passiert. Eine klassische Runde ist nicht mehr möglich, auch die Variante nach einer Hinrunde die Staffel aufzuteilen und in je einer Auf- und Abstiegsrunde Meister, Relegationsteilnehmer und Absteiger zu ermitteln, gerät nach der Verlängerung des Lockdowns ins Wanken.

Welcher Modus? Welcher Termin? - Es ist Geduld gefragt

Die Vereine üben sich weiter in Geduld, müssen wohl bis Anfang Februar warten, ob dann die politischen Entscheider den Mannschaftssport im Amateurbereich nach dem 14. Februar wieder gestatten. Spätestens dann muss auch der WFV zielführend handeln. Bis in drei Wochen sollte Klarheit herrschen, ob die Playoff-Playdown-Variante noch realistisch ist, oder, ob in dieser Saison nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt werden kann.

Leingarten wie Türkspor haben bisher elf von 18 Hinrunden-Begegnungen absolviert, sechs andere Vereine kommen auf erst zehn. Nur drei Mannschaften haben bisher alle zwölf angesetzten Partien gespielt. "Es dürfte darauf hinauslaufen, nur eine Saisonhälfte zu spielen, für Playoffs wird die Zeit wohl zu knapp", spekuliert Geier, auch weil den Vereinen ausreichend Zeit für Trainingsmaßnahmen gegeben werden muss.

"In der letzten Video-Konferenz vor Weihnachten wurden uns vom WFV vier Wochen Vorbereitung zugesagt. Nur zwei Wochen, das funktioniert nicht, auch wenn unsere Spieler aktuell mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet sind. Die fußballspezifischen Einheiten fehlen aber."

Allerorten Frust über die unklare Situation

Und so ist mit Punktspielen nicht vor Mitte März zu planen. Da die Saison bis zum 20. Juni abgeschlossen sein muss, blieben wohl nur zwölf Wochen für den weiteren Spielbetrieb - bei bis zu acht Hinrunden-Begegnungen plus nochmals ebenso viele im Playoff-Playdown-Modus.

"Die Situation ist alles, nur nicht zufriedenstellend", macht sich bei Kushtrim Lushtaku allmählich Frust breit. "Jeder von uns vermisst den Fußball. Ich hoffe, dass sich noch alle an die Trainingspläne halten, denn irgendwann schwindet die Lust immer nur zu laufen." Dem Türkspor-Spielertrainer ist es allmählich egal, wie die Saison zu Ende gebracht wird. "Hauptsache es wird überhaupt nochmals gespielt."

Keine Neuzugänge, keine Abgänge - aktuell gibt es weder beim SV Leingarten noch in Neckarsulm Veränderungen im Kader. Während beim SVL auch weiterhin nichts geplant ist, könnte sich bei Türkspor noch etwas tun. "Wir werden nächste Woche darüber sprechen", sagt Lushtaku. Stürmer Seba Öztürk ist nach seiner Knieoperation (Knorpelschaden) derzeit mit Reha-Maßnahmen beschäftigt und kann noch keine Laufeinheiten absolvieren.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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