Philosophie der TSG bleibt unter dem neuen Nachwuchsdirektor dieselbe

Fußball  Vor ein paar Tagen hat Nachwuchsdirektor Marcus Mann bei der TSG Hoffenheim seine Arbeit aufgenommen. Der 36-Jährige kommt mir klaren Vorstellungen - und macht der U23 eine erste Ansage.

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Als Manager in Saarbrücken verbrachte Marcus Mann vier gute Jahre, seit kurzem ist er Nachwuchsdirektor bei der TSG Hoffenheim.

Foto: imago images/Jan Huebner

Noch ist Marcus Mann keine zwei Wochen Nachwuchsdirektor bei der TSG Hoffenheim. Um aber rauszufinden, dass es ihn kaum besser hätte treffen können, hat dem 36-Jährigen schon der erste Arbeitstag an der Sinsheimer Straße in Hoffenheim gereicht. "Es hat sich schnell bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war", sagt Mann am Mittwoch bei einer kleinen Presserunde.

Beim 1. FC Saarbrücken habe er sich in seinen vier Jahren als Manager wohl gefühlt, hatte eine schöne Zeit. Aber allein von der Struktur her ist die TSG Hoffenheim, ein Bundesliga-Verein, doch noch einmal anders aufgestellt als sein alter Arbeitgeber, mit dem er am Ende der abgebrochenen Saison in die 3. Liga aufgestiegen ist. "Das hier ist doch eine ganz andere Hausnummer", sagt Mann, der seine aktive Karriere 2016 bei der Hoffenheimer U23 beendet hat.

In vier Jahren hat sich viel verändert

Nun ist er zurück an alter Wirkungsstätte, aus dem Spieler von einst ist in der Zwischenzeit ein Manager geworden. Und nicht nur er habe sich verändert. Auch die TSG. "Vier Jahre sind für einen innovativen Verein wie Hoffenheim eine Ewigkeit, in dieser Zeit wurden sehr viele Dinge vorangetrieben", erklärt Marcus Mann. So ging es für den gebürtigen Rutesheimer in den ersten Tagen im Wesentlichen darum, alles und alle kennenzulernen. Ständiges Pendeln zwischen dem Trainingsgelände in Zuzenhausen und der Akademie in Hoffenheim inklusive.

Großartig Entscheidungen habe er bislang noch keine getroffen. "Zumindest noch keine, die alleine auf meinen Mist gewachsen sind", sagt er. Sein Ziel sei es ohnehin erstmal, sich ein Bild vom aktuellen Stand zu machen und dann zu schauen, wo er Dinge vorantreiben kann. "Das primäre Ziel, Spieler für den eigenen Profibereich auszubilden, wird sich durch mich nicht ändern." Die TSG habe in Deutschland mit die höchste Durchlässigkeit, sein Auftrag sei es, dafür zu sorgen, dass es so bleibt.

Die Abwanderungen haben der TSG wehgetan

Dazu gehört für Mann auch, größere Abwanderungen wie in den vergangenen Monaten, als gleich mehrere hoffnungsvolle Spieler aus Hoffenheim mitunter zur unmittelbaren Konkurrenz wechselten, zu unter-binden. "Es ist kein Geheimnis, dass uns das wehgetan hat", sagt Mann, der seine Hauptaufgabe umso mehr darin sieht, Talente, die man halten will, auch an die TSG zu binden. Warum so viele Spieler gegangen sind, mag er nicht beurteilen. "Ich glaube aber nicht, dass die Übergangsphase, in der es keinen sportlich Verantwortlichen gegeben hat, der Grund dafür gewesen ist."

Mit Marcus Mann soll nun wieder Kontinuität her, der 36-Jährige ist überzeugt, dass selbst in einer Jugendabteilung ein gewisser Zug vonnöten ist. Werte sind Mann wichtig, ein klarer Rahmen für die Nachwuchsspieler, Grenzen, in denen sie sich bewegen können. "Es ist wichtig, den Spielern eine Struktur zu geben, damit keiner um halb zwölf zum Frühstück kommt, weil das Training erst um 16 Uhr ist." Ohnehin hält er wenig davon, den Spielern alles abzunehmen. "Wir müssen die Spieler so auf den Herrenbereich vorbereiten, dass sie nicht gleich beim ersten Gegenwind umkippen", sagt er.

Die U23 der TSG muss mehr liefern

Mann kennt den rauen Wind, als Manager und auch als Spieler, wenngleich er seine eigene Karriere richtig einzuordnen weiß. "Mir war klar, dass ich nicht der Spieler bin, bei dem Scouts sagen, den brauchen wir unbedingt." Mit ihm wird es in Hoffenheimer zwar nicht rauer, in Richtung der U23 aber hat der Neue klare Vorstellungen. "Die Tabellenplatzierungen müssen besser werden", macht Mann deutlich. Es darf mehr sein. Der Aufstieg? Vielleicht. Eines Tages. Er ist ja erst seit ein paar Tagen da.

 

Meisterschaft von Bayern II nur eine Eintagsfliege?

Der neue Akademie-Leiter sieht die von FC-Bayern-Chef Herbert Hainer initiierte Debatte um ein Aufstiegsrecht für Zweitvertretungen in die 2. Fußball-Bundesliga gelassen. "Ich glaube, dass die Meisterschaft von Bayern eine Eintagsfliege bleiben wird", sagt Marcus Mann. So schnell werde seiner Meinung nach keine U23 in der 3. Liga wieder Meister. Gleichwohl ist Mann der Meinung, dass das Ansehen von Zweitvertretungen generell höher sein dürfte, auch bei der Konkurrenz selber. "Auch andere Vereine leben irgendwann von Spielern, die hier in einer U23 ausgebildet worden sind", sagt er. 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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