Pfedelbach bricht den Auswärts-Bann

Fußball  Im neunten Anlauf feiert der TSV Pfedelbach drei Punkte in der Fremde. Beim 2:0 beim SV Leingarten überzeugt der Landesligist vor allem in der ersten Hälfte.

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Auswärtsjubel: Pfedelbachs Philipp Ehrle feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen Leingarten.

Foto: Mario Berger

Noch deutlich schriller als der Schlusspfiff war der Freudenschrei von Pascal Steigauf. "Endlich", brüllte er langgezogen über den Leingartener Kunstrasen-Platz, ehe ihm seine Pfedelbacher Teamkollegen einige Minuten später ein lautstarkes Happy-Birthday-Ständchen zum Geburtstag sangen.

Nicht nur wegen Steigauf hatte der TSV am Samstag etwas zu feiern. Und die Nummer drei des TSV meinte mit seinem "Endlich" auch nicht das erreichte 21. Lebensjahr. Sondern viel mehr das Ende einer deutlich weniger erfreulichen Zahlenfolge. Denn nach satten acht Auswärtsspielen ohne Erfolg brach Pfedelbach mit einem 2:0 (1:0) beim SVL den Bann in der Landesliga-Fremde.

Pfedelbach liefert eine rundum gelungene Vorstellung ab, findet der Trainer

"Wir sind absolut happy. Ich glaube, es war total verdient. Die Art und Weise war ja eigentlich fast egal. Es war einfach wichtig, überhaupt mal auswärts dreifach zu punkten - gegen einen direkten Konkurrenten umso besser. Leingarten hatte vielleicht ein, zwei Torschüsschen, wir dreimal Aluminium - eine runde Vorstellung, das hat gepasst.", sagte TSV-Trainer Michael Blondowski.

Fast gepasst hätte bereits in der achten Minute ein Freistoß von Janik Peiffer. Von halblinks donnerte er den Ball direkt aufs Leingartener Tor. Genauer gesagt an den linken Innenpfosten, von wo er zur SVL-Hintermannschaft sprang. "Nimm sie dir", ermutigte Blondowski Peiffer mit Applaus, als zehn Minuten später ein Schuss aus der Drehung nur knapp am Kasten vorbei ging.

Die mahnenden Worte von Leingartens Keeper Marco Randaccio finden kein Gehör

"Ihr könnt ihn doch nicht einfach so laufen lassen", monierte der Leingartener Keeper Marco Randaccio in Richtung seiner Defensive, als die Janik Peiffer in der 21. Minute erneut unbedrängt zum Abschluss kommen ließ und nur mit Glück blocken konnte. Randaccio wurde nicht erhört. Nach einer halben Stunde war es abermals Leingartens linker Torpfosten, der sich Peiffers 1:0 bei einem scharfen Fernschuss deutlich erfolgreicher in den Weg stellte als die SVL-Abwehr. "Guter Fußball, weiter so", trieb Blondowski sein klar überlegenes Team trotz der ausbleibenden Führung weiter nach vorne.

Die Pfedelbacher machten weiter. Und nach 34 Minuten das längst überfällige 1:0 durch die Mitte. Julian Krämer legte den Ball mit der Hacke in den Lauf von Philipp Ehrle. Der erreichte den Pass vor dem aus dem Tor eilenden Randaccio, umkurvte den SVL-Schlussmann und schob abgezockt zur Pausenführung ein. "In der ersten Hälfte waren wir nicht auf dem Platz, da waren wir immer einen Schritt zu spät und sind nicht in die Zweikämpfe reingekommen", gestand Leingartens Trainer Yannick Titzmann. Trotzdem war sein Team nur ein Tor hinten.

Zwei strittige Szenen ärgern Leingarten: ein nicht gegebener Straftstoß und ein Platzverweis

Und Leingarten kam deutlich besser in die zweite Hälfte. Nach 51 Minute hätte der SVL dann zu einem Strafstoß kommen müssen, nachdem Andre Wiedmann im Sechzehner zu Boden ging - zumindest aus Sicht der Gastgeber. "Das zweite Mal in Folge keinen Elfmeter bekommen, obwohl es ein klarer Elfmeter war - dann stehst du halt mit null Punkten da", sagte Titzmann. Noch vor der Niederlage standen die Leingartener nach 64 Minuten und einer zweiten strittigen Szene plötzlich nur noch zu zehnt da. Bastian Layer hatte die Gelb-Rote Karte wegen Meckerns gesehen. "Ich habe mit ihm gesprochen - er hat nichts zum Schiedsrichter gesagt, sondern sich nur darüber aufgeregt, dass er ein Foul gemacht hat. Wenn wir so weit sind, dass Emotionen auf dem Sportplatz nicht mehr gezeigt werden dürfen, dann ist der Amateur-Fußball ein bisschen verloren", betonte der SVL-Trainer.

Noch nicht verloren war hingegen das Spiel gegen die Pfedelbacher. Denn in Unterzahl bekam der Gastgeber Oberwasser. "Bei uns waren es dann im Unterbewusstsein vielleicht fünf Prozent weniger und beim Gegner fünf Prozent mehr", gestand Blondowski. Hundertprozentige Torchancen hatten die tapfer kämpfenden, aber zu harmlosen Leingartener trotzdem nicht.

Pfedelbach kann es sich leisten, die Chancen zum 3:0 liegen zu lassen

Wenn eine Mannschaft richtig gefährlich wurde, dann waren es die Pfedelbacher mit Kontern. Wie beim 2:0 in der 85. Minute. Geburtstagskind Steigauf schickte Adrian Reck mit einem starken Pass und der vollendete eiskalt. Auch die beiden finalen Großchancen gehörten dem Gast. Erst verpasste es Jens Schmidgall, sich für einen starken Auftritt auch mit einem Tor zu belohnen. Dann schepperte bei einem Schuss von Kaan Uzuner noch einmal das Aluminium des Leingartener Gehäuses.

Die Pfedelbacher konnte es sich leisten, die Geschenke zum 3:0 nicht anzunehmen. Und durften am Ende trotzdem verdient feiern.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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