Öhringen mit Last-Minute-Niederlage

Fußball  Landesligist SG Sindringen/Ernsbach feiert ersten Saisonsieg. TSV Pfedelbach geht in Satteldorf mal wieder leer aus.

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Der Leingartener Torwart Levent Heimannsberg schnappt sich den Ball. Er hielt seinen Kasten im Öhringer Otto-Meister-Stadion sauber. Die TSG kassierte mit 0:2 erneut eine Niederlage.

Foto: Marc Schmerbeck

Nach ihrem ersten Landesliga-Auswärtssieg überhaupt traten die Leingartener gestern den Heimweg aus Öhringen an. Durch zwei späte Tore gewann der SVL mit 2:0. Für die TSG war es dagegen die sechste Saison-Niederlage.

In Satteldorf reichte es dem TSV Pfedelbach beim 0:1 mal wieder nicht zu einem Sieg. Dagegen feierte die SG Sindringen/Ernsbach mit 4:1 in Schornbach ihre ersten drei Punkte der Saison.

TSG Öhringen - SV Leingarten 0:2

"Wir machen in den entscheidenden Situationen die Fehler", ärgerte sich TSG-Trainer Martin Weiß. "Ich denke, dass wir insgesamt fußballerisch die bessere Mannschaft waren, aber das bringt nichts." Beiden Teams war die Verunsicherung nach dem Fehlstart durchaus anzusehen. Fehlerminimierung stand im Vordergrund. Und trotzdem unterliefen gerade im letzten Drittel vor dem Tor viele Fehlpässe, so dass es in der ersten Halbzeit nur wenige Möglichkeiten gab.

Pascal Önsöz schickte in der dritten Minute Nico Leihenseder, der dann aber an Öhringens Torhüter Len Brutzer scheiterte. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Anfangsphase. Nils Krause vergab die erste klare TSG-Chance in der zehnten Minute. Sein Kopfball war etwas zu hoch. Sieben Minuten später wurde Sebastian Hack beim Schussversuch von den Beinen geholt. Er legte sich selbst den Ball zum Freistoß zurecht und zirkelte ihn in Richtung kurze Ecke. Doch Levent Heimannsberg im Leingartener Tor passte auf und parierte mit einer schönen Flugeinlage. Danach wurden die Öhringer etwas zu passiv. Leingarten war nun griffiger. Doch im Spiel nach vorne blieb es zu harmlos. So war ein Kopfball von Johannes Werner (41.) die letzte Möglichkeit vor der Pause.

In der zweiten Halbzeit versuchte Öhringen die Partie an sich zu reißen und machte Druck. Nun hatten die Gastgeber mehr Zug zum Tor. In der 60. Minute kam Hack nach einem Eckball zum Abschluss, doch wieder blieb Heimannsberg Sieger. Wie schon in der ersten Halbzeit übernahm Leingarten dann die Kontrolle. Der Druck auf das Öhringer Tor nahm nun zu. Immer wieder stand Brutzer im Mittelpunkt und blieb erstmal auch Sieger.

Dann war er in der 88. Minute doch geschlagen. Irgendwie war der Ball von Robin Guldi über die Linie gekommen. Heimannsberg machte den weiten Weg, um mit seinen Kameraden auf der anderen Seite des Platzes zu jubeln. TSG-Trainer Martin Weiß fiel verzweifelt auf die Knie. In der Nachspielzeit legte der SVL noch das 2:0 durch den wie Guldi eingewechselten Christian Wacker nach und jubelte über den ersten Saisonsieg. "Ich bin schon etwas erleichtert", sagte SVL-Trainer Yannick Titzmann. "Ich war in jedem Landesliga-Jahr dabei, da zweifelt man schon irgendwann." Deshalb tat der erste Auswärtssieg extrem gut.

TSG Öhringen: Brutzer - Redzic, Hasenauer, Hack, Helming (46. Panknin), Frank, Jankowski, Krause, Renner, Daniel Alankus, Walter.

Spvgg Satteldorf - TSV Pfedelbach 1:0

Der TSV kam gut in die Partie und hatte in der 21. Minute eine Topchance, die Dennis Bantel vergab. Nach einer Ecke ging die Spvgg dann aber in Führung. Die TSV-Abwehr bekam den Ball nicht geklärt und Fabio Schumacher sagte danke. Sein Schuss ging vom Innenpfosten zum 1:0 ins Tor. Vier Minuten später hätte Marco Gebert eigentlich ausgleichen müssen, doch er verfehlte das leere Tor.

Im zweiten Durchgang hatten Janik Pfeiffer (54.) und Jens Schmidgall kurz vor Schluss die besten Ausgleichschancen. Allerdings hätte Baris Yerlikaya in der 81. Minute längst den Sack zumachen müssen. Nachdem er den Torhüter bereits ausgespielt hatte, schoss er die Kugel jedoch über den Kasten. So blieb es letztlich beim knappen 1:0-Erfolg für die Gastgeber.

Spvgg Satteldorf: Schoppel - Schlageter (75. Beyer), Etzel, Becker, Schmieg (87. Frech), Schumacher, Yerlikaya, Hörle, Kräft, König (F. Etzel), Erhardt.

TSV Pfedelbach: Arnold - D. Schmidgall (74. Hilkert), Steigauf, Schilling, Frank, Rein (57. Krämer), J. Schmidgall, Uzuner (83. Simon), Gebert, Bantel (74. Blondowski), Pfeiffer.

Tore: 1:0 (30.) Schumacher

Schiedsrichter: Knut Krimmer (Eutendorf).

TSV Schornbach - SG Sindringen/Ernsbach 1:4

Normalerweise ist bei weiteren Auswärtsspielen unter der Woche eine gewisse Lätschigkeit vorhanden. Doch die SGSE war nach eineinhalb Stunden Anfahrt auf dem kleinen Kunstrasen sofort präsent. In der siebten Minute flog ein langer Diagonalball auf Christian Baier, der per Kopf quer legte, wo Julian Winkler nur noch einschieben musste. Gleich darauf eine Situation nach dem exakt gleichen Muster, nur diesmal rettete Schornbachs Keeper mit einem klasse Reflex gegen die Laufrichtung. Es hätte in der ersten halben Stunde bei zahlreichen hochkarätigen Chancen drei, vier Tore geben können, doch zum Ende der Halbzeit stabilisierte sich die Heimelf etwas.

Der zweite Durchgang startete wieder optimal für die SGSE. Schornbachs Keeper unterschätzte auf fatale Weise einen hohen Ball und ermöglichte dem nachsetzenden Lukas Endreß den Einschuss ins leere Tor (51.). Die Heimelf versuchte nun auf dem engen Feld mehr Druck aufzubauen. Es gab etliche Zweikämpfe gegen die man Stand halten musste. Ein zweiter Ball kam dann zu Fabian Kollmar, der das Spiel auf halblinks in die Tiefe öffnete, wo Emre Ipek auf Jonas Nöthe quer legte, der das 0:3 (65.)erzielte. Die Gastgeber drängten nun nach vorne, die SGSE hatte allerhand zu tun. Klare Chancen gab es aber kaum. Nur ein Mal schafften sie es Stefan Grötsch aus spitzem Winkel zu überwinden (77.). Doch das erlösende 1:4 (83.) fiel durch Fabian Kollmar, der nach Friedmar Sütterlins Eins-gegen-eins-Künsten einen perfekten Service zur Entscheidung bekam.

SG Sindringen/Ernsbach: Grötsch - J.Winkler, T. Baier, Max, Herkert - Kollmar (87. Ünlü), Endreß, R. Winkler (75. Sütterlin), Lotfi (58. Ipek) - C. Baier - J. Nöthe (76. Romenski).


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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