Öhringen ist zu harmlos

Fußball  Fußball-Landesligist TSG Öhringen wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Das Team ist in der zweiten Halbzeit gegen Pflugfelden zwar besser, verliert aber mit 0:3.

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Daniel Alankus sinkt auf den Rasen. Wenige Augenblicke zuvor erzielte der TV Pflugfelden gegen die TSG Öhringen das 3:0. Es war auch der Endstand in einem schwachen Landesliga-Spiel.

Foto: Marc Schmerbeck

Daniel Alankus kniete sich ins Gras. Irgendwie verzweifelt. Sprachlos. Ratlos. In der 83. Minute fiel die endgültige Entscheidung, das 3:0 für den TV Pflugfelden. Dabei hatte die TSG Öhringen die zweite Halbzeit fast schon dominiert. "Und dann stehen wir trotzdem wieder um 16.45 Uhr da. Mit einer Heim-Niederlage", meinte der gesperrte Kapitän Philipp Schropp. "Jetzt hat es auch Pflugfelden mal geschafft, auswärts zu gewinnen."

Die Verunsicherung nach der langen Negativserie ist bei den Öhringern weiter ganz deutlich zu erkennen. Es fehlt einfach die Überzeugung. Der Wille, der Mut, ein Tor erzielen zu wollen ist nicht vorhanden. Kein Spieler übernimmt Verantwortung. Und trotzdem ist ein gewisses Bemühen zu erkennen. Aber es reicht eben nicht. Noch nicht einmal gegen harmlose Gäste, die spielerisch limitiert sind. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", meinte Spielertrainer Daniel Alankus. "Irgendwann fehlen auch mir die Worte. Pflugfelden wollte ja eigentlich nichts von uns."

TSG ist nicht chancenlos

Es war auch keineswegs so, dass die TSG gegen Pflugfelden gänzlich chancenlos gewesen wäre. Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit zwar mehr Ballbesitz, doch auch ihnen war anzusehen, dass sie im hinteren Tabellenbereich beheimatet sind. Aber der TV war einfach effizienter.

Zwei gute Möglichkeiten reichten zu einer 2:0-Halbzeitführung. In der 30. Minute gewann Nico Scimenes ein Laufduell, legte in die Mitte zurück und dort stand Dennis Chirivi so sträflich frei, dass er überhaupt keine Mühe hatte, das 1:0 zu erzielen. "Das war viel zu einfach", ärgerte sich Spielertrainer Daniel Alankus. "So kann man in der Landesliga nicht verteidigen." Drei Minuten später fiel bereits das 0:2. Komninos Delkos hatte sich den Ball zu einem direkten Freistoß zurechtgelegt und er zielte passgenau in die untere Ecke.

Pflugfelden nutzt die wenigen Möglichkeiten

Bis dahin hätten sich auch die Öhringer durchaus einen Treffer verdient gehabt. "Wir sind ja nicht schlecht reingekommen", sagte Schropp. "Ich hatte das Gefühl, dass etwas drin ist. Die hatten nicht viele Chancen und auf einmal steht es 2:0." Bis zur Pflugfeldener Führung hatte Masour Ceesay (24.) mal einen Abschluss und dann ließ Jonas Dietscher (27.) eine klare Möglichkeit liegen. Nach einem Pass durch die Schnittstelle stand er völlig frei. Doch Pflugfeldens Torhüter Marco Hornek kam aus seinem Tor gestürmt, verkürzte den Winkel geschickt und rettete.

Danach gab es einen kleinen Bruch im Öhringer Spiel, den Pflugfelden nutzte. Trotzdem war der 0:2-Rückstand zur Halbzeit bitter.

Nach der Pause waren die Gastgeber spielbestimmend, der TV verlegte sich auf Ergebnis-Verwaltung und verließ sich auf seine körperliche Robustheit. Sie verteidigten wie ein Landesligist, so dass die Öhringer trotz des größeren Ballbesitz-Anteils kaum zu klaren Möglichkeiten kamen. "Bei uns kommen die Bälle im letzten Drittel nicht dahin, wo sie sollen. Wir hatten auch viele Flanken, doch die waren auch zu ungenau", sagte Alankus.

Öhringen müht sich, Pflugfelden stemmt sich dagegen

Die TSG mühte sich, Pflugfelden stemmte sich dagegen. Es wirkte so, als ginge den Gästen von Minute zu Minute die Kraft stärker aus. Doch Öhringen fehlten Ideen, aber auch die Genauigkeit in den Pässen. So kam eine Flanke in der 47. Minute einen kleinen Tick zu hoch für Alankus. Auf der anderen Seite vergab Scimenes (50.) eine Pflugfeldener Möglichkeit kläglich. Völlig freistehend schob er den Ball am Tor vorbei. Bis zur 83. Minute kamen die Gäste dann nicht mehr gefährlich vors Tor, hatten dadurch kaum Entlastung. Aber Öhringen schaffte es anderseits nicht, richtigen Druck aufzubauen.

Alankus versuchte es in der 54. Minute aus spitzem Winkel, Hornek wehrte zur Ecke ab. Eine Minute später wurde Abele geblockt. Aber danach war für die TSG meist schon am Strafraum Schluss. Nachdem sich Samuel Helming (58.) verletzte, stand auf einmal wieder Mert Sipahi auf dem Feld. "Ich hatte eigentlich wegen Karten angefragt und wollte zuschauen", sagte er. Sipahi spielt beim TSV Weilimdorf in der Futsal-Bundesliga und konzentriert sich eigentlich darauf. "Ich wurde dann gefragt, ob ich auf die Bank gehen könnte." Das tat er dann auch und spielte etwas mehr als eine halbe Stunde.

In dieser sorgte er durchaus für Struktur im Öhringer Spiel. Aber die TSG schaffte es nicht, wirklich Gefahr auszustrahlen. Und so fiel in der 83. Minute das 3:0 der Gäste. Und es war symptomatisch. Bei einem Konter klärten die Öhringer nicht richtig, Mika Frank schoss Franco Paletta an. Von ihm sprang der Ball ins Tor und Alankus sank auf den Boden.

Das robustere zweier schwachen Landesliga-Teams hatte seinen ersten Auswärtssieg der Saison geschafft.

TSG Öhringen: Brutzer, Hasenauer, Nagumanov, Dietscher, Panknin, Frank, Ceesay, Jankowski, Abele, Alankus, Renner.

Tore: 0:1 (30.) Dennis Chirivi, 0:2 (33.) Komninos Delkos, 03 (83.) Franco Paletta.

Schiedsrichter: Manuel Krieger.

Zuschauer: 50.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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