Obersontheim als eiskalter Bezirkspokalsieger gegen chancenlose SGM

Fußball  Eine Halbzeit lang hält Niedernhall/Weißbach gegen Favorit Obersontheim mit, geht dann aber mit 0:8 unter. Keine 500 Zuschauer stehen in Wachbach am Spielfeld. Die Fans halten sich an die Corona-Regeln.

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Die Obersontheimer jubeln über das gewonnene Finale. Foto: Dominik Knobloch

Ein bisschen Körperkontakt abseits des Fußballfeldes gab es dann doch. Nach dem Schlusspfiff klatschten die Spieler des TSV Obersontheim mit all ihren Anhängern über die Bande hinweg ab. Natürlich mit gebührendem Abstand. Auch zwischen der SGM Niedernhall/Weißbach und den Obersontheimern hatte in den 45 Minuten zuvor so einiges gelegen, als aus der knappen 1:0-Pausenführung des Favoriten ein 8:0 geworden war. 

Völlig verdient krönte sich Obersontheim zum Bezirkspokalsieger und schaffte das Double. “Natürlich tut so ein Ergebnis erstmal brutal weh. Auf der anderen Seite habe ich meinen Jungs gesagt, dass ein 0:1 noch mehr weh getan hätte. Hinten raus ist uns wirklich der Sprit ausgegangen. Obersontheim hat einfach auch individuelle Klasse, ihrem Tempo konnten wir am Ende nicht mehr folgen”, sagte SGM-Coach Klaus Heinle. 

Gewissenhafte Corona-Maßnahmen

„Hier regiert die SGM“, skandierte ein Anhänger von Niedernhall/Weißbach zum Schlag seiner Trommel vor der Brust wenige Minuten vor dem Anpfiff des Bezirkspokal-Finales. Und ja, mit Blick neben das Wachbacher Fußballfeld stimmte das schon. Wegen der gewissenhaften Corona-Maßnahmen auf jeweils eine Seite des Platzes verwiesen, waren die nur etwa über 100 Obersontheimer Fans zur Linken des einzigen Eingangs klar unterlegen unter den insgesamt etwa 350 Zuschauer.

Auf dem Feld gab am Anfang aber direkt ihr TSV den Ton an. Die Tormusik für den Favoriten ertönte bereits nach sechs Minuten. Marcel Hossner hatte sich über links leichtfüßig durch die träge SGM-Defensive getänzelt und aus spitzem Winkel einfach eingeschoben. 1:0. Nur zehn Minuten später hätte Hossner nachlegen können, schoss vom Elfmeterpunkt aber neben das Tor. Marco Pfitzer war im Strafraum gefoult worden. 

SGM spielt munter mit 

0:8 Tore: Das Ergebnis auf der Anzeige. Foto: Dominik Knobloch

Die Trommel des Fans lag schon auf dem Boden und war einem Frustbier gewichen. Seine SGM steckte aber nicht auf und hatte dann insgesamt mehr von der ersten Hälfte. Was sie kaum hatte, waren aber klare Torchancen. Die vielen Flanken und langen Bälle fanden nur selten einen Abnehmer. Der Ausgleich lag zwar einige Male in der schwülen Luft, doch er fiel nicht. Trotzdem gab es Pausenapplaus für Niedernhall/Weißbach. 

“Es war für uns eine ganz schwere erste Halbzeit. Wir hatten gegen den Ball und bei zweiten Bällen Probleme, haben viel schleifen lassen”, monierte der Obersontheimer Trainer Michael Deininger: “Das haben wir in der Halbzeit angesprochen und sehr, sehr gut umgesetzt.” 

Marco Pfitzer dreht mit vier Toren auf 

Enttäuschung bei den Spielern der SGM. Foto: Dominik Knobloch

Besonders Marco Pfitzer drehte nach Wiederanpfiff auf Seiten des TSV voll auf und sorgte mit dem 2:0 (50.) und 3:0 (53.) schnell für klare Verhältnisse. Die SGM stemmte sich mit offensiver Umstellung vergeblich gegen die drohende Niederlage. 

Obersontheim nutzte die sich nun bietenden Räume eiskalt aus, spurtete Niedernhall/Weißbach Schritt für Schritt davon. TSV-Kapitän Tim Blümel erhöhte auf 4:0 (62.). Pfitzer machte sich mit zwei weiteren Treffern (72. und 88.) zum Man of the Match. Dazwischen trafen Hossner per direkt verwandeltem Freistoß (76.) und der eingewechselte Kai Graf. 


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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