Oberligist Neckarsulm steht vor einer langen Saison

Fußball  Es wartet ein Mega-Saison mit 40 Punktspielen und bis zu sieben Absteigern aus der Oberliga. Wie Neckarsulms Trainer Marcel Busch auf dem Weg zum Klassenerhalt eine Überlastung seiner Spieler vermeiden will

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Das Trainer-Team um Chef Marcel Busch und Co Nikola Grgic steht vor der fordernden Aufgabe, die Trainingsbelastung richtig zu steuern.

Foto: Archiv/Veigel

Die Neckarsulmer Sport-Union ist noch kein Oberliga-Dino, auch wenn der höchstklassige Fußballverein der Region nun schon in sein fünftes Jahr in der fünften Liga geht. Über beste Kontakte zum einstigen Bundesliga-Dino Hamburger SV verfügt Neckarsulms Trainer Marcel Busch. Sein Kumpel und einstiger Mitspieler (RW Ahlen) Daniel Thioune ist ja jetzt HSV-Trainer. Was wohl die schwierigere Aufgabe ist? Den HSV in die Bundesliga oder die Neckarsulmer Sport-Union zum Klassenerhalt führen?

"Daniel Thioune hat auf jeden Fall das schwierigere Umfeld. Nach zwei Niederlagen in Serie bleibt es bei uns ruhig", sagt der NSU-Trainer vor seiner dritten Oberliga-Spielzeit als Cheftrainer, die in zwei Wochen beginnt. Das ist der Stand der Dinge vor einer Mammutsaison mit 40 x 90 Minuten NSU-Oberligafußball.

Ziel: Nach dem Saisonabbruch im März ist das Ziel ganz klar: "Die Energie der ersten zwei Spiele des Jahres wollen wir von Anfang an auf den Platz zu kriegen", sagt Marcel Busch. 2020 schaut die Pflichtspiel-Bilanz ja auch echt prima aus: zwei Oberligaspiele, zwei Siege. "Es müssen so schnell es geht Punkte her, damit wir immer von den maximal sieben Absteigern weg sind", sagt Marcel Busch über das Ziel Klassenerhalt, das die meisten der 20 anderen Teams als Klassenkämpfer auch verfolgen.

Neuzugänge: Ein Quartett mit Oberliga-Potenzial ist neu auf dem Pichterich. Torwart Nico Bayha (VfR Gommersdorf) kommt als Herausforderer von Stamm-Torwart Marcel Susser. "Er ist nicht die klare Nummer zwei", stellt Busch klar. Wer im ersten Oberligaspiel gegen Bruchsal im Tor steht, hängt von der Vorbereitung ab. Ein Duo soll den Abgang von Kapitän Marc Schneckenberger kompensieren. Nicolai Bauer zeichnet ein "sauberes Passspiel aus", sagt Marcel Busch über den oberligaerfahrenen Sechser (Sandhausen II, SV Spielberg). Der Franke Noah Schorn (FC Ingolstadt II) sieht sich auf der Sechserposition als "Taktgeber", wie er es formuliert. Yannick Eitelwein ist auf Empfehlung von Busch-Kumpel Marcel Rapp (U19-Trainer TSG Hoffenheim) in Neckarsulm gelandet. "Ein frecher und mutiger Typ auf dem Feld. Yannick ist eine absolute Alternative für die erste Elf", lobt Busch den Youngster.

Kader: In der Breite sehen die NSU-Verantwortlichen den Kader einen Tick stärker aufgestellt als bisher. "Wir haben 20,22 Spieler, die allesamt für die Anfangself infrage kommen", sagt Marcel Busch. Es gibt keinen langen Anpassungsprozess, weil man sich eben kennt. "Es fehlt uns ein absoluter Überspieler, den haben wir nicht", sagt Marcel Busch. Aber brauchen wir den überhaupt? Als Problemzone könnte sich erneut die Offensive erweisen. Nico Charrier (Sprunggelenke) und Riccardo Stadler (muskuläre Probleme) fehlen aktuell. Einen Neckarsulmer Stürmer mit 15-Tore-Garantie gibt es nicht.

Vorbereitung: Vier Monate hielten sich die Neckarsulmer Kicker nur über Läufe fit. "Man merkt, wie motiviert und engagiert alle sind", lobt Marcel Busch. Angesichts der langen Zwangspause und den geplanten 40 Oberligaspielen steht die Belastungssteuerung besonders im Fokus. Hier und da zwickte es dem einen oder anderen Spieler in den Muskeln. Vorsicht ist deshalb angesagt. Deshalb setzt das Trainerteam Marcel Busch/Nikola Grgic auf Selbsteinschätzung der Spieler. Anhand einer Skala von eins bis zehn wird der individuelle Belastungswert nach jede Einheit abgefragt. "Seid ihr jetzt komplett im roten Bereich oder geht es von der Belastung her? Es ist für uns ein Anhaltspunkt in Sachen Trainingssteuerung", sagt Marcel Busch.

Zwei Gewinner kennt die NSU-Vorbereitung zwei Wochen vor dem Oberligastart. Abwehrspieler Robin Neupert hatte die komplette Vorrunde der Vorsaison verletzt verpasst. "Er ist jetzt auf dem Weg, der Spieler zu sein, den wir in ihm sehen", sagt Marcel Busch über den ehemaligen Drittligaspieler. In Jan Stascak steht das erste Eigengewächs seit dem Oberliga-Aufstieg vor dem Sprung in die erste NSU-Mannschaft. "Er ist der der erste eigene Spieler seit langem, bei dem ich viel Potenzial sehe", sagt Busch über den gelernten Stürmer, der auch auf der Außenbahn spielen kann.

 

Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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