Nur 1:1 - Der Frust der letzten Sekunde beim VfB Eppingen

Fußball  Verbandsligist VfB Eppingen kassiert gegen Durlach-Aue in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich. Torhüter Akar Akin macht dabei eine unglückliche Figur.

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Dafür gibt es einen Elfmeter: Durlachs Jan Ruven Schieferdecker (links) foulte Eppingens Valerij Felk. Doch das 1:0 des VfB hielt nur bis zur 90. Minute.

Foto: Klaus Krüger

Freud und Leid sind manchmal so weit voneinander entfernt wie die zwei Tore in der Eppinger HWH-Arena. Auf der einen Seite jubelte Julius Höpfner über das späte 1:1 seiner Spielvereinigung Durlach-Aue beim VfB Eppingen. Der Torwart war der Punktgarant für die Karlsruher. "Er hat uns am Leben gehalten mit seinen Paraden", sagte Durlachs Trainer Daniel Kreuzer hinterher. Zwei, drei, vier Mal bewahrte Höpfner in seinem ersten Verbandsligaspiel sein Team vor dem 0:2.

Schlaflose Nacht für Eppingens Keeper

Eppingens Torwart Akar Akin war hingegen der ärmste Tropf des Samstagmittags. In der Nachspielzeit ließ Akin einen langen Durlacher Ball durch die Finger flutschen. Ein kapitaler Fehler, der die Eppinger zwei sichere und eigentlich hochverdiente Punkte kostete. Kevin Laschuk bedankte sich artig und schob den Ball in der Nachspielzeit zum 1:1 ein.

Für den erst 19-jährigen Akin folgte eine schlaflose Nacht, wie er seinem Trainer am Sonntag am Telefon berichtete. "Wegen eines Fehlers bricht niemand den Stab über ihm", tröstete Eppingens Trainer David Pfeiffer: "Ein Fehler darf jedem mal passieren."

Eppingen hatte Chancen, um 4:0 oder 5:0 zu gewinnen

Nach einem Missgeschick ist es wie nach dem ersten Blechschaden für den Führerscheinneuling. Am besten sofort ins Auto steigen. Deshalb wollte Akin am Sonntag auch gleich wieder in der U23 in der Kreisliga Sinsheim ran, was David Pfeiffer sehr freute. Am Tag nach dem 1:1 war es für den Eppinger Trainer immer noch "unglaublich, dass wir unentschieden spielen - und nicht 4:0, 5:0 gewinnen. Wir hatten genug Chancen", sagte Eppingens Trainer. "Ich habe es noch nie erlebt, dass der Unterschied zwischen zwei Mannschaften so groß ist - und am Ende kommt ein 1:1 heraus."

Das Bittere am Ergebnissport Fußball: "Wenn es nur 1:1 ausgeht, dann ist es eben auch kein gutes Spiel von uns", sagte Pfeiffer nach dem zweiten Remis im dritten Saisonspiel.

Glückliche Gäste feiern den ersten Punktgewinn

Eppingen verlor in den ersten 25 Minuten der zweiten Spielhälfte zu sehr den Faden. "Wir müssen zielstrebiger aufs zweite und dritte Tor gehen", befand Pfeiffer nach einem Spiel, "bei dem man sich eigentlich schon ärgert, wenn es nur 1:0 ausgeht angesichts des Chancenwuchers." Ganz anders die Gefühlswelt bei den Gästen.

"Ich hatte vorher gesagt, dass uns ein dreckiger Punkt gut tun würde", sagte Spvgg-Trainer Daniel Kreuzer, der sich ein Bier mit seinem Co-Trainer auf den ersten Punkt mit seiner neuen Mannschaft gönnte. Die Karlsruher Kellerkinder versuchten mit einer sehr defensiven Grundordnung und einer Fünferkette in Eppingen zu bestehen.

Nach einem Foul von Jan Ruven Schieferdecker im Strafraum an Eppingens Valerij Felk verwandelte VfB-Kapitän Alexander Rudenko den fälligen Foulelfmeter zum 1:0 für Eppingen. "Wir hatten Probleme im Spielaufbau", sagte Daniel Kreuzer. Die Gäste operierten mit langen Bällen - der finale davon brachte schließlich das 1:1 und den glücklichen Gäste-Punkt. "Es wird für viele Mannschaften schwer werden, aus Eppingen Punkte mitzunehmen", sagte Kreuzer. Ein schwacher Trost für den VfB Eppingen.


VfB Eppingen: Akin, Fleck, Wild (70. Hoyer), Palinkasch, Reinbold, Rudenko, Kradija, Ayvaz (85. Nyassi), Rauh (90. Späth), Felk, Schweizer (80. Zetzsche).

Tore: 1:0 (36.) Alexander Rudenko (Foulelfmeter), 1:1 (90.) Kevin Laschuk.

Schiedsrichter: Tobias Bauch.

Zuschauer: 200.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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