Neue Lust im Training und einige Fragezeichen beim FSV Hollenbach

Fußball  Die Hollenbacher haben Spaßdabei, wieder in Kleingruppen auf dem Feld zu stehen. Trainer Martin Kleinschrodt ist zufrieden mit den Trainingseinheiten. Allerdings sorgen die baden-württembergischen Verbände für Unverständnis.

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Eine der Trainingseinheiten nutzte der Verbandsligist FSV Hollenbach für ein Statement gegen Rassismus. Natürlich unter Einhaltung der Abstands-Regeln.

Foto: Pascal Eißler

Ein paar Fragezeichen sind bei Martin Kleinschrodt dann doch aufgetaucht. So ganz kann der Trainer des Verbandsligisten FSV Hollenbach das Verbands-Chaos in Baden-Württemberg nicht verstehen. Da stellten vor einigen Wochen noch die drei Verbände (Württemberg, Baden und Südbaden) in einer Video-Pressekonferenz ihr gemeinsames Vorgehen bei den Außerordentlichen Verbandstagen am Samstag vor. Man wolle eine einheitliche Lösung, hieß es damals, und biete bei den Verbandstagen die gleichen Szenarien an.

Dabei bevorzugt wird, dass die Saison abgebrochen wird, die Tabellenersten aufsteigen und es keine Absteiger gibt. Jetzt ist von der Einheitlichkeit zumindest in einem Punkt nicht mehr ganz so viel zu sehen. In Baden wird zusätzlich darüber abgestimmt, dass auch die Zweitplatzierten das Aufstiegsrecht bekommen, in Württemberg nicht.

Einsrüche wurden in Württemberg abgeschmettert

Viele Teams haben das im gesamten Bundesland beantragt. In den beiden badischen Verbänden wurde nachgegeben, wohl wissend sicherlich, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit gering ist. In Württemberg wurden die Anträge abgeschmettert. Aus nachvollziehbare Gründen freilich, aber Einheitlichkeit sieht anders aus.

"Hollenbach hat ja damals zugestimmt, dass nur der Erste aufsteigt. Aber wenn die Badener aufsteigen dürften, müssen wir nochmal was machen. Das muss man ja. Das wäre der Wahnsinn, wenn wir nichts machen würden", sagt Kleinschrodt. "Da hätte sich die ganze Argumentation ja komplett verändert. Aber im Endeffekt kann man es wenig beeinflussen. Wir warten jetzt mal ab."

Komplizierte Konstellation ist denkbar

Im absurdesten Falle würde die Entscheidung pro Aufstieg der Zweitplatzierten in einem der badischen Verbände fallen. Was würde dann mit den anderen beiden Verbandsligisten? Die Verbände haben sich mit dieser uneinheitlichen Lösung keinen Gefallen getan. "Für die Situation mit Corona kann niemand etwas", sagt FSV-Manager Karl-Heinz Sprügel. "Wir haben ja gesagt, dass wir mit der Lösung einverstanden sind. Aber es war ja mal anders beschlossen. Es sollte schon gleich sein. Ich war da eher enttäuscht, weil es immer hieß, die Verbände schalten sich gleich. Ich glaube aber nicht, dass in Baden dafür gestimmt wird, dass die Zweiten aufsteigen dürfen."

Kleinschrodt lobt Trainingseinheiten

Die Hollenbacher sind vor einiger Zeit wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Noch eine Woche sind sie auf dem Platz, dann gehen sie in die Sommerpause. "Ich fand es super", sagt Kleinschrodt über die Einheiten. "Und die Jungs fanden es auch gut. Es ist einfach etwas anderes als nur zu laufen. Man kann richtig viel machen." Entsprechend den Hygiene-Vorgaben wegen der Corona-Pandemie, konzentrierte er sich auf Technik, Passspiel, Torschuss oder Flanken. Das Ganze immer in zwei verschiedenen Gruppen auf jeweils einer Platzhälfte.

"Es war echt cool. Da kann man sich schon verbessern. Und man muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn man keine Taktik oder Zweikämpfe trainiert", sagt Kleinschrodt. "Es war schon cool."

Personalplanungen sind fast abgeschlossen

Auch wenn sich noch etwas ergeben könnte, sind die Personalplanungen so gut wie abgeschlossen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Kleinschrodts Bruder Michael, der Wechselgedanken hat. "Ich will ihm da nicht reinreden. Es soll später nicht heißen, er wäre nur wegen mir geblieben", sagt Martin Kleinschrodt. "Natürlich ist es schade, weil es gerade gut gepasst hat. Er muss sich selbst entscheiden. Zuletzt hat er aber schon immer öfter das Gespräch mit mir gesucht. Am Anfang war das nicht so." Insgesamt zeigt sich Kleinschrodt aber mit dem Personal für nächste Saison zufrieden. "Ansonsten steht der Kader so weit. Wir haben eine guten Truppe. Mit Dennis Schorb, Hannes Scherer und Goran Jurjevic haben wir drei gute Neuzugänge dazu bekommen. Wobei uns ein Spieler wie Torben Götz mit seiner Präsenz schon fehlen wird."

Sprügel kündigte an, dass sich in Sachen Personal bis nächste Woche noch etwas tun könnte.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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