Nächste Niederlage für lethargische Öhringer

Fußball  Gegen einen keinesfalls übermächtigen TSV Schornbach verliert Fußball-Landesligist TSG Öhringen zu Hause mit 0:2. Das Tabellen-Schlusslicht zeigt dabei eine schwache Leistung.

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Die vielleicht beste Öhringer Möglichkeit: Patrick Abele (links) scheitert am Schornbacher Torhüter Dennis Mayer.

Foto: Marc Schmerbeck

Die Gesichter sprachen Bände. Es war eine Mischung von Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Ratlosigkeit, die bei den Spielern und auch dem Trainer der TSG Öhringen zu sehen war. Vielleicht war auch ein Stück weit Entsetzen über die eigene Leistung dabei. Gegen den TSV Schornbach hieß es im heimischen Otto-Meister-Stadion 0:2. Und die Gäste waren keineswegs übermächtig oder gar spielstark.

"Da ist keine Leidenschaft da, schlechtes Zweikampfverhalten", meinte Trainer Martin Weiß. "Das verstehe ich nicht. Jeder opfert so viel Zeit, um am Wochenende auf dem Platz stehen zu können, wir machen das doch alle freiwillig. Da sollte man es doch auch mit mehr Willen und Überzeugung angehen. Ich verstehe nicht, warum man dann so lethargisch ist."

Fünferkette bringt keine Sicherheit

Doch Wille, Überzeugung, Engagement waren vor allem in der ersten Halbzeit nicht zu sehen. Weiß hatte extra auf eine Fünferkette umgestellt, um mehr Stabilität in der Defensive zu bekommen. Es funktionierte nicht. "Die sind fünf, sechs Mal allein auf unser Tor zugelaufen, da hatten wir Glück, dass es nur 1:0 zur Pause stand", meinte Weiß. Torhüter Len Brutzer stellte seine Stärke in genau diesen Situationen einmal mehr unter Beweis. Nur Arda Cetinkaya schaffte es in der 14. Minute, den Keeper zu überwinden.

Die zweite Halbzeit begann dann auch nicht gerade nach Plan. Denn Nikola Specht erzielte nach einem Eckball in der 47. Minute bereits das 2:0 der Schornbacher. "Danach sind wir langsam aufgewacht", meinte Weiß. Doch im Spiel nach vorne fehlte bei den Öhringern die Überzeugung.

Öhringen macht es dem Gegner leicht

Noch dazu unterliefen - nicht nur ihnen - viel zu viele leichte Abspielfehler. Auch die Schornbacher glänzten nicht gerade durch Genauigkeit. Die Öhringer bemühten sich nun, doch es fehlten die Mittel. "Wir machen es dem Gegner viel zu leicht, zu Torchancen zu kommen. Wir haben viel zu wenig Kommunikation auf dem Platz. Es wird zu wenig geredet, zu wenig dem anderen geholfen", meinte Weiß. Trotzdem fehlten Yannick Jankowski (58.) nur zwei, drei Zentimeter, um nach einem Freistoß von Jonas Dietscher besser per Kopf hinter den Ball zu kommen. Auf der anderen Seite klatschte eine Ecke direkt an den Pfosten der Öhringer. Acht Minuten später zielte Dietscher zu hoch. Im Gegenzug scheiterte Patryk Kuczynski im Eins-gegen-eins an Brutzer. "Wir müssten eigentlich 10:0 oder höher gewinnen", ärgerte sich Mayer, um vier Minuten später die vielleicht beste Öhringer Chance durch Patrick Abele, zunichte zu machen - mit Unterstützung eines Abwehrspielers. In der Schlussminute durfte dann Brutzer nochmal Schlimmeres verhindern.

TSG mit zu wenig Biss

"Wir bringen es nicht fertig, 90 Minuten lang bissig zu sein", ärgerte sich Weiß. "Das Coaching untereinander stimmt nicht."

Und so bleiben die Öhringer sieglos am Tabellenende der Landesliga. Und wenn die Auftritte zuletzt etwas Mut gemacht hatten, das Spiel gegen Schornbach war wieder ein deutlicher Rückschritt.


TSG Öhringen: Brutzer, Hasenauer (46. Abele), Hack, Helming (70. Walter), Dietscher, Panknin, Frank, Ceesay, Jankowski, Krenkler (77. nagumanov), Renner.

Tore: 0:1 (14.) Arda Cetinkaya, 0:2 (47.) Nikola Specht.

Schiedsrichter: Tobias Lauber.

Zuschauer: 77.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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