Lilian Egloff lächelt wieder, muss aber geduldig bleiben

Fußball  Das Bretzfelder Toptalent des VfB Stuttgart wird seit fast drei Monaten von einem Knochenödem im Mittelfuß blockiert. Verletzungs-Zwangspausen bremsen den 18-Jährigen aus.

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Mund abputzen, weitermachen − darauf wartet Lilian Egloff.

Foto: dpa

Zuschauen, am Fernseher, mehr geht nicht. Weiterhin nicht, auch diesmal nicht, wenn der VfB Stuttgart am Samstagnachmittag (15.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt spielt. Lilian Egloff, in Heilbronn geboren, in Bretzfeld aufgewachsen, muss sich in Geduld üben.

Eigentlich hatte der 18-Jährige davon geträumt, in dieser Saison den Durchbruch als Bundesligaspieler zu schaffen. Er ist beim VfB die große Hoffnung aus dem eigenen Nachwuchs. Trainer Pellegrino Matarazzo spricht vom "Toptalent", wenn er Egloff meint.

In der Zweitliga-Aufstiegssaison hat der Youngster ans Team heranschnuppern dürfen. Dann aber bremsten ihn Verletzungs-Zwangspausen, schon in der Saison-Vorbereitung war das so.

Es hat sich viel Frust angestaut

Zurzeit ist es ein "Knochenödem an der Grenze zu einer Stressfraktur", wie es Matarazzo ausdrückt. Bei Lilian Egloff hat sich über Monate hinweg viel Frust angestaut. Aber der Trainer sieht eine Gemüts-Verbesserung und ist entsprechend "froh, dass er wieder ein Lächeln im Gesicht hat".

Die Bundesliga-Saison nähert sich der Endphase. Elf Spiele sind es noch. Matarazzo wünscht sich, dass Egloff nicht komplett draußen vor der Türe bleiben muss. "Ich hoffe, dass er noch eine Rolle spielen kann." Es wäre "nicht unwichtig für ihn, zumindest eine kleine Rolle zu spielen".

Matarazzo spricht von ersten positiven Anzeichen

Die menschliche Psyche ist schließlich ein fragiles Gebilde. Der Trainer würde es gerne sehen, könnte der 18-jährige Offensivspieler, "ein sehr, sehr guter Junge", mit positiven Empfindungen in die Sommerpause gehen.

Es war eine zähe Zeit für das Talent. Seit Mitte Dezember ist das Knochenödem am Mittelfuß ein Problem. Man hatte "probiert, über verschiedene Einlagen den Schmerz zu mindern", erzählt der Trainer. Aber das hat "nicht so gut" funktioniert. Jetzt aber mit einer weiteren neuen Einlage im Schuh scheint es besser zu werden. Pellegrino Matarazzo spricht von "ersten positiven Anzeichen, dass es in eine richtige Richtung läuft".

Eine Geduldsprobe für das VfB-Talent

Lilian Egloff kann beim VfB nur Teile des Trainings absolvieren, ein Bundesliga-Einsatz ist noch in weiter Ferne. Am 4. Spieltag, als die Stuttgarter Aufsteiger-Truppe bei Hertha BSC mit 2:0 gewann, feierte der in der 89. Minute eingewechselte Bretzfelder sein Debüt in der deutschen Eliteklasse. Am 11. Spieltag, beim 5:1-Triumph in Dortmund, kam ein zweiter Einsatz hinzu, immerhin ab der 77. Minute.

Aber dann war schon wieder Schluss. Und es begann eine weitere Geduldsprobe nach der Verletzung im Trainingslager in Kitzbühel vor der Saison, als ein Syndesmoseband-Anriss anderthalb Monate Auszeit erforderlich machte. Aber jetzt kann Lilian Egloff wieder lächeln. Immerhin das.

Sportdirektor Sven Mislintat ist von Egloff überzeugt

Als im August 2020 ein Vierjahresvertrag unterschrieben wurde, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat über Lilian Egloff: "Er verfügt für sein Alter über außergewöhnliche Fähigkeiten." Doch Talent ist nicht alles, Glück braucht man auch. Egloff hat viel Verletzungspech gehabt. Weiterhin gilt aber Mislintats Aussage: "Wir sind davon überzeugt, dass er alle Voraussetzungen mitbringt, um sich zu einem sehr guten Spieler zu entwickeln." Noch ist viel Zeit. An jenem 20. August, als der Vertrag unterschrieben wurde, feierte Egloff den 18. Geburtstag.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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