Lehrstunde, zweiter Teil: Hoffenheimer Frauen verlieren 0:5 gegen den FC Barcelona

Fußball  Eine Woche nach dem 0:4 kassieren die Hoffenheimer Frauen in der Champions League ein 0:5 gegen Titelverteidiger FC Barcelona. Der Traum vom Viertelfinal-Einzug ist damit quasi geplatzt.

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Der zweite Streich der Spanierinnen: Irene Paredes erzielt hier per Kopfball das Tor zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung. Am Ende hieß es gar 5:0.

Foto: dpa

Das erste Mal hatte sehr weh getan. Dieses 0:4 vor einer Woche im Gruppenspiel der Champions League beim FC Barcelona, dem Titelvertei-diger, war eine schmerzhafte Erfahrung für die Frauen der TSG Hoffenheim. "Das erste Spiel gegen diesen Gegner war besonders. Im zweiten sollten wir aber nicht mehr so viel Respekt haben", meinte Trainer Gabor Gallai vor dem Wiedersehen. So einfach war es nicht. Zwar hielt Hoffenheim die Partie zu Hause länger offen, nach Treffern von Alexia Putellas (41.), Irene Paredes (52.), Aitana Bonmati (57.), Marta Torrejòn (89.) sowie Ana-Maria Crnogorcevic (90.) stand am Ende eine nicht weniger bittere 0:5-Niederlage. "Wir waren keine fünf Tore schlechter", sagte Gallai hinterher.

Nur noch rechnerische Chancen aufs Weiterkommen

Sein Team ist quasi ausgeschieden. Arsenal (3:0 gegen Köge, Rang zwei) hat bei zwei ausstehenden Partien schon sechs Punkte mehr als die TSG auf Rang drei. Nur die beiden Gruppenersten erreichen das Viertelfinale.

Vor allem mutiger wollten die Kraichgauerinnen mit Ball sein. Das sah in den ersten Minuten ganz gut aus, die TSG gab durch Laura Wienroither einen ersten Schuss ab.

Barcelona, die Meisterinnen des Pressingspiels

Dass ein Spiel gegen den Titelverteidiger für den Außenseiter eher Arbeit gegen den Ball bedeutet, bekam Hoffenheim bald zu spüren. Der FC Barcelona zog rasch sein gefürchtetes Pressing auf. "Gegen das Anlaufen müssen wir resistenter werden", hatte Gallai zwar gefordert. Mit zunehmendem Druck aber machte sein Team Fehler, verlor die Bälle mitunter zu leicht und sah sich schnell in Bedrängnis. Zählbares brachte dem FC Barcelona die Überlegenheit aber zunächst nicht. Die TSG verteidigte aufmerksam.

So hatten die Gastgeberinnen selber eine gute Chance, aber Chantal Hagel schloss, von zwei Gegenspielerinnen verfolgt, zu früh und weit vor dem Tor ab (17.). Danach waren die Katalaninnen wieder dran, Fridolina Rolfö scheiterte nach einer Flanke frei vor Torhüterin Martina Tufekovic (23.) und schob den Ball kurz darauf an der Heilbronnerin sowie dem Tor vorbei (26.). In der 26 Minute stahl Tufekovic einer Angreiferin in höchster Not den Ball am Fünfmeterraum vom Fuß (30.).

Elfmeter als Knackpunkt im TSG-Spiel

Schmerzhaft war dann, dass Barcelona noch vor der Pause die Führung erzielte. Auch noch per Elfmeter, nachdem Wienroither ihre Gegenspielerin am Fünfmeterraum unnötig zu Fall gebracht hatte. Kapitänin Alexia Putellas, vor einer Woche Doppeltorschützin, verlud Tufekovic und traf zum 0:1 (41.), die verdiente Führung. "Der Elfmeter war blöd und ein kleiner Bruch im Spiel", sagte Spielführerin Fabienne Dongus. Das machte die Aufgabe für die TSG nicht leichter. Um noch zu punkten, musste Hoffenheim mehr riskieren und dem Gegner trotzdem die Spielfreude nehmen. Ein gefährliches Unterfangen, das nicht lange gut ging.

Nach einem Eckball traf FCB-Innenverteidigerin Irene Paredes per Kopf zum 2:0 (52.). Nur eine Minute später verhinderte Tufekovic die endgültige Entscheidung. Die fiel dann kurz darauf, als Aitana Bonmati zum 3:0 für den Titelverteidiger vollendete. Das war zu diesem Zeitpunkt bitter, erinnerte trotz einiger Entlastungsangriffe an das 0:4 in Katalonien. Zumal die Gäste mehrfach das vierte Tor auf dem Fuß hatten.

Eine Niederlage, die zu hoch ausfällt

Alleine Rolfö scheiterte drei Mal, in der 75. und 76. Minute zeichnete sich Tufekovic aus. Die Heilbronnerin stemmte sich mit aller Macht gegen das 0:4 und war die beste ihres Teams. Nicht nur für sie bitter, dass die Gäste noch zwei Mal zum 0:5 trafen. "Wir haben generell ein gutes Spiel gemacht, das Ergebnis ist deutlich zu hoch", sagte TSG-Spielführerin Fabienne Dongus.

Hoffenheim: Tufekovic - Naschenweng, Specht, Bühler (78. Leimenstoll), Wienroither (64. Steinert) - Dongus (70. Harsch) - Hagel, Feldkamp - Brand, Billa (64. De Caigny), Corley (64. Linder).

Tore: 0:1 (41.) Putellas (Foulelfmeter), 0:2 (52.) Paredes, 0:3 (57.) Bonmati, 0:4 (89.) Torrejón, 0:5 (90.) Crnogorcevic. Schiedsrichterin: Ivana Martincic (Kroatien). Zuschauer: 2200.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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