Kuhn bleibt Künzelsauer Obmann

Fußball  Hauptversammlung der Fußball-Schiedsrichtergruppe. Geplante Verbandsstruktur-Reform war eines der Themen.

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Mario Kuh (links oben) bleibt Künzelsauer Obmann. Volker Stellmach (links unten) will Chef der Verbands-Schiedsrichter werden, Michael Schellmann (unten rechts) hat sich aus dem Ausschuss der Gruppe Künzelsau verabschiedet und Ralf Bantel blickt skeptisch auf die geplanten WFV-Reformen.

Screenshots/Collage: Marc Schmerbeck

Die meisten Punkte waren bereits abgehandelt, da hielt Ralf Bantel, der Vorsitzende des Fußball-Bezirks Hohenlohe noch schnell eine Sektflasche in die Kamera. "Ich stoße auf euch an", sagte er. Symbolisch natürlich, denn die Flasche blieb zu. Mit "euch", meinte er Mario Kuhn, den alten und neuen Obmann und dessen Ausschuss der Schiedsrichtergruppe Künzelsau. Diese hatte am Donnerstagabend ihre Hauptversammlung. Es war die letzte, der Abschluss der fünf Gruppen in Hohenlohe und sie wurde wie alle anderen auch virtuell abgehalten.

"Ich bin überwältigt", sagte Kuhn, der ohne Nein-Stimme mit lediglich einer Enthaltung wie erwartet wieder gewählt wurde. Es gab allerdings auch einen Abschied. Nach 22 Jahre im Ausschuss hörte Michael Schellmann auf. "Es fällt mir nicht leicht", sagte er. "Aber beruflich haben die letzten Jahre einige Veränderungen mit sich gebracht. Es war mir eine Ehre."

Ein Ausblick ist Corona bedingt schwierig

Kuhn bedauerte das Ausscheiden von Schellmann sehr. "Ich konnte dich immer fragen", sagte er an den Kollegen gerichtet. Du warst ein Ruhepol, geradlinig, loyal." Außerdem verließ Nicolas Ott den Ausschuss. Aber der Blick des Obmanns richtete sich nach einem Rückblick auf drei intensive Jahre, die zuletzt stark von der Corona-Pandemie beeinflusst waren auch nach vorne. "Ich freue mich über die Unterstützung und freue mich auf die nächsten drei Jahre." Und dazu meinte er: "Ein Ausblick ist Corona bedingt schwierig. Eines der wichtigsten Themen die er aufgriff ist: "Ziel muss es sein, Schiedsrichter zu gewinnen." Denn seit 2018 ging die Zahl der Schiedsrichter von 122 auf 109 zurück. Der schleichende Prozess des Personalverlusts setzt sich also fort. Als Frage ließ Kuhn im Raum stehen: "Wie sehen wir uns bis 2024?"

Schiedsrichtergruppen sollen bei WFV-Reform bestehen bleiben

Dieses könnte ein wegweisendes Jahr sein, denn falls die geplante Verbands-Strukturreform des Württembergischen Fußballverbands im nächsten Jahr wirklich verabschiedet wird, soll sie ab der Saison 2024/25 umgesetzt werden. Dabei wird unter anderem die Anzahl der Bezirke von zwölf auf 16 reduziert. Hohenlohe wird auseinander gerissen.

"Die Schiedsrichtergruppen betrifft es im ersten Moment nicht. Aber es ist wichtig, dass wir da eine Sprache sprechen." So bestätigte auch Jochen Härdtlein vom Verbandsschiedsrichter-Ausschuss, dass die 39 Gruppen im Württembergischen Fußball-Verband von der Reform nicht angetastet werden und bestehen bleiben sollen. Bantel meldete hier seine Zweifel an. Der Bezirksvorsitzende bekräftigte nochmal, dass er die Verlegung der Abstimmung über die Reform auf einen außerordentlichen Verbandstag ins nächste Jahr nicht verstehe. Ich weiß, dass bei uns die Vereine hinter uns stehen und hoffe, dass da auch die Schiedsrichtergruppen hinter uns stehen. Ich will mit meinem Team einen anderen Weg gehen und versuchen, Hohenlohe zu erhalten. Denn der Bezirk soll ja getrennt werden, die Schiedsrichtergruppen Schwäbisch Hall und Crailsheim würden danach zum Bezirk Rems-Muss gehören. Dieses Thema wird alle Fußballinteressierten in Hohenlohe noch eine Weile beschäftigen.

Volker Stellmach kandidiert als Verbandsschiedsrichter-Obmann

Vielleicht hat dann ein Schwäbisch Haller das Sagen der Württembergischen Schiedsrichter. Volker Stellmach will sich zur Wahl als Verbandsschiedsrichter-Obmann stellen und damit auf Giuseppe Palilla folgen. Voraussichtlich wird es drei Kandidaten geben. Die Unterstützung aus Hohenlohe dürfte ihm gewiss sein. Unter den Gästen der Künzelsauer Versammlung war auch Lars Krimmer, Stellmachs vor kurzem erst gewählter Nachfolger als Obmann der SRG Schwäbisch Hall.

Die neue Führung

Der Ausschuss der Schiedsrichtergruppe Künzelsau setzt sich wie folgt zusammen: Obmann: Mario Kuhn, Stellvertreter: Andreas Pfaff, Hasan Kozak, Andreas Zürn, Klaus Herrmann, Vanessa Eichhorn, Pascal Eißler, Maximilian Schellmann, Steffen Rudolph, Tobias König, Christian Devincentis.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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