KSC-Droge mit sechs Buchstaben: Erfolg

Fußball  Beim Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC herrscht nach den ersten Saisontoren und Punkten beim 3:0 gegen den SV Sandhausen große Erleichterung.

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Gut gemacht: Philipp Hofmann war mit seinem frühen 1:0 maßgeblich am ersten Saisonsieg des KSC beteiligt. Trainer Christian Eichner (links) freut das.

Foto: dpa

Als Christian Eichner Ende der 90er Jahre noch in der Jugend des Karlsruher SC kickte, da prangte auch im Wildparkstadion das Motto der Anti-Drogen-Initiative der Bundesregierung: "Keine Macht den Drogen". Nun ist Eichner KSC-Trainer und garantiert kein Verfechter von illegalen Substanzen. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Trotzdem schwärmte der Mann aus Sulzfeld nach dem 3:0-Sieg im badischen Duell gegen den SV Sandhausen mit aller Macht von seiner Lieblings-Droge mit sechs Buchstaben: Erfolg. "Für die Mannschaft ist es wichtig zu spüren, wie sich Erfolg anfühlt. Das ist eine Droge, und da hoffe ich, dass jeder so viel zu sich genommen hat, dass er gierig bleibt, dass er wach bleibt", sprach Eichner mit verschränkten Armen.

Großer Umbruck im Kader

Die ersten drei KSC-Saisontore waren da noch nicht sehr alt, die ersten drei Punkte auch. "Wir hatten einen großen Kaderumbruch, es war klar, dass wir eine gewisse Zeit brauchen", sagte Kapitän Jérôme Gondorf: "Es war ein erster Schritt, der notwendig war, sonst wäre noch mehr Druck entstanden."

Der Druck der drei Start-Niederlagen, er war auch bei Christian Eichner zu spüren gewesen. "Wichtig ist, dass wir jetzt in der Saison drin sind. Mit Toren und mit Punkten. Dadurch wird vieles an Nebenschauplätzen vermieden", sagte Eichner. An denen hat es diesem Verein ja noch nie gemangelt. Es ist der KSC, da fehlt es zwar immer an Geld, Unruhe, die hat es dafür stets im Überfluss. Die finanzielle Not und die Schulden sind groß, wenn dann auch noch sportliche Probleme dazu kommen, wird es schnell explosiv rund um den Wildpark. Um das riesige Finanzloch zu stopfen gibt es jetzt eine Fan-Anleihe. Die Leistung vom Samstag kam einer Kaufempfehlung gleich.

Hofmanns schwierige Wochen

Schon nach drei Minuten erzielte Philipp Hofmann das 1:0. Jener Stürmer, der noch vor kurzem unbedingt zu Union Berlin wollte. Mit aller Macht. "Die letzten Wochen waren für mich schon schwierig, da tut ein Tor besonders gut", sagte Hofmann.

"Wir haben uns mit Mann und Maus dagegen gewehrt, ihn abzugeben, weil wir wissen, welchen Wert er für uns er hat", lobte Eichner sich, Manager Oliver Kreuzer und ein bisschen auch Hofmann. Von seinen Toren ist der KSC sehr, sehr abhängig. Hofmann traf noch je einmal Mal Pfosten (29.) und Latte (54.) und mischte Sandhausens Abwehrformation ordentlich auf. Doch es gibt Hoffnung, dass die Hofmann-Abhängigkeit künftig geringer ausfällt. Der Koreaner Kyoung-rok Choi vermittelte als Startelf-Debütant, das was sein Name auf Englisch vermittelt. Freude. Offensive Spielfreude.

Erst 20, aber schon treffsicher

Und dann ist da noch ein 20-Jähriger, bei dem nicht nur der KSC-Fan denkt: Mein lieber Scholli! Flink und technisch stark, das alles hat vor 30 Jahren doch schon mal ein etwas schmächtiges Karlsruher Bürschlein ausgezeichnet. Der Bruchsaler Dominik Kother ist erst 20 Jahre alt, seit kurzem U 21-Nationalspieler. Gegen Moldau traf der Linksaußen, der am Samstag auch häufiger auf der anderen Seite auftauchte, auch gleich noch. "Mich freut es, dass der Junge auch bei uns getroffen hat", sagte Christian Eichner über den Torschützen des 2:0 (30.), als Kother nach einer Ecke abstaubte. Christoph Kobald (46.) machte das 3:0. "Er macht sich keinen Kopf, das ist in dem Geschäft schon mal richtig klasse, wenn du das hinbekommst", lobt Eichner Youngster Kother, der gerade erst seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat.

Irgendwann dürfte er dem KSC eine ordentliche Rendite einbringen. Eichner sieht noch viel Luft nach oben und warnt vor zu hohen Erwartungen: "Gemach, gemach da ist noch einiges zu tun", sprach der 37-Jährige über das KSC-Juwel mit dem feinen Näschen und Füßchen: "Er kann ein Unterschiedsspieler sein", sagt Christian Eichner. Dafür muss Kother aber auch körperlich noch ein bisschen zulegen.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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