Krisengipfel endet im Neckarsulmer Frustmodus

Fußball  Oberligist Neckarsulmer Sport-Union verliert das Kellerduell gegen SV Linx 1:2. Die Schlüsselszene der Partie ist ein verschossener Elfmeter.

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Versteinerter Blick: Robin Neupert und seine Teamkollegen waren nach dem achten Spiel in Folge ohne Sieg bitter enttäuscht und frustriert. Foto: Andreas Veigel

Der frühere Nationalspieler und Weltmeister Andreas Brehme hat Recht. Sein legendäres Zitat "haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß" stand am Samstag nach der 1:2-Niederlage des Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union gegen den SV Linx als bitteres, aber treffendes Fazit.

Und dabei deutete nach einer 1:0-Führung lange Zeit alles auf einen Arbeitssieg der Gastgeber hin. Doch in der 70. Minute parierte SVL-Keeper Sinan Süme einen Foulelfmeter und leitete damit die Wende ein. Hätte Domenico Botta zum 2:0 getroffen, es wäre die Entscheidung gewesen. So aber drehte Linx das Spiel zum 1:2. Der Krisengipfel endet für die Neckarsulmer im Frustmodus und auf Platz 14. Der jetzt punktgleiche SV Linx verbesserte sich auf Rang 15.

Bittere Szene des Spiels

"Der verschossene Elfmeter war die Schlüsselszene. Die Geschichte dieses Spiel ist ganz, ganz bitter und trifft genau unseren Gemütszustand, der sich jetzt nicht verbessert hat", haderte der Sportliche Leiter der Sport-Union, Thorsten Damm, mit der Niederlage.

"Es war kein schönes Spiel", sagte ein enttäuschter Neckarsulmer Trainer Marcel Busch, dies sei der schwierigen Situation beider Mannschaften und den widrigen Platzverhältnissen geschuldet gewesen. "Dass es kein Fußball-Leckerbissen wird, war klar. Dennoch sind wir gut ins Spiel gekommen, führen verdient 1:0, können dann aber das 2:0 nicht nachlegen."

Abstauber bringt die Führung

Neckarsulm erwischte einen perfekten Start, ging nach drei Minuten in Führung. Philipp Seybold scheiterte mit einem Schuss am Innenpfosten, doch Pasqual Pander stand goldrichtig und staubte zum 1:0 ab. Es war bis auf einen weiteren Abschluss von Pander in der 20 Minute, der hauchdünn sein Ziel verfehlte, der einzige echte Höhepunkt in der ersten Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Hausherren zunächst mehr vom Spiel und auch aussichtsreiche Szenen. Steven Neupert, Botta und Leon Rasic brachten das Runde jedoch nicht ins Eckige. In der 64. Minute wurde die bis dahin beste Chance der Gäste notiert, doch Steven Neupert warf sich in den Schuss eines SVL-Spielers. Dann kam die 70. Minute: Seybold wurde im Linxer Strafraum gefoult, aber Botta ließ die große Möglichkeit bei seinem Comeback nach Verletzungspause ungenutzt.

Vom Opfer zum Täter

Gut drei Minuten später war Seybold auch am nächsten Elfmeter maßgeblich beteiligt. Doch diesmal war er nicht Opfer, sondern Täter bei einer Aktion gegen Lukas Martin. Anders als Botta ließ sich der Linxer Keven Feger seine Gelegenheit nicht nehmen und traf vom Punkt zum 1:1. In der 76. Minute machte Feger seinen Doppelpack perfekt, traf diesmal nach einem Konter mit einem fulminanten Schuss zum 1:2-Endstand.

"Wir wussten nicht, wo wir stehen, nachdem wir von den Kickers rasiert worden sind", sagte SVL-Trainer Thomas Leberer, dessen Team unter der Woche auf der Waldau 0:7 untergegangen war und damit die Negativserie auf neun sieglose Spiele wachsen ließ. "Bis auf das frühe Gegentor waren wir gut drin im Spiel und am Ende war der Sieg verdient", meinte Leberer. "Klar, der Elfmeter war der Knackpunkt, wenn unser Torhüter den nicht hält, ist das Thema durch". Für den SV Linx war trotz allem es ein teuer erkaufter Erfolg, sind doch gleich drei Akteure mit Verletzungen ausgewechselt worden.

Beim nächsten Mal besser machen

"Ich glaube, wenn wir das 2:0 nachlegen, kommt Linx nicht mehr ins Spiel zurück. Aber es gibt keine Vorwürfe von meiner Seite. Einer muss in die Verantwortung. Dome hat es gemacht und es nicht gut gegangen. Für ihn gilt es, den Kopf hochzunehmen, den Ball beim nächsten Mal wieder zu nehmen und ihn reinzuschießen. Natürlich ist das für uns ärgerlich", sagte Busch, alle zusammen müssen das verarbeiten und, so schwer es auch sei, es gehe jetzt darum "wieder aufzustehen."

Neckarsulmer SU: Mai, R. Neupert, Fausel, Gotovac, Seybold, Müller, Gebert (81. Bellanave), S. Neupert, Botta (73. Albert), Rasic (64. Schappes), Pander (86. Mägerle).

Tore: 1:0 Pander (3.), 1:1 Feger (73.), 1:2 Feger (76.).

Zuschauer: 247.

Schiedsrichter: Zeiher (Poppenweiler).

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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