K.o. für Hoffenheim nach Elfmeter Nummer 18

Fußball  Die TSG Hoffenheim scheidet im DFB-Pokal gegen Zweitligist Greuther Fürth dramatisch aus: 6:7 im Elferschießen.

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Ganz spät parierte Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann einen Strafstoß von Fürths Paul Seguin (Mitte). Die TSG verlor dann aber im Elfmeterschießen.

Foto: dpa

Man kann nicht behaupten, dass es sich die TSG Hoffenheim einfach macht und kurze und zeitsparende Wege wählt. Die Kraichgauer nehmen in dieser kräftezehrenden Spielzeit jeden extra Meter mit, den sie kriegen können. Der Weg nach Berlin, er hat am Dienstagabend nach fast dreistündigem Spektakel durch ein 6:7 (2:2) nach Elfmeterschießen gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth sein Ende in der 2. Runde des DFB-Pokals gefunden. Hoffenheim ist raus aus dem Pokal und verpasst es, in allen drei Wettbewerben ins Jahr 2021 zu starten. "Wir konnten heute unsere Leistung nicht bringen", sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß.

Ein turbulentes, unterhaltsames Spektakel in XXL-Überlänge nahm erst um 21.16 Uhr und dem 18. Elfmeter sein Ende. Mit dem schlechteren Ausgang für die TSG Hoffenheim, die nach 93 Minuten eigentlich schon raus war. Da rettete aber Torwart Oliver Baumann die Kraichgauer mit einem parierten Foulelfmeter in die Verlängerung. Später hatten die Kraichgauer weniger Erfolg vom Punkt aus.

Was für ein Spiel. Dabei zerstörten zu Beginn Nickeligkeiten den Spielfluss. Hoffenheim löste die Situation bestmöglich und traf: ins Fürther Tor. Torwart Sascha Beucherts Fehlpass landete bei Ihlas Bebou, der i n der Mitte den freistehenden Andrej Kramaric anspielte. 1:0 nach 13 Minuten.

Havard Nordtvei humpelte mit einer Oberschenkelverlezung vom Feld

Es war ein Abend der frühen Weihnachtsgeschenke. Dieses Mal patzte Hoffenheims Ryan Sessegnon, der das Fürther Abseits aufhob, weil er nicht schnell genug herausrückte. Sebastian Ernst bescherte sich und seine Fürther mit links aus der Drehung – 1:1 (21.). Ein Wirkungstreffer für die Kraichgauer. Jamie Leweling verfehlte nur fünf Minuten später unbewacht vom ganz schwachen Ryan Sessegnon per Kopf das TSG-Tor. Zu allem Überfluss humpelte Havard Nordtveit nach einer halben Stunde mit einem Kühlpack auf dem lädierten Oberschenkel vom Feld. Kasim Adams kam für ihn ins Spiel. Fürth überraschte mit viel Pressing und mehr Torschüssen (8:5) in Durchgang eins.

Und in Durchgang zwei brauchten die Gäste lediglich 32 Sekunden, um durch Marco Meyerhöfer in Führung zu gehen. Erneut zeigte sich die linke TSG-Seite sehr verwundbar. Immerhin hatte die Hoeneß-Elf eine schnelle Antwort parat. Einen Freistoß von Sebastian Rudy köpfte Kevin Akpoguma (49.) zum 2:2 ein. Es blieb auch danach ein Duell auf Augenhöhe, von einem Klassenunterschied war nix zu sehen.

Ryan Sessegnon krönte den rabenschwarzen Tag

Als alles auf eine Verlängerung hinauslief, krönte Leihspieler Ryan Sessegnon seinen rabenschwarzen Tag. Am Samstag noch war der junge Engländer beim 2:1 in Gladbach der späte Matchwinner gewesen. Nun holte der 20-Jährige in der Nachspielzeit Branimir Hrgota im Strafraum unnötigerweise von den Beinen. "Er weiß selber, dass er heute einen gebrauchten Tag erwischt hat", sagte Sebastian Hoeneß.

Elfmeter für Fürth. Gerade einmal elf Meter trennten den Zweitligisten vom Pokal-Coup. Paul Seguin trat den Foulelfmeter hart, aber nicht präzise genug. Hoffenheims Kapitän Oliver Baumann parierte und rettete seine Mannen in die Verlängerung. Auch hier war Fürth dem 3:2 näher als die Gastgeber.

Müde Hoffenheimer schleppten sich durch die letzten 30 Minuten im 21. Spiel der vergangenen 100 Tage und ins Elfmeterschießen, wie schon in der 1. Runde in Chemnitz. Die TSG setzte dort auf zwei Ketten. Eine aus sich umarmenden Spielern auf dem Feld, nebendran jene der Ersatzspieler, Trainer und Betreuer.

Hoffenheim führte 4:3, weil Fürths Maximilian Bauer drüberschoss. Kevin Vogt hatte das TSG-Weiterkommen auf dem Fuß, setzte den Ball aber auch weit drüber. Nach Bogardes Fehlschuss rettete die Unterkante der Latte die TSG vorm K.o., ehe der Lattenschuss von Kasim Adams das TSG-Aus besiegelte, weil Marco Meyerhöfer den 18. Elfer verwandelte. 7:6. "Es ist ein emotionales Auf und Ab gewesen", sagte Fürths Trainer Stefan Leitl.


TSG Hoffenheim - SpVgg Greuther Fürth 6:7 i.E. (1:1,2:2,2:2)

TSG Hoffenheim: Baumann - Akpoguma, Nordtveit (34. Adams Nuhu), Vogt, Sessegnon - Rudy, Gacinovic (111. Bogarde) - Bebou (77. Belfodil), Kramaric, Baumgartner (58. Skov) - Dabbur (77. Adamjan)

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Meyerhöfer, Jaeckel, Bauer, Raum - Stach (106. Tillman) - Seguin, Green (75. Sarpei) - Ernst - Leweling (86. Hrgota), H. Nielsen (75. Abiama).

Schiedsrichter: Sören Storks (Velen).

Tore: 1:0 Kramaric (13.), 1:1 Ernst (21.), 1:2 Meyerhöfer (46.), 2:2 Akpoguma (49.).

Elfmeterschießen: 1:0 Kramaric, Bauer verschießt, 2:0 Rudy, 2:1 Raum, 3:1 Skov, 3:2 Seguin, 4:2 Adamjan, 4:3 Sarpei, Vogt verschießt, 4:4 Hrgota, Burchert hält von Bogarde, Ernst verschießt, 5:4 Akpoguma, 5:5 Jaeckel, 6:5 Sessegnon, 6:6 Tillman, Adams Nuhu verschießt, 6:7 Meyerhöfer.

Besondere Vork.: Baumann (1899 Hoffenheim) hält Foulelfmeter von Seguin (Fürth) (90.+4).


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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