Kleinschrodt vertraut in der Saison-Unterbrechung auf die Selbstdisziplin seiner Spieler

Fußball  Nicht nur beim FSV Hollenbach wartet man auf ein Lebenszeichen des Württembergischen Fußballverbandes und eine klare Perspektive, wie die unterbrochene Saison fortgeführt werden soll. Selbst eine Auf- und Abstiegsrunde scheinen in der Verbandsliga nach der Lockdown-Verlängerung nicht realistisch.

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Steht nur noch diese Saison an der Seite von Martin Kleinschrodt: Jens Breuninger (links). Der Vertrag mit dem Co-Trainer wurde nicht verlängert. Foto: Marc Schmerbeck

Die Verlängerung des Lockdowns wird auch Auswirkungen auf die Amateurfußballer haben. "Eigentlich kann man jetzt schon sagen, dass nur noch die Vorrunde zu Ende gespielt werden kann. Mit anschließender Relegation beziehungsweise Aufstiegsspielen", meint Karl-Heinz Sprügel, Manager des Verbandsligisten FSV Hollenbach.

Die angedachte Auf- und Abstiegsrunde dürfte sich nun kaum noch realisieren lassen. Zumal nach der langen Pause mindestens drei, besser vier Wochen Trainingszeit nötig sind. "Wir müssen die Runde abhaken. Es wird auch diese Saison keine normale sein", sagt Sprügel. "Normalerweise sollte jetzt bereits das Zeichen dazu kommen. Dann könnten die Vereine planen. Aber ich glaube nicht, dass es schnelle Entscheidungen geben wird."

Für Sprügel macht es keinen Sinn, die Saison mit einer Auf- und Abstiegsrunde durchzuführen

Er selbst hatte Überlegungen angestellt, ob es nicht möglich sein könnte, frühzeitig mit Geisterspielen und ohne Nutzung von Kabinen und Duschen, wieder früher anfangen zu können. "Aber auch dafür ist es jetzt zu spät. Das hätte man früher ins Spiel bringen müssen", sagt Sprügel. "Jetzt denke ich, macht es keinen Sinn, die Runde mit einer Auf- und Abstiegsrunde durchzuführen, mit Englischen Wochen und hohen Belastungen. Da macht es doch mehr Sinn, die Vorrunde relativ gemütlich zu Ende zu bringen." Zumal momentan noch nicht absehbar ist, dass am 15. Februar dann wieder trainiert werden darf.

Vergebliches Warten auf Rückmeldung des Württembergischen Fußballverbands

Ähnliche Überlegungen hatte auch Trainer Martin Kleinschrodt angestellt. Er wünscht sich in diesen schweren Zeiten vor allem eine frühzeitige Rückmeldung des Württembergischen Fußballverbandes. Auch wenn es nur eine Wasserstandsmeldung oder eine Tendenz ist. Ähnlich geht es auch anderen Vereinsverantwortlichen. Seit den letzten Videokonferenzen gab es von WFV keine Rückmeldung mehr.

Kleinschrodt hat seinen Spielern in der unbestimmt langen Pause nur wenige konkrete Arbeitsaufträge mitgegeben. "Es gibt bestimmt Mannschaften, bei denen es Vorgaben gibt" sagt Kleinschrodt. "Ich selbst war immer motiviert etwas zu machen und hätte diese Zeit jetzt genutzt. Und meine Spieler sind auch so. Ich lasse sie in Ruhe."

Er hat sie lediglich auf ihre Schwächen hingewiesen und hat ihnen mitgegeben, dass sie daran arbeiten sollen. "Für die Ballannahme reichen beispielsweise eine Wand und ein Ball. Und auch Flugbälle lassen sich trainieren", sagt Kleinschrodt. Läufe sind dabei natürlich obligatorisch und die Voraussetzung. "Ich habe da ein großes Vertrauen und setze auf Selbstdisziplin", sagt Kleinschrodt.

Trainer Martin Kleinschrodt wartet ab

Gemeinsame Trainingseinheiten per Video gibt es auch keine. "Ich weiß nicht, ob das nicht nur Aktionismus ist. Ich würde lieber einfach ein gemütliches Beisammensein per Videoschalte machen", sagt Kleinschrodt. Einfach damit man sich sieht. "Wenn ich dann weiß, wann es wieder weitergeht, erstelle ich einen Trainingsplan", sagt Kleinschrodt. "Jeder sollte sich überlegen, ob man Sporttätigkeiten an der Luft nicht so schnell als möglich wieder zulässt. Mit klaren Regeln und Rahmebedingungen natürlich."

In Sachen Personalplanungen ist Sprügel mittlerweile schon wieder einige Schritte weiter. Konkreter will er aber erst nach dem Wochenende werden. Dann sind wohl noch einige Personalien fixiert worden.

Jens Breuninger wurde von der Entscheidung überrascht

Klar ist derweil, der Vertrag mit Co-Trainer Jens Breuninger wird nicht über diese Saison hinaus verlängert. Hauptgrund für die Trennung sei, dass er noch als DFB-Stützpunkt-Trainer arbeitet und daher montags im Training fehle, sagt Manager Karl-Heinz Sprügel. Und: "Wir wollen jetzt mal was anderes probieren." Drei Jahre arbeitete Breuninger an der Seite von Martin Kleinschrodt.

"Es ist etwas enttäuschend, weil nicht darüber gesprochen wurde", sagt Breuninger, der von der Entscheidung überrascht wurde, "Aber ich gehe mit einem guten Gefühl. Es bleibt jedenfalls nur Gutes hängen. Ich kann das akzeptieren. Ich hätte aber gerne nochmal eine normale Runde gemacht. Es ist schade, nach zwei solchen Saisons aufzuhören." Hängen lassen wird er sich nun aber keinesfalls. "Es wäre schon geil, wenn wir noch irgendwie aufsteigen würden", sagt Breuninger. Die Frage ist nur, ob und wann der Spielbetrieb weitergeht. Einen Nachfolger für Jens Breuninger gibt es momentan noch nicht. 


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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