Kleine spontane Feier beim SV Leingarten nach besonderem Erfolg

Fußball  Der erste Auswärtssieg des SV Leingarten in seiner Landesligageschichte sorgt für Erleichterung. Die Spieler feiern spontan, am Sonntag kommt nun Breuningsweiler.

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SVL-Keeper Levent Heimannsberg (links) hielt sein Tor sauber, vorne trafen Guldi und Wacker.

Foto: Marc Schmerbeck

Ja, er habe nach dem 2:0-Sieg am Mittwochabend in Öhringen gut geschlafen und ja, es wurde gefeiert, lässt der Leingartner Landesliga-Trainer Yannick Titzmann wissen. Und die kleine Feier hatten sich die Spieler redlich verdient. Schließlich kommt es als Landesliga-Spieler nicht allzu oft vor, Geschichte zu schreiben. Der Erfolg beim Schlusslicht Öhringen war nicht nur der erste Sieg in der aktuellen Saison, sondern der erste Auswärtssieg in der Landesliga überhaupt in diesem Jahrtausend.

"Ich selbst war nicht so lange dabei, aber die Mannschaft saß noch recht lange in der Kabine, erst in Öhringen und danach bei uns in Leingarten", erzählt Titzmann von der spontanen, aber unvermeidlichen Siegesfeier.

Der Druck, in Öhringen zu gewinnen, war hoch

Die Last, die von der Mannschaft abfiel und die nach jedem nicht gewonnenen Auswärtsspiel gefühlt um Zentner schwerer wurde, war riesig. "Wir haben in der Vergangenheit immer versucht, dieses Thema zu verdrängen. Aber am Mittwochabend hat man schon gemerkt, dass die Erleichterung sehr groß war, endlich auswärts gewonnen zu haben", erzählt Titzmann. "Der Druck war schon da, dass von uns erwartet wird, in Öhringen zu gewinnen." Es war jedoch keine gute Partie, aber ein verdienter Erfolg, der aufgrund der Chancen auch 5:2 für den SVL hätte ausfallen können.

"Es war unser bisher schlechtestes Spiel in dieser Saison", sagt Titzmann. "Aber das spielt für uns keine Rolle. Wir hatten zuvor richtig gute Auftritte und standen nur mit einem Punkt da, jetzt haben wir unsere schwächste Leistung gezeigt und drei Punkte geholt. Wegen mir können wir immer schlecht spielen, wenn ein Sieg dabei herauskommt."

Der SV Leingarten hatte 47 Auswärtsspiele ohne Sieg angehäuft

In den Spielzeiten 2014/15 und 2017/18 gab es in jeweils 15 Gastspielen je nur zwei Unentschieden zu vermelden. In der Abbruchsaison 2019/20 reichte es auf fremden Plätzen ebenso zu zwei Punkteteilungen. Keinen Auswärtszähler gab es in der Annullierungsrunde 2020/21 und aktuell wurde vor dem Auftritt in Hohenlohe in Pflugfelden (1:3) verloren und beim TSV Schornbach 1:1 gespielt. Insgesamt blickte der SV Leingarten bis zum Mittwoch auf 47 Auswärtsspiele ohne Sieg zurück. In der 48. Partie passierte es dann endlich, wobei es lange Zeit nur nach einem weiteren Unentschieden aussah.

Erst in den letzten Minuten und der Nachspielzeit wurden die entscheidenden Tore erzielt. Es waren zwei Joker-Tore durch Robin Guldi (eingewechselt in der 69. Minute) und Christian Wacker, der in der ersten Minute der Nachspielzeit ins Spiel kam und knapp zwei Minuten später alles klar machte.

Robin Guldi geht nach seinem Treffer zurück in die zweite Mannschaft

Viele SVL-Fans würden Guldi gerne öfters in der ersten Mannschaft sehen. Doch der Torjäger des A3-Teams hat für sich entschieden, in der Zweiten spielen zu wollen. In der Kreisliga A zählt der Stürmer seit Jahren zu den erfolgreichsten Torschützen. In den insgesamt 26 Spielen der zurückliegenden beiden Abbruchspielzeiten hatte er 34 Mal getroffen.

"Ich habe Robin jetzt nicht überreden müssen zu spielen", berichtet Titzmann von dessen kuriosem Tor. "Der Keeper verschätzte sich bei einer Flanke und der Ball prallte von Robins Oberschenkel ab und kullerte über die Linie." Guldi kehrt nun zurück zum A3-Team. "Aufgrund seiner Verletzungshistorie ist das auch die bessere Entscheidung", sagt Titzmann. "In der Landesliga hätte er eine ganz andere Belastung."

Am Sonntag (15 Uhr) ist der SV Breuningsweiler zu Gast in Leingarten. Titzmann hofft mit dem Rückenwind aus dem Spiel in Öhringen auf einen weiteren Dreier. Der SVB zählte im Vorfeld der Saison zu den Aufstiegsaspiranten, ist nach Niederlagen gegen die Topfavoriten Spfr Schwäbisch Hall und FV Löchgau aber nur im Tabellenmittelfeld zu finden.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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