VfB Stuttgart: Khediras Rückkehr, Försters Impulse

Fußball  Der Badener im Stuttgarter Trikot ist beim Trainer hoch angesehen, Herthas neu verpflichteter Schwabe muss wohl erstmal zugucken. Lob für beide gibt es dennoch.

Email

Kurzeinsatz gegen die Bayern: Sami Khedira (rechts).

Foto: dpa

Es ist immer schön, wenn man gelobt wird. Aber es ist nicht so schön, wenn man trotzdem als Verlierer dasteht.

So ist es Philipp Förster ergangen. Pellegrino Matarazzo ist zufrieden mit seinem Mittelfeldspieler. Der Trainer des VfB Stuttgart findet: "Philipp entwickelt sich gut." Förster gebe "jeden Tag im Training Gas", sei ein prima "Box-to-Box-Spieler" zwischen den Strafräumen mit seiner "intensiven Spielweise". Der 26-Jährige sei "in der Lage, zwischen den Linien die Bälle abzuholen" und somit dem Spiel des VfB Stuttgart wichtige Impulse zu geben. Aber zuletzt in Leverkusen stand Philipp Förster als Verlierer da. Mit 2:5 hatte der VfB verloren.

Zu viel war schief gelaufen. Daher denkt Trainer Matarazzo an Änderungen in der Startelf, nicht nur was den verletzten Stürmer Nicolás González angeht. Aber eines ist wohl sicher: Philipp Förster "wird wieder auf dem Platz stehen".

Der Badener, dessen Eltern eine Gärtnerei in Sulzfeld betreiben und der in der Jugend erst beim KSC ausgebildet wurde, ehe er zum Nachwuchs des VfB kam, hat momentan bessere Startelf-Perspektiven als Sami Khedira, der gebürtige Stuttgarter, der nun das Trikot des Samstag-Gegners Hertha BSC trägt.

Khedira muss sich bei der Hertha noch in Geduld üben

Khedira wird in Stuttgart erstmal nur als Ersatzspieler dabei sein. Im zentralen Mittelfeld der Berliner werden der ehemalige VfB-Profi Santiago Ascacíbar und Lucas Tousart beginnen. Der am Ende der Winter-Wechselperiode von Juventus Turin geholte Sami Khedira, Weltmeister von 2014, braucht weiter Geduld. "Irgendwann kommt der Moment, wo er eine Halbzeit spielt oder noch mehr", sagte Trainer Pál Dárdai. Khedira kann wichtige Tore schießen, nirgends weiß man das besser als in seiner schwäbischen Heimat.

Am 19. Mai 2007, dem letzten Spieltag der Saison, erzielte er gegen Cottbus das 2:1-Siegtor. Damit war die deutsche Meisterschaft für den VfB perfekt. Später wurde Sami Khedira zu einem wertvollen Spieler bei Real Madrid und Juventus Turin. Noch ist offen, welche Bedeutung er für Hertha BSC im Bundesliga-Abstiegskampf haben kann.

Matazarro rechnet mit einem unangenehmen Gegner

Pellegrino Matarazzo sagt: "Es tut der Bundesliga gut, so einen Spieler zurückzugewinnen." Man könne in Stuttgart "stolz sein", so einen "großartigen Spieler entwickelt zu haben".

Und Sami Khedira betont vor der Reise in die Heimat, "dass mein Herz am VfB hängt". Daher werde die Rückkehr "mit sehr vielen Emotionen verbunden sein". Und: Der VfB habe zuletzt "eine tolle sportliche Entwicklung genommen". Inzwischen ist Khedira fast 34 Jahre alt. Zuletzt war er oft verletzt, hat viele Monate so gut wie nicht gespielt. Pellegrino Matarazzo geht aber davon aus, dass für die Hertha "neben seiner fußballerischen Qualität auch sein Charakter" zähle.

Der Trainer des VfB Stuttgart rechnet mit einem schwer zu bezwingenden Gegner, auch wenn das Berliner Team nur auf dem viertletzten Tabellenplatz steht. Unter dem neuen Trainer Pál Dárdai laute das Hertha-Credo: "Kämpfen, beißen und Konter spielen."

Eigentlich, so Matarazzo, hätten die Berliner "nichts zu suchen da unten, wo sie stehen". Aber die Hertha soll möglichst auch nach dem Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Stuttgart tief unten im Tabellenkeller stehen. Dann hätte der VfB ein gutes Ergebnis erzielt. Dann wäre Matarazzo zufrieden. Vielleicht auch wieder mit Philipp Förster, der dann kein Verlierer wäre.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen