Kein Grund für einen dicken Hals

Fußball  Oberligist Neckarsulm kann mit dem 1:1 im Heimspiel gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen gut leben. Zumal die Gäste dem Siegtreffer am Ende gefährlich nahe kommen.

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Ein Duell mit vielen Zweikämpfen: Neckarsulms Pasqual Pander (Zweiter von links) wird hier hart bedrängt, Yannick Eitelwein will ihm helfen.

Foto: Mario Berger

Was sollten die Nackenwärmer im NSU-Design verdecken, die Thorsten Damm als Sportlicher Leiter seinen Oberligakickern nach der Partie gegen Dorfmerkingen als Präsent mit auf den Heimweg gab? Etwa einen dicken Hals nach dem Heim-1:1, dem verpassten dritten Sieg in Serie? "Weder einen dicken, noch warmen oder kalten Hals", machte Damm nach der Punkteteilung gegen starke Gäste von der Ostalb aus. Gemischt sah auch die Gefühlswelt von Trainer Marcel Busch nach dem gerechten Remis aus, er war "ein bisschen enttäuscht, ein bisschen glücklich."

Die Gäste überraschten nicht nur Marcel Busch mit ihrer offensiven Herangehensweise, sie attackierten früh und standen hoch. Daniel Nietzer tauchte in der 9. Minute allein vor NSU-Torwart Marcel Susser auf, der seine Stärke in solchen Duellen mal wieder bewies.

Die Führung war zum dem Zeitpunkt unverdient

"Wir waren heute nie richtig drin im Spiel", sagte Busch. Trotzdem gingen seine Mannen mit 1:0 in Führung. Noah Schorn war in der 18. Minute als Distanztorschütze erfolgreich. Getreu der Devise von Thorsten Damm: Man darf auch mal von außerhalb des Strafraums erfolgreich sein. "Er sollte dahin, aber nicht in einer Bogenlampe", sagte der fränkische Neuzugang über den Schuss, der sich ins Tor senkte. Ein abgefälschtes und sehenswertes Erstlingswerk des Neuen. "Das war in dem Moment nicht verdient", gestand Busch: "Dann muss man das halt mitnehmen und das zweite Tor machen."

Denn die Sport-Union hatte durchaus auch Glück am Samstagmittag. Marc Gallego Vazquez traf nach 24 Minuten den rechten Torpfosten. Die Neckarsulmer hatten ihre beste Phase nach der Halbzeitpause. Pasqual Pander kam im Strafraum unter Bedrängnis zum Abschluss und Fall (46.). "Das hätte man auch pfeifen können", sagte Marcel Busch hinterher. Ein Spitzenteam hätte wohl das 2:0 gemacht. "Wahrscheinlich", befand Marcel Busch. Yannick Eitelwein ließ einen Abpraller nach einem Schorn-Freistoß ungenutzt, die Strafe folgte mit dem 1:1 nur kurze Zeit später. Der sehenswert freigespielte Daniel Nietzer wackelte nach einer Stunde die NSU-Abwehr und Torwart Marcel Susser zum 1:1 aus.

Die Gäste kommen dem 2:1 gefährlich nah

Und wacklig blieb auch das 1:1 aus Neckarsulmer Sicht. Gallego Vasquez kam dem 2:1 für die Gäste in der 63. Minute gefährlich nahe, noch gefährlicher wurde es, als Maximilian Eiselt in der 84. Minute einen 17-Meter-Freistoß an den linken Pfosten setzte. "Ich ärgere mich eher über den Punkt, als dass ich mich freue", sagte NSU-Torschütze Noah Schorn nach dem 18. Punkt im elften Saisonspiel.

Sein Debüt als Joker feierte unterdessen Last-Minute-Neuzugang Domenico Botta. Eine halbe Stunde durfte der neue Stürmer (zuletzt Göppinger SV) ran. Im geborgten Trikot mit der Nummer 24 hinterließ er einen ordentlichen ersten Eindruck. Bald wird er die Nummer zehn tragen. "Es ist total wichtig, dass ich jetzt in einen Spielrhythmus komme", sagt der 32-Jährige, der in Ostfildern lebt und in der 74. Minute aus der Drehung im Strafraum den Ball nicht richtig traf.

Neuzugang Domenico Botta ist zuversichtlich

An die Form von 2017/18 möchte der Neue schnell anknüpfen, als er für Göppingen 18 Saisontore erzielte. "Da werde ich auch wieder hinkommen", ist er sich sicher. "Man hat gesehen, dass er uns weiterhilft", befand Thorsten Damm. Früher oder später werde Botta auch von Anfang an randürfen, sagte Marcel Busch. "Ich will eine erfolgreiche Runde mit den Jungs spielen. Ein einstelliger Tabellenplatz sollte für uns ein realistisches Ziel sein", sagte Bottas nach seinem Debüt.

Egal, was kommt: "Wir fühlen uns für den Rest des Jahres gerüstet", sagte Thorsten Damm mit Blick auf den blauen Nackenwärmer in seiner Hand und die sportliche Situation der Sport-Union. Sollte es demnächst mal wirklich dicke Hälse in Neckarsulm geben, sie lassen sich in den bald kälteren Tagen auch modisch kaschieren.

Neckarsulm: Susser, Bellanave (65. R. Neupert), Romano, Fausel, Seybold, Müller (59. Botta), S. Neupert, Schorn, Gebert, Pander (81. Öztürk), Eitelwein (72. Charrier).

Tore: 1:0 (18.) Schorn, 1:1 (60.) Nietzer.

Schiedsrichter: Mika Forster (Flehingen). Zuschauer: 250.

Treffsichere Topteams

Die Topteams der Oberliga ließen es mal wieder ordentlich krachen. Tabellenführer SGV Freiberg machte aus einem 0:1 beim SSV Reutlingen noch ein 4:1. Der erste Verfolger, die Stuttgarter Kickers, gewannen in Bruchsal gar mit 8:0. Neckarsulm ist Tabellensiebter. 


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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