Kein Abschied, kein Aufstieg, kein Pokal

Fußball  Manche Trainer trifft das coronabedingte Saisonende härter als andere: Sie hätten sich nur allzu gerne mit Zählbarem verabschiedet. So fällt der Abschied noch einmal schwerer aus.

Von Christian Holz
Email

Klar, irgendwie sind beinahe alle unzufrieden mit der unter- und bald wohl auch abgebrochenen Fußballsaison. Solange sie nicht als Aufsteiger feststehen oder etwas glücklich den Klassenerhalt schaffen. Für ein paar Trainer aber ist das Ende schon tragisch: Ihr Abschied zum Saisonende war bereits beschlossene Sache – in Teilen hatten sie aber noch Großes vor und wurden ausgebremst.

 

  • Dieter Gerweck (FVS Sulzfeld):

Ein Pokalendspiel zum Ende seiner Zeit in Sulzfeld sollte es werden, stattdessen wird die 2:3-Niederlage vom 1. März gegen die SpG Kirchardt/Grombach die letzte Partie von Dieter Gerweck beim FVS gewesen sein. Auch wenn der Pokal noch nicht offiziell abgebrochen ist, so ist es doch unwahrscheinlich, dass der Verband den Wettbewerb noch zu Ende spielen lässt, weil die Viertelfinals, in denen die Teilnehmer für den Verbandspokal ausgespielt werden, absolviert sind. Kurios dabei ist, dass der FVS Sulzfeld derzeit trotzdem der einzig feststehende Vertreter des Kreises für den Verbandspokal ist, weil die anderen Halbfinalteilnehmer entweder nicht teilnahmeberechtigt oder aufgrund ihres Aufstieges ohnehin qualifiziert sind.

Das wird Dieter Gerweck, der in der Winterpause 2016/17 Heiko Hafendörfer abgelöst hatte, nicht mehr betreffen. Doch wie fällt sein Rückblick aus? "Es war eine schöne Zeit", sagt Gerweck. Nach dem Kreisliga-Abstieg 2016 fand sich Sulzfeld allerdings auch in der A-Klasse schnell in unteren Gefilden wieder – nach dem Trainerwechsel wurde zunächst der Klassenerhalt zum neuen Saisonziel. Nach Rang acht gelang ein Jahr später mit Platz fünf die erste Positionierung in Nähe der Aufstiegsränge.

Dieter Gerweck

"Ein Glücksfall", dass die gute Jugendarbeit Früchte trug und zur Saison 18/19 die Spieler der A-Jugend-Aufstiegsmannschaft vorab zum Kader stießen. Die Eingewöhnung war erwartungsgemäß nicht problemlos, so dass nochmals Platz acht zu Buche stand. "In der Saison jetzt haben wir, nach den viel zu vielen Gegentoren zuvor, viel Zeit in die Defensivarbeit investiert", sagt Gerweck.

Dass es trotz allem nicht zu einer Spitzenplatzierung reichte, liegt vor allem an der Bilanz aus den Topduellen. "Da fehlen uns neun Punkte aus drei Partien, in denen wir hätten gewinnen müssen, am Ende aber komplett mit leeren Händen dastanden." So bleibt aus der Spielzeit vor allem eine beeindruckende Pokalbilanz in Erinnerung.

 

  • Dominic Roth (SC Siegelsbach):
Kein Abschied, kein Aufstieg, kein Pokal

Zum Ende seiner Zeit als Spielertrainer wäre Dominic Roth (links) mit dem SC Siegelsbach gerne in die Kreisklasse A aufgestiegen. Das Team liegt in der B1 einen Punkt hinter Spitzenreiter Zaisenhausen.

Fotos: Archiv/Klaus Krüger

Auch Dominic Roth hat an die Saison 19/20 naturgemäß keine guten Erinnerungen. Erst das Aus im Kreispokal trotz eines Sieges in der zweiten Runde gegen den FC Rohrbach a.G. wegen eines Formfehlers, dann der wahrscheinliche Abbruch der Spielzeit mit einem Punkt Rückstand auf B1-Spitzenreiter TSV Zaisenhausen. So bleibt eine mögliche Rückkehr in die A-Klasse, in der Dominic Roth das Team in der Saison 16/17 als seine erste Trainerstation von Markus Skamrahl übernommen hatte, versagt.

Das alles mit nur zwei verlorenen Partien und einem Unentschieden. Wie nicht wenige im Kreis vertritt er daher die Ansicht, "dass es weiterhin einer C-Liga bedürfte", um die stärkere B1 als dann einzige B-Klasse mit zwei generellen Aufstiegsplätzen zu versehen. "Sehr schwierig" seien die vergangenen Wochen gewesen, da mehrere Szenarien für die aktuelle Runde kursierten, die den Verein mehr als andere Clubs hin- und hergerissen habe.

Wie es nun für Roth weitergeht? "Ich habe mich entschlossen, zu meinem Ex-Verein SV Rohrbach/S. zurückzukehren." Er hinterlässt beim SCS eine starke und gut ausgebildete Truppe, die, sofern sie von seinen Nachfolgern Dennis Cocic und dem bisherigen Co Daniel Özmen zusammengehalten werden kann, auch in der nächsten Spielzeit eine gewichtige Rolle spielen sollte. Roths Dank nach vier Jahren geht besonders an Daniel Özmen, "mit dem ich eine tolle Zusammenarbeit gepflegt habe".

 

  • Uwe Koser (VfL Mühlbach):

Ein unfreiwilliger Abschied steht in Mühlbach bevor, wo Uwe Koser den Kreisligisten verlassen wird. Sein vorerst letztes Spiel für die Blau-Weißen wird damit die 1:2-Niederlage gegen den Mitaufsteiger SV Gemmingen sein. Der VfL rangiert auf Rang vier und hätte nicht zuletzt durch die Rückkehr von Jan Koser in der Winterpause "sicherlich eine gute Rolle auch hinsichtlich des Relegationsplatzes spielen können", so Koser. Bei noch 13 ausstehenden Partien und vier Punkten Rückstand auf Rang zwei ein realistisches Ziel.

Kein Abschied, kein Aufstieg, kein Pokal

Uwe Koser

Fundament war dafür wieder mal die Defensive, die in elf der 17 bisherigen Saisonspiele im Schnitt maximal ein Gegentor zuließ. Nach den Höhepunkten seiner Zeit beim VfL gefragt, muss Uwe Koser nicht lange überlegen: "Das Jahr 2003 als uns das wohl einmalige Triple von Aufstieg, Pokalsieg und dem Gewinn der Stadtmeisterschaft gelang." Persönlich ist für den VfL-Coach klar, "dass ich so generell als Trainer nicht aufhören möchte". Auch wenn es coronabedingt derzeit auch für Übungsleiter schwer ist, neue Engagements zu bekommen, wird man Koser also wieder an der Seitenlinie sehen.

 

Kommentar hinzufügen