Jako-Cup ist gut angenommen worden

Fußball  Gastgeber FSV Hollenbach jubelt bei der Premiere des Vorbereitungsturniers. 4:0-Sieg im Finale über Oberligist Neckarsulmer Sport-Union.

Email

Erschöpft, aber glücklich: Die Spieler des Verbandsligisten FSV Hollenbach feiern ihren Turniersieg im Sitzen.

Foto: Schmerbeck

Aufstehen zum Jubeln. Nein. Nicht wenn es nicht unbedingt sein muss. Also reckten die Spieler des FSV Hollenbach schnell im Sitzen die Arme hoch als Kapitän Michael Kleinschrodt der Mannschaft den Pokal präsentierte. Vier Spiele an zwei Tagen stecken eben in den Knochen. Auch bei einer verkürzten Spielzeit von zwei mal 25 Minuten. Aber der 4:0-Sieg im Finale des Jako-Cups am Sonntag gegen den Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union tat dem Verbandsligisten gut.

"Wir wollten den Turniersieg", sagte Trainer Martin Kleinschrodt. "Das Endspiel war hervorragend, egal ob Neckarsulm voll besetzt da war oder nicht." Am Sonntag fehlten beim Oberligisten fünf, sechs Stammspieler. Auch wegen der Belastungssteuerung. Darauf wollte Co-Trainer Nikola Grgic aber gar nicht eingehen. Es sollte nicht als Alibi dienen. "Ich will es nicht auf externe Gründe schieben", sagte Grgic. "Hollenbach hat es sehr gut gemacht. Und wenn man drei Gegentore nach Standards kassiert, zieht das einem den Stecker."

Verletzungen von Pander, Romano und Schappes

Grgic wurmte die Niederlage aber ganz gewaltig. Vor allem weil sie in der kurzen Spielzeit so deutlich ausfiel. Dazu kamen drei Verletzungen. Pasqual Pander zog sich eine muskuläre Verletzung zu, Marco Romano knickte um und Lukas Schappes bekam einen Tritt an den Kopf. Das ganze eine Woche vor dem Pflichtspielstart im WFV-Pokal. Trotzdem sagte Grgic: "Ich finde es immer eine gute Sache, in solchen Turnieren Kraft zu tanken und zu spielen. Auch wenn wir durch die Finalniederlage und die Verletzungen einen Brocken schlucken müssen. Mit einem 0:4 gegen einen Verbandsligisten aus dem Turnier zu gehen, tut schon weh."

Dafür zeigte sich, dass auf Torhüter Nico Bayha Verlass ist. Er wechselte vor der vergangenen Saison vom VfR Gommersdorf auf den Pichterich nach Neckarsulm. Nun könnte er in der Vorrunde in der Verantwortung stehen. Denn Stammkeeper Marcel Susser droht wegen einer Hüftverletzung lange auszufallen. Vielleicht muss er gar operiert werden. "Aber mit Nico haben wir einen überragenden Torhüter", meinte Grgic. "Auf dieser Position haben wir sicher keine Probleme. Wir haben das volle Vertrauen zu ihm. Er strahlt auch im Training viel Ruhe aus." Trotzdem schauen sich die Neckarsulmer nach einem Schlussmann um, weil sonst der Backup fehlt.

Bayha trifft auf seinen ehemaligen Verein

Schon in den Gruppenspielen des Jako-Cups war Bayha auf seinen Ex-Verein getroffen. Gegen Gommersdorf gelang Neckarsulm ein 1:0-Sieg. Der nordbadische Verbandsligist setzte sich trotzdem als Zweiter in der Gruppe durch, verlor das Spiel um Platz drei dann aber gegen den württembergischen Verbandsligisten TSV Crailsheim mit 0:5. Damit machten auch die gesetzten Teams die ersten vier Plätze unter sich aus.

Mit dem TSV Neuenstein (Bezirksliga Hohenlohe, 8. Platz Jako-Cup), dem SV Wachbach (Bezirksliga/7.), der SGM Markelsheim/Elpersheim (Kreisliga A/6.) und dem TSV Dünsbach (Bezirksliga/5.) hatten sich die vier Sieger von vier Qualifikationsturnieren in der Vorwoche ein Ticket für die Final-Veranstaltung gelöst. "Wir wollten schon dabei sein", meinte der Neuensteiner Trainer Karlheinz Pfeiffer. "Für uns war es wichtig, die Belastung zu haben. Wir wollten dabei sein. Das waren gute Trainingseinheiten." Ähnlich hatte es auch der Gommersdorfer Teammanager Daniel Gärtner gesehen. "Grundsätzlich war es eine gute Sache, dass man nach der langen Pause wieder auf den Sportplatz kann, dass man Bekannte sieht. Das waren gute Tests zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung."

Kein Freundschaftsspiel, sondern Turnier mit Wettkampfcharakter

"Ich finde solche Turniere gut, weil im Gegensatz zu reinen Freundschaftsspielen Wettkampfcharakter dabei ist", meinte der Hollenbacher Mittelfeldspieler und Jako-Marketingleiter Christoph Rohmer. "Es gibt für uns keinen Grund, das nicht wieder anzugehen. Denn auch das soziale Drumherum passt und ist auch wichtig."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Kommentar hinzufügen