Ist Nicolas Gonzalez auch beim Comeback schwer zu greifen?

Fußball  Der Toptorjäger des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart steht Trainer Pellegrino Matarazzo im Spiel am Samstag bei Hertha BSC Berlin nach seiner Muskelverletzung wieder zur Verfügung.

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Nicolas Gonzalez ist nach seinem Bündelriss wieder spielbereit.

Foto: dpa

Wahrscheinlichkeitsangaben sind nicht das Schlechteste. Man hat ein bisschen Orientierung. Aber verlassen sollte man sich auf die Wahrscheinlichkeiten nicht.

Insofern bleibt unklar, ob Nicolas Gonzalez an diesem Samstag im Bundesligaspiel bei Hertha BSC zur Startelf des VfB Stuttgart gehören wird. Der Argentinier ist nach gut fünfwöchiger Verletzungspause wieder fit. Als Stuttgarter Toptorjäger der Zweitliga-Saison könnte Gonzalez von Nutzen sein. Aber Trainer Pellegrino Matarazzo wollte sich nicht frühzeitig öffentlich festlegen. "Wir sind bei vielleicht 35, 40 Prozent, dass er von Anfang an spielt."

Frechheit als Stärke

Es ist bisher für den Aufsteiger VfB offensiv ziemlich gut gelaufen. Silas Wamangituka als Flügelmann, mal rechts, mal links eingesetzt, hat überzeugt und zwei Liga-Tore erzielt. Der Zwei-Meter-Riese Sasa Kalajdzic war als Stoßstürmer sogar drei Mal erfolgreich.

Allerdings hat Nicolas Gonzalez, dessen Stammplatz auf der linken Angriffsseite ist, seinen Nutzen in der Vergangenheit schon nachgewiesen. Matarazzo hat die Stärken des Argentiniers nochmal zusammengefasst: "Zielstrebigkeit, Frechheit, sein Tempo, mittlerweile auch sein Torabschluss mit links." Das Fazit des VfB-Trainers: "Er ist schwer zu greifen."

Darum wird es letztlich gehen, dass die Berliner den Stuttgarter Angriff nicht entscheidend lahmlegen. Aber es wäre vielleicht auch von Vorteil, ein Ass im Ärmel zu haben, einen Joker einwechseln zu können. Die Wahrscheinlichkeitsangabe des Trainers lässt Spielraum in alle Richtungen.

Problemzone Bündelriss im Hüftbereich

Noch hat Nicolas Gonzalez diese Saison keine Pflichtspielminute für den VfB absolviert. Seit Anfang Setember, dem Saisonvorbereitungsspiel gegen Racing Straßburg (4:2), laborierte der Stürmer an einem Bündelriss im Hüftbereich.

Jetzt kann der 22-Jährige wieder Gas geben. Ab wann und wie lange, das wird man sehen. Pellegrino Matarazzo hat bei der Frage nach den Erfolgsfaktoren in Berlin nicht auf bestimmte Spieler verwiesen, sondern auf die Homogenität des gesamten Teams. Wichtig werde jetzt nach der Länderspielphase sein, "welche Mannschaft sich am schnellsten sammeln kann und eine Einheit formen kann. Ich glaube, das ist entscheidend für das kommende Spiel. Ich habe vollstes Vertrauen, dass wir auf einem guten Weg sind."

VfB-Spiel wird unberechenbarer

Trotz der diversen Verletzungsausfälle ist der VfB-Trainer zuversichtlich, dass die bisher gute Bilanz des Aufsteigers fortgeführt werden kann. Man habe im Vergleich zur 2. Liga eine "zweite Waffe entwickeln" können. "Durch unser Pressing, unser Konterspiel", meint Matarazzo. Das war eine Klasse tiefer nicht möglich, da warteten die Stuttgarter Gegner in sehr vielen Begegnungen weit hinten in der eigenen Hälfte auf die VfB-Profis. Jetzt in der Bundesliga sei das Spiel seiner Mannschaft "ein Stück weit unberechenbarer" geworden.

Der schnelle Nicolas Gonzalez wäre fürs Konterspiel auf jeden Fall eine gute Besetzung. Matarazzo will aber auch auf die erste Waffe des VfB setzen: "Wir können auch den Gegner konstruktiv knacken."


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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