Ist die Erinnerung ans 5:1 des VfB in Dortmund Mutmacher oder Belastung?

Fußball  Silas ist für das Stuttgarter Gastspiel beim BVB doch noch keine Option. Trainer Matarazzo hat sich verstärkt in die Arbeit gestürzt.

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Mateo Klimowicz , Matej Maglica, Hiroki Ito, Trainer Pellegrino Matarazzo und Borna Sosa.

Ein paar Bierchen wurden getrunken, das weiß man jetzt. Die beiden letzten bitteren Pleiten des VfB Stuttgart vor der Länderspielpause mussten verarbeitet werden, es galt, den Kopf freizubekommen.

Trainer Pellegrino Matarazzo hat sich nach dem 0:1 gegen Bielefeld und dem vorangegangenen 1:4 in Augsburg erstmal in die Arbeit gestürzt. Mit den in Stuttgart verbliebenen Spielern gab es viel zu tun. "Ich bin nicht am Ende meiner Kapazität." Er habe "das Gefühl, noch mehr geben zu können". Doch dann kam das Wochenende. "Da habe ich versucht abzuschalten." Matarazzo verbrachte Zeit mit seiner Familie, ging mit dem Hund im Wald spazieren und bekam Besuch von einem Freund. "Wir haben ein bisschen Bierchen getrunken." Sowas kann helfen.

Zuletzt zwei schmerzhafte Niederlagen

Die beiden Niederlagen gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt haben die Verantwortlichen beim VfB sehr geschmerzt. Aber jetzt geht der Blick nach vorne, an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) soll beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund möglichst gepunktet werden.

In der vergangenen Saison gab es den famosen 5:1-Coup des VfB in Dortmund. Die Erinnerung daran will Pellegrino Matarazzo nicht abblocken. "Das darf uns Mut geben." Doch der Trainer warnt auch vor dem Risiko. "Das ist ein zweischneidiges Schwert." Der glorreiche Auftritt damals schüre womöglich die Erwartungshaltung. Zu viel Druck soll der sowieso verunsicherten Mannschaft aber nicht aufgebürdet werden.

Im zweiten Jahr - entscheidet der Kopf

Die bekannte Plattitüde vom schwierigen zweiten Jahr für einen Aufsteiger hat sich beim VfB Stuttgart bisher bewahrheitet, auch weil es viel Verletzungspech gab und die Corona-Ausfälle obendrauf. Doch Matarazzo weiß um den gewichtigen Wahrheitskern der Weisheit vom zweiten Jahr: "Es ist sicherlich ein mentaler Aspekt." Die VfB-Profis sollen bloß nicht in eine dramatische Negativspirale hineinrutschen.

Klar ist, dass Stürmer Silas nach seiner achtmonatigen Verletzungs-Zwangspause nicht das erhoffte Comeback feiern kann. Es dauere "noch ein paar Tage", bis er eine echte Option sei, sagt der Trainer. "Wir wollen kein Risiko eingehen." Man habe so lange gewartet, da komme es nicht drauf an, wenn es nun eine Woche später werde. 


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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