Neuenstein mal zwei: Fußballer und ihre Gemeinsamkeiten

Fußball  In Hessen und Hohenlohe gibt es jeweils ein Neuenstein. Die Fußballer der beiden Gemeinden haben interessante Gemeinsamkeiten wie sich bei näherem Betrachten der Vereine herausstellt.

Email

Vor einigen Tagen hatte Karlheinz Pfeiffer ein überraschendes, aber nicht minder angenehmes Telefongespräch. Und zwar mit Hartmut Wenzel. Dieser ist Redakteur der "Hersfelder Zeitung" und recherchierte über eine Geschichte zu den Parallelen des TSV Neuenstein in Hohenlohe und der SG Neuenstein im Kreis Hersfeld (Hessen). 274 Kilometer trennen die beiden Orte.

Gleiche Spielklasse und auch die Trainer haben den selben Nachnamen

"Das ist schon ein großer Zufall", sagt Pfeiffer über einige Gemeinsamkeiten. Denn beide Teams spielen in der Bezirksliga - die in Hessen allerdings Kreisoberliga heißt. Und in der jeweiligen Klasse steht das Team mit 21 Punkten auf Platz vier. Für beide ist das ein besseres Ergebnis als erwartet. "Realistisch wäre für uns ein Platz zwischen sechs und zehn", sagt Pfeiffer.

Noch dazu heißen die Trainer Pfeiffer, beim TSV Karlheinz mit Vornamen, bei der SG Christian. Beide wussten vor Wenzels Recherchen nichts vom anderen Neuenstein.

Anders ist das bei TSV-Abteilungsleiter Roland Karle, der aus seiner Bundeswehrzeit eine dunkle Erinnerung an das andere Neuenstein hat: "Da bin ich auch auf dem Weg ins Manöver in dem hessischen Neuenstein gewesen."

Die Geschichte hat sich immer weiter entwickelt

Und wie es mit Geschichten eben ist, entwickeln sie sich bei der Recherche weiter. So wurde es eben eine ganze Zeitungs-Seite. "Beide Orte haben auch ein Schloss", sagt Wenzel. Und so kam es auch schon vor, dass das mitten in der Stadt befindliche Wasserschloss aus Hohenlohe auf der Homepage des hessischen Landkreises gelandet ist, anstatt des über dem Ortsteil Saasen befindlichen Schlosses. Auch fehlgeleitete Anrufe gab es in den Stadtverwaltungen hin und wieder.

Aber es gibt auch einen Unterschied: Die SG Neuenstein ist eine Spielgemeinschaft, die vor eineinhalb Jahren aus den Vereinen SWV Untergeis, TSV Obergeis, SV Mühlbach und dem TSV Raboldshausen gebildet wurde. Der TSV Neuenstein ist ein Traditionsclub, der 140 Jahre alt ist und 1700 Mitglieder zählt. Und dabei taucht wieder ein Zufall aus: Auch im Hohenlohischen gibt es ein Raboldshausen, in der Nähe von Blaufelden.

Vielleicht gibt es ein Freundschaftsspiel

Irgendwann könnte es nun eine Begegnung der besonderen Art geben. "Sobald alles wieder offen ist, setzen wir uns in den Bus und fahren dort hin. Aber es muss dann auch ein Fest geben, weil wir in der dritten Halbzeit stark sind", sagt Karlheinz Pfeiffer.

Wann das aber sein wird und möglich ist, bleibt noch offen. "Im Moment ist es müßig, über Fußball zu diskutieren", sagt Pfeiffer. "Ich denke, man braucht nicht drumrumreden, die Saison geht nicht weiter. Die Lösung in der letzten Saison mit dem Abbruch war in Ordnung. Aber diese Runde hätte man im September einfach weiter laufen lassen sollen. Dann hätten wir die zehn Spiele schon mal gespart. Man weiß ja nicht, was noch kommt. Und die Möglichkeit, dass man sich vor dem Training und Spielen testet, ist doch nicht praktikabel." Wie es weitergeht und wann die nächste Saison beginnen kann, hängt für Pfeiffer in erster Linie von der Impf-Geschwindigkeit ab.

So will Pfeiffer nicht aufhören

Das klingt zumindest danach, dass er auch in der nächsten Saison Trainer des TSV Neuenstein sein wird. "Wir haben bereits darüber geredet", sagt er. "Normal schon. Aber es ist nicht ganz sicher. Allerdings will ich so nicht aufhören. Auf der anderen Seite ist ja bei uns alles gut. Es passt."

Und so geht er auch davon aus, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Für die älteren Spieler ist die Situation natürlich schwierig, aber ich denke, es gibt keine großen Veränderungen." Aber seit der Saison-Unterbrechung gab es nur noch vereinzelte Kontakte untereinander. "Ohne Ziel vor Augen braucht man doch auch nichts machen. Es verbreitetet eher noch mehr Frust", sagt Pfeiffer. In solchen Zeiten sind überraschende Anrufe dann eine nette Abwechslung.

Wer weiß, vielleicht bekommt er bald nochmal einen Anruf. Denn es gibt gar ein drittes Neuenstein. Das liegt in Rheinland-Pfalz (Gemeinde Ormont), hat aber nur ganz wenige Einwohner. In dieser Zahl übertrumpft das hohenlohische Neuenstein mit rund 6600 Einwohnern auch das hessische mit rund 3000 Einwohnern. Dieses umfasst allerdings die größere Fläche.

 

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Kommentar hinzufügen