Im Zweifel Tempo statt Geduld

Fußball  Im Heimspiel gegen Durlach-Aue will Verbandsligist VfB Eppingen entschlossener auftreten als vor einer Woche gegen Neckarelz. Vor allem soll deutlich mehr Tempo in die Offensivaktionen.

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Kleiner Freudenhüpfer: Eppingens Julius Reinbold (Mitte) freut sich über seinen Führungstreffer gegen Neckarelz. Er hat in drei Spielen zwei Mal getroffen.

Foto: Klaus Krüger

Trainer predigen gerne, dass ihre Mannschaften im Spiel geduldig sein müssen. Vor allem gegen einen sehr tief stehenden Gegner sei Langmut das Mittel der Wahl. Wohl dosiert, aber beharrlich angreifen. Diesen Schritt hat auch der VfB Eppingen in seiner Entwicklung schon gemacht. Gefallen hat das dem Trainer aber nur bedingt.

"Mir war das schon fast zu geduldig", sagt David Pfeiffer rückblickend. Beim lockeren 3:0 gegen Neckarelz vermisste er gegen den fast schon erschreckend harmlosen Verbandsliga-Kontrahenten die Gier seines Teams, das Ergebnis höher ausfallen zu lassen. "Wir müssen in solchen Situationen dann mehr Tempo aufbauen", sagt Pfeiffer.

Die Eppinger wissen, dass sie das besser machen müssen. Und die Gelegenheit dazu bietet sich an diesem Samstag, 16 Uhr, gegen die Spielvereinigung Durlach-Aue. Und die Rahmenbedingungen sind ähnlich: Wieder hat der VfB ein Heimspiel, wieder gegen ein Team von unten.

Der gegner ist nicht gut in die Saison gestartet

Und wieder sind die Kraichgauer personell so aufgestellt wie in der vergangenen Woche. "Es kommt jedenfalls niemand dazu, aber Marinko Balikic muss aus privat nochmal nach Kroatien und wird uns fehlen." Da der Innenverteidiger aber auch gegen Neckarelz nur auf der Bank saß, ändert sich nur der Gegner - und der ist alles andere als gut gestartet.

Bei den Karlsruhern gab es im Sommer einen etwas größeren Umbruch, ähnlich wie vor einem Jahr in Eppingen. Der Trend geht zu mehr jungen Spielern. "Wir sind daher noch in der Findungsphase", sagt Daniel Kreuzer. Nach acht Jahren als Coach in Kürnbach kehrte der 44-Jährige diesen Sommer zurück zu seinem Heimatverein. Seine Mission: der Klassenerhalt. "Nichts anderes." Der Start verlief nicht wie erhofft, gegen Spielberg setzte es zu Saisonbeginn ein 1:7, beim SV Waldhof Mannheim II verloren die Karlsruher vergangen Woche mit 0:3 und stehen auf dem letzten Platz.

In Sachen Mentalität ist Durlach-Aue eine andere Hausnummer

"Von den beiden Ergebnisse sollten wir uns aber nicht täuschen lassen", sagt David Pfeiffer. Zumal Durlach beide Male erst hinten raus den Anschluss verloren hatte. "Die muss man erstmal bezwingen", zeigt Pfeiffer Respekt. Gerade von der Mentalität sei die Kreuzer-Elf eine andere Hausnummer als Neckarelz, das am Samstag keinen guten Tag erwischt hatte. "Durlach-Aue hat noch genug Erfahrene drin, die wissen, wie man dagegenhält." Charakterlich habe er "ganz tolle Jungs", sagt Daniel Kreuzer. "Uns fehlt nur einer, der weiß, wo das Tor steht." Da befand sich Kreuzer unter der Woche noch in vielversprechende Gesprächen, bis Samstag wird das aber nichts werden.

Umso mehr werden die Gäste bei den Eppingern erstmal zusehen, defensiv gut zu stehen. Abgesehen davon schaut Pfeiffer ohnehin in erster Linie auf sein Team. "Die grundsätzliche Frage ist immer: Was kann ich selber aktiv beitragen?" Die Antwort ist: "Wenn wir uns an unseren Plan halten und zulegen, sind wir gut beraten."

Die Spielfreude war Eppingen noch abgegangen

Das heißt auch: mehr Tempo vor allem in den Aktionen nach vorne entwickeln. Denn die Spielfreude war den Eppingern im ersten Heimspiel noch ein wenig abgegangen - wobei Pfeiffer das mit mehr Abstand betrachtet auch nicht zu hoch hängen möchte. "Sowas muss sich auch erst entwickeln."

Grundlegend seien sowohl die Mannschaft als auch das Trainerteam in Eppingen sehr motiviert, so dass vielleicht auch eine gewisse Verkrampfung da war. Mit den Ergebnissen würde auch das Selbstvertrauen kommen und damit die erhoffte, und noch vermisste, Lockerheit. "Das müssen wir uns auch erarbeiten." Gelingt das gegen Durlach-Aue, könnte das Eppinger Punktekonto nach drei Spielen auf sieben anwachsen. Bei aller Geduld: "Das muss das Ziel sein", sagt Pfeiffer.

Zweikampf um die Nummer eins im Tor

So langsam nimmt der Kampf um die Nummer eins im Tor des VfB Eppingen an Fahrt auf: Hat Neuzugang Akin Akar zu Beginn der Saison von den verletzungsbedingten Ausfällen von Murat Zeyrek und Leon Dobler profitiert, ist zumindest Letzterer wieder im Mannschaftstraining. "Das Knie hält, Leon wird immer besser", freut sich Trainer David Pfeiffer auf das interne Duell in den nächsten Wochen. "Im Moment hat aber Akin die Nase vorn." map


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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