Hollenbach reist zum Topspiel

Fußball  Verbandsliga-Tabellenführer spielt beim SSV Ehingen-Süd. Kleinschrodts Minimalziel ist ein Punkt.

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Die überdachte Tribüne in Hollenbach ist mittlerweile fertig gestellt. Als nächstes steht für Lorenz Minder und den FSV aber ein Auswärtsspiel an.

Foto: MarcSchmerbeck

Es wird eines dieser Spiele, für die verschiedene Floskeln benutzt werden können. Eine der Partien, die im Fokus stehen. Wenn der FSV Hollenbach am Samstag um 15.30 Uhr beim SSV Ehingen-Süd antritt, empfängt der Jäger den Gejagten. Dann treten zwei Verbandsliga-Spitzenteams zum Topspiel, zum Spitzenspiel an. Oder der Tabellenführer will die Spitzenposition beim Verfolger verteidigen. Andererseits, und auch dieser Ausdruck wird gerne benutzt, gibt es auch in dieser Partie nur drei Punkte zu verteilen.

Für Martin Kleinschrodt, den Trainer des FSV Hollenbach, ist jedenfalls ein Punkt das Minimalziel. Und sein Bruder Michael Kleinschrodt sagte schon nach dem 4:0-Heimsieg gegen Friedrichshafen: "Das wird ein anderes Kaliber. Es wird ekliger sein. Da brauchen wir elf Krieger auf dem Platz." Er selbst zeigte gegen Friedrichshafen eine ganz starke Partie.

Hollenbachs vordere Reihe funktioniert

Von Manager Karl-Heinz Sprügel wurde Kleinschrodt eine "überragende Leistung" bescheinigt. Er traf selbst und legte für Torjäger Hannes Scherer auf. "Es klappt immer besser mit Hannes", meinte Kleinschrodt. Und Trainer Martin Kleinschrodt sagt: "Es freut mich, dass unsere vordere Reihe mit Mike (Michael Kleinschrodt) und Hannes gerade so gefährlich ist." Scherer steht mit neun Treffern auf Rang zwei der Verbandsliga-Torjägerliste - zusammen mit Michael Schürg (Rutesheim) aber hinter Janik Michel (Holzhausen). Matthias Hahn und Michael Kleinschrodt sind mit jeweils fünf Toren die zweitbesten Hollenbacher Schützen. Das große Plus des FSV ist aber der ausgeglichen stark besetzte Kader und die mannschaftliche Geschlossenheit.

Für Michael Kleinschrodt gibt es noch einen wichtigen Faktor: Boris Nzuzi. "Er ist bei uns gerade ein Riesentrumpf. Was der läuft, ist brutal. Wahnsinn." Nzuzi ist fast überall auf dem Feld zu finden. Und zwar dort, wo es nötig ist. Seine Präsenz - gerade auch bei gegnerischen Kontern - könnte in Ehingen noch wichtig werden.

Martin Kleinschrodt lässt sich nicht blenden

Davon, dass der SSV am vergangenen Wochenende 0:3 gegen den VfB Neckarrems verlor, lässt sich Martin Kleinschrodt nicht blenden. "Deshalb sind sie hier noch gefährlicher", sagt der Coach. "Das ist eine variable Mannschaft. Die haben so viele gute Spieler, dass sie rotieren können." Vor allem hat der SSV einige Akteure in den Reihen die schon höherklassig gespielt haben. Marco Hahn ist zum Beispiel ist Regionalliga erfahren. Maurizio Scioscia hat gar einige Minuten für Heidenheim in der zweiten Bundesliga gespielt. Kevin Ruiz spielte 3. Liga.

"Das ist eine Top-Drei-Mannschaft", sagt Kleinschrodt. "Ich weiß, was auf uns zukommt. Es wird eines der schwersten Auswärtsspiele, zu dem ich definitiv mit Respekt hinfahre. Ich habe versucht, die Jungs darauf einzustellen." Mit Simon Dilger haben die Ehinger zudem einen gefährlichen Angreifer, der auch bereits acht Treffer erzielte.

"Die haben Topspieler", sagt Kleinschrodt. "Da müssen wir hellwach sein und aufpassen. Die Ehinger sind dafür bekannt, dass sie eine spielstarke Truppe haben." Trotzdem wollen die Hollenbacher auch auf die eigenen Stärken vertrauen, sich nicht nach dem Gegner richten.

Ein Punkt ist das Hollenbacher Minimalziel

"Wir fahren dort hin und schauen, was rauskommt. Definitiv ist für mich das Ziel ein Punkt. Das Minimalziel. Es wäre vermessen zu sagen, wir wollen dort gewinnen. Wir respektieren den Gegner. Aber so wie wir gerade drin sind, fahren wir gefestigt nach Ehingen und wollen auch nach vorne spielen." Zum ersten Mal wird Neuzugang Florian Ruck im FSV-Kader stehen. Dafür fallen Jonas Limbach und Robin Dörner noch länger aus, während MariusUhl zumindest wieder ins Lauftraining eingestiegen ist.

Nach dem klaren Erfolg am vergangenen Wochenende arbeiteten Kleinschrodt und sein Co Stefan Roth mit der Mannschaft an Kleinigkeiten. Das Trainerteam will keine Zufriedenheit aufkommen lassen. "Obwohl es gut läuft, spreche ich die Punkte an, auf die wir achten müssen", sagt Kleinschrodt. "Die Jungs ziehen auch mit. Ich merke, wie sie mitdenken und Verantwortung übernehmen. Das ist mir auch wichtig." Denn um bei den Floskeln zu blieben: Die Hollenbacher wären auch gerne am Samstag Abend noch die Gejagten.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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