Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß und die Wirkung von Worten

Fußball  Im Heimspiel am Freitag gegen den 1. FC Köln muss ein anderer Hoffenheimer Auftritt her als zuletzt beim VfB Stuttgart.

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Zwei Aufnahmen, die für den Hoffenheimer Auftritt beim VfB Stuttgart stehen. Ein fragender Sebastian Hoeneß (oben) und ein enttäuschter Kevin Vogt.

Fotos: dpa

Wenn das mal nicht schlechte Vorzeichen sind. Im vergangenen März ging die TSG Hoffenheim mit einer Niederlage (1:2 gegen Mainz 05) in die erste Länderspielphase des Jahres 2021 und kam noch schlechter heraus (1:2 in Augsburg). Im vergangenen September lief es mit dem 2:3 in Dortmund und dem anschließenden 0:2 gegen Mainz auch nicht besser. Da verheißt das 1:3 in Stuttgart vor der aktuellen Bundesligapause nichts Gutes für die Kraichgauer.

An diesem Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) geht es für die Mannschaft von Sebastian Hoeneß darum, zum Auftakt des 9. Spieltags gegen den 1. FC Köln eine Trendwende zu schaffen. Endlich mal erfolgreich aus einer Bundesligapause starten. Mit einem flammenden Appell hatte Hoeneß seine Mannen nach der Pleite von Stuttgart zu ihren Nationalauswahlen verabschiedet, übrigens nicht zum ersten Mal. Die Wirkung der Worte wird sich weisen. "Ich bin Optimist, wir sind gut durch die Pause gekommen, die Jungs sind alle gesund und munter von ihren Länderspielen zurückgekehrt", sagte Hoeneß am Mittwochvormittag auf der digitalen Pressekonferenz.

 

Hopp formuliert dauerhaften Anspruch auf die Top sechs

Für Hoeneß und Co. wird es der erste Auftritt in der Sinsheimer Arena, seit Mehrheitsgesellschafter Dietmar Hopp exakt dort bei der Mitgliederversammlung kurz vorm Spiel beim VfB Stuttgart vom dauerhaften Anspruch sprach, einen Platz in den Top sechs zu belegen. Worte mit Wirkung, ganz klar.

Von dieser Zeitung mit den Hopp-Aussagen konfrontiert und der damit verbundenen Erwartungshaltung, sagt Hoeneß: "Dass Dietmar ambitioniert ist, das weiß ich. Das ist auch gut so - und auch gut für den Club. Das hat mich in keinster Weise unter Druck gesetzt. Was mich unter Druck setzt, das ist meine eigene Erwartungshaltung, ein Sieg gegen den 1. FC Köln." Ein Heimsieg muss auch dringend her, "um weiter Anschluss zu halten an die interessanten Plätze", weiß auch Hoeneß das Duell des aktuellen Tabellenelften Hoffenheim (acht Punkte) mit den Kölnern (zwölf Punkte) richtig einzuschätzen.

 

Hoeneß hat keine Lust "über irgendwelche Endziele zu sprechen"

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß und die Wirkung von Worten

Die Kölner stehen damit interessanterweise exakt auf jenem von Dietmar Hopp ins Spiel gebrachten sechsten Rang. "Es macht keinen Sinn, über irgendwelche Endziele zu sprechen. Wir tun gut daran, uns auf das Hier und Jetzt zu fokussieren - und das ist Köln", sagt Sebastian Hoeneß.

Auffällig oft thematisierte Hoeneß am Mittwoch die mentale Komponente der aktuellen Situation. "Es geht um Psychologie", sagt er vor dem Duell mit einer der positiven Überraschung der ersten acht Spieltage. Die Kölner bringen anders als die Hoffenheimer viel Selbstbewusstsein mit nach Sinsheim. "Ich würde sie eine Mannschaft der Stunde nennen", sagt Hoeneß über das Team von Steffen Baumgart, das vor wenigen Monaten beinahe aus der Bundesliga abgestiegen wäre.

Sinsheimer Arena erstmals seit Februar 2020 gut gefüllt

Leidensfähigkeit sei gegen Köln bei seinen Spielern gefordert, betonte Hoeneß. Die war mitunter auch von den im Schnitt 8500 Zuschauern in den ersten drei Hoffenheimer Heimspielen gefordert. Erstmals seit Februar 2020 wird die Sinsheimer Arena am Freitagabend gut gefüllt sein, bis auf wenige Stehplatztickets sind die rund 15 000 verfügbaren Tickets allesamt weg. 2000 bis 3000 Eintrittskarten gingen an Fans aus Köln.

Weitere positive Nachrichten aus TSG-Sicht: Der langzeitverletzte Kapitän Benjamin Hübner hat erstmals wieder Teile des Mannschaftstrainings absolviert. Im Gegensatz zu Christoph Baumgartner (muskuläre Probleme) ist Hübner noch kein Comeback-Kandidat für Freitagabend.

 

Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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