Hoffenheims Sebastian Hoeneß rechnet sich was aus in München

Fußball  Hoffenheims Cheftrainer lässt vor dem kniffligen Gastspiel beim Rekordmeister an diesem Samstag (15.30 Uhr) hier und da Angriffslust durchblitzen. Respekt ja, Angst nein - das soll das TSG-Motto dabei sein.

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Zwei mit München-Bezug: Sebastian Hoeneß trainierte Chris Richards (rechts) bis zum Sommer 2020 in der U23 der Bayern.

Foto: dpa

Sturmtief "Ignatz" hat den Hoffenheimer Trainingsplan am Donnerstag durcheinander gewirbelt. Vom Winde verweht. "Ich muss die Standardübungen überdenken", sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß am Donnerstag, "die Flanken, die geplant waren. Wir werden das beste daraus machen." Das soll auch für das Gastspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gelten. Eine meteorologische Sturmwarnung besteht dann für München-Fröttmaning nicht. Eine fußballerische aber schon. Stürmisch sind die Bayern ja zuletzt über Leverkusen (5:1) und Lissabon (4:0) hinweggefegt. Wie ein Tornado, der blitzschnell da ist, vor dessen Zerstörungskraft es kein Entrinnen gibt.

Wie bei einem Sturm gilt: nicht umwerfen lassen

In Leverkusen erzielten die Bayern vier Tore innerhalb von sieben Minuten, in Lissabon fielen in der Schlussphase binnen vier Minuten drei Münchner Treffer. "Im Normalfall wird es nicht so sein, dass du gegen die Bayern spielst und keine Druckphasen und Chancen überstehen musst", sagte Hoeneß: "Das musst du mental einplanen, dass du dich davon nicht umwerfen lässt."

Dass die Bayern am Mittwochabend in Lissabon bis zur 70. Minute mehr Mühe hatten, als ihnen lieb war, könnte ein kleiner TSG-Vorteil sein. Das coronabedingte Fehlen von Cheftrainer Julian Nagelsmann ein noch größerer, oder? "Es ist grundsätzlich so, dass es besser ist, wenn der Cheftrainer an der Linie steht", sagte Hoeneß über seinen Vor-Vorgänger bei der TSG. Neue Ansätze brachte das TV-Studium am Mittwochabend nicht. Verwundbar sind die Münchner im Umschaltspiel und bei Standards. Klar ist aber auch: "Sie sind ins Laufen gekommen, der Respekt ist da, der Respekt ist groß", sagte Hoeneß, um schnell nachzuschieben: "Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir nach München fahren, um es trotzdem zu versuchen, die Bayern zu ärgern, die Bayern vor Probleme zu stellen."

Leidensfähigkeit ist gegen die Bayern gefordert

Die wenigen eigenen Chancen konsequent nutzen, das gelang beim Heimspiel-4:1 vor einem Jahr prima, in der Rückrunde beim 1:4 weniger. "Es wird wichtig sein, im Spiel Leidensfähigkeit zu zeigen. Das ist die Kunst des Spiels", sagte Hoeneß und ließ mehr als nur einmal Angriffslust durchblitzen: "Wir rechnen uns da schon was aus."

Eine kämpferische Einstellung wie zuletzt beim 5:0 gegen Köln muss als Grundvoraussetzung her, um etwas Zählbares aus der Arena mitzunehmen. Ein Schlüssel war dabei die Umstellung von Vierer- auf eine Fünferkette mit Florian Grillitsch als Abwehrboss. Und Dennis Geiger auf der Sechserposition, "der eine gewisse Komponente ins Spiel bringt", wie es Hoeneß ausdrückt. Körperlichkeit, Galligkeit, Mentalität. "Das Bayern-Spiel wird anders", will sich der ehemalige Münchner-U23-Trainer nicht in die Karten schauen lassen.

Wer ersetzt Pavel Kaderabek?

Ein Faktor ist schließlich auch, wer die Rolle des eigentlich unersetzbaren Pavel Kaderabek einnimmt. Der Rechtsverteidiger wird mit seiner Sprunggelenkverletzung noch mindestens drei Wochen ausfallen.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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