Hoffenheims Sebastian Hoeneß hat keine Angst vorm Jobverlust

Fußball  Der Hoffenheimer Trainer Sebastian Hoeneß weiß um den Druck, der vorm Duell bei Bundesliga-Schlusslicht Schalke 04 auch auf ihm lastet. Auf dem Trainingsplan stand vor allem die Abwehrarbeit.

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Enttäuschung pur nach dem 1:3 gegen Freiburg bei Hoffenheims Christoph Baumgartner.

Foto: dpa

Was hilft, wenn es schlecht läuft? Natürlich muss die Kommunikationsstrategie die positiven Errungenschaften betonen. Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß hat das am Donnerstagvormittag in der virtuellen Pressekonferenz vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Schalke getan. "Es ist wichtig, auch Bezug auf positive Dinge zu nehmen", sagte der 38-Jährige. Als da wäre: Hoeneß schwärmte von den zwei Akademiespielern Stefan Posch und Christoph Baumgartner "die sich nicht nur zu Stammspielern, sondern auch zu Führungskräften entwickelt haben." Hoeneß lobte Spieler wie Diadie Samassekou, Kevin Vogt und Oliver Baumann.

"Wir haben junge Spieler, die in den Fokus rücken. Das ist wichtig für uns, ich denke da an Melayro Bogarde, Marco John und Maximilian Beier." Für Spieler-Weiterentwicklung gibt es allerdings keine Bonuspunkte in der Tabelle. Die Hoeneß-Erkenntnis lautet deshalb auch: "Natürlich ist es wichtig, dass wir Ergebnisse liefern.

Jetzt geht es gegen lauter Kellerkinder

An denen mangelt es derzeit einfach zu häufig. 15 Punkte in 14 Spielen: So schlecht stand die TSG schon seit mehr als fünf Jahren nicht mehr da, Hoffenheims Trainer hieß Huub Stevens. Es ging gegen den Abstieg, wovon Hoeneß in der aktuellen Situation nicht sprechen will. Auch weil Schalke 04 (18.), Arminia Bielefeld (16.), Hertha BSC (12.) und der 1. FC Köln (15.) warten. Dann zeigt sich, ob Hoffenheim zurecht auf Rang 13 steht.

Die "Bild" zählte Hoeneß Anfang der Woche an: Bei einer Hoffenheimer Niederlage auf Schalke drohe dem TSG-Trainer der Rauswurf. Schicksalsspiel. Endspiel. Wörter, die eben fallen, wenn es nicht läuft für einen Trainer. "Ich habe das natürlich auch zugetragen bekommen", sagt Hoeneß. Das Gespräch mit seinen direkten Vorgesetzten wie Sportdirektor Alexander Rosen oder Mehrheitsgesellschafter Dietmar Hopp hat er nicht gesondert gesucht, um sich Rückendeckung zu holen. "Ich frage da nicht nach. Ich bin mit allen im ständigen Austausch", sagt der Bundesliga-Novize Hoeneß über seine Situation. Man arbeite vertrauensvoll zusammen. "Wenn es nicht wie gewünscht läuft, gehört der mediale Druck zum Geschäft. Das ist normal, das muss ich aushalten", sagt Hoeneß.

Kurioserweise passen Begriffe wie Endspiel, Schicksalsspiel allesamt auch auf die Situation des FC Schalke 04, für den die Partie gegen die Kraichgauer eben auch einem Endspiel, einem Schicksalsspiel gleichkommt. Denn ein 31. Bundesligaauftritt in Serie ohne Schalker Sieg wäre einer für die Geschichtsbücher. "Es ist nachvollziehbar, dass das Thema präsent ist. Für uns ist es irrelevant. Wir konzentrieren uns auf uns. Auf die Dinge, mit denen wir dem Gegner weh tun können", sagt der ehemalige Berliner Hoeneß über das Thema Tasmania-Schalke-Rekord.

Es fehlt weiterhin fast eine komplette Mannschaft

Die Hoffenheimer Sorgen sind verglichen mit jenen der Schalkern klein, aber eben auch nicht minimal. Neun, zehn Spieler fehlen den Hoffenheimern aktuell. Fast eine komplette Mannschaft. "Ich muss erstmal auf meine Tafel schauen", sagt der Fußballlehrer. Die vielen Ausfälle sind dann auch das wichtigste Argument pro Sebastian Hoeneß. Sie erschweren seinen Job in eh schon schwierigen Zeiten. Da ist es schon positiv, dass die fitten Akteure die zweite "lange" Trainingswoche nacheinander bestreiten dürfen. Auf dem Lehrplan: "Basisthemen wie Zweikampfverhalten. Aber auch mannschaftstaktische Dinge wie das Anlaufverhalten", sagt Hoeneß über die größte Baustelle, die Vielzahl an Gegentreffern. "Jetzt haben wir Zeit, per Video, auf dem Trainingsplatz und in Einzelgesprächen daran zu arbeiten", sagt Hoeneß. Zeit, dass damit der Erfolg kommt.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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